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© M:O 1996–2010
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ProjektorganisationAusführlicher Teil zur Projektabwicklung
Kurzzusammenfassung der einzelnen Schritte: 1) Sachliche/Inhaltliche Ebene
2) Zeitliche Ebene
3) Soziale Ebene (Projektarchitektur)
Vorrangige Ziele des Projektunterrichts(aus dem Grundsatzerlass zum Projektunterricht kurz zusammengefasst)
Diese Ziele des Projektunterrichtes finden sich auch in den Thesen der UNESCO Kommission zur "Bildung für das 21. Jahrhundert" unter der Leitung von Jacques Delors. Die im Kapitel "Lernfähigkeit: Unser verborgener Reichtum" definierten Qualitätsdimensionen besagen:
Aufgaben der Projektteilnehmer/innenUnter diesen Aspekten sind die Aufgaben der im Projektvorhaben einbezogenen Personen u.a. diese:
DidaktikAls didaktische Leitlinien können folgende Punkte hilfreich sein:
Bei M:O Projekten der vergangenen Jahre finden sich umfangreiche Dokumentationen, in denen diese Schritte von Lehrpersonen beschrieben werden. Eine kleine Auswahl findet sich auf http://www.museumonline.at/support/faq.php Ideenfindung/ ProjektvorbereitungDie erste Phase, die Projektvorbereitung, dient daher der Ideenfindung zu einem Thema und der Formulierung eines klaren Projektauftrags. Am Ende sollten alle Beteiligten wissen, was sie leisten können und wohin sie wollen. Häufig ist es in der Schule so, dass der eigentlichen Projektentstehung eine Themenfindungsphase vorgelagert ist, in der erst einmal abgeklärt wird, was man überhaupt tun will. Dabei prallen nicht selten die unterschiedlichsten Vorstellungen aufeinander, und die Themenfindung wird bereits zum Stolperstein. In vielen M:O Projekten war die Themenfindung ein gemeinsamer Prozess zwischen Lehrer/in, Museumsleuten und Schüler/innen. Öfters war der erste Kick off mit einem Museumsbesuch verbunden. Die daraus entstandene Ideenflut wurde im jeweiligen Unterrichtsfach kanalisiert und den Anforderungen angepasst. Eines war den meisten Projekten ident: die grobe Themenauswahl wurde von den Lehrer/innen vorgenommen; die Schüler/innen konnten aber bei der eigentlichen Themenfindung ihre Vorstellungen und Kreativität einbringen. Als Methode hat sich in vielen Prozessen zur Ideenfindung das Brainstorming oder Mindmapping durchgesetzt. Wichtig ist hier, dass alle Vorschläge zugelassen und diese in dieser Phase nicht kommentiert bzw. bewertet (gut oder schlecht) werden oder bereits eine vertiefende Diskussion begonnen wird. Das Ergebnis dieses Prozesses sollte sein, dass alle Vorschläge sichtbar dargestellt werden. Erst im zweiten Schritt wird eine Auswahl getroffen, die die Bandbreite der Themen eingeschränkt. Die Klärung von Projektziel und Projektidentität ist für alle Beteiligten die entscheidende Frage. Findet sich die Gruppe als ganzes in dieser Projektidentität wieder, so ist die Basis für einen erfolgreichen Arbeitsprozess geschaffen. Findet sich der einzelne darin wieder, so ist ein wesentlicher Grundstein für die eigene Motivation gesetzt. Es lohnt sich, zunächst einen allgemeinen Projektauftrag zu formulieren, bevor man sich auf detaillierte Arbeitsziele überhaupt einlässt. Die Arbeit mit "Schlüsselwörtern" und einer "Werbebotschaft" ist in dieser Phase sehr brauchbar. Hilfreich kann es auch sein, die "Nicht-Ziele" zu definieren, um zu den eigentlichen Zielen zu kommen. Durch die Formulierung der Ziele und der Nichtziele erreicht man im optimalen Fall Klarheit darüber, was man alles erreichen möchte. Über den Realitätsgehalt der Ziele ist damit noch nicht unbedingt sehr viel ausgesagt, Utopisches hat in dieser Phase noch immer Platz. Geklärt werden muss daher bereits in der Vorbereitungsphase, was machbar ist und wer (in Konfliktfällen) entscheidet. Wenn es sich um Vorhaben handelt, die die ganze Schule betreffen, kommen dafür die Direktion, die Lehrerkonferenz oder der Schulgemeinschaftsausschuss in Frage. Ähnliches gilt bei Klassenprojekten: Wenn es um Aktivitäten geht, die alle betreffen, dann müssen auch alle entscheiden. Wenn es um eine Gruppe geht, dann ist diese das Entscheidungsorgan. Und wenn ein realer Auftraggeber existiert, dann wird dieser entscheiden. Zielformulierung und PlanungDurch die Formulierung von Zielen werden auch die unterschiedlichen Interessen sichtbar, können Unterthemen diskutiert und ein anzustrebendes Ergebnis festgelegt werden. Die vorhandenen Rahmenbedingungen und Ressourcen müssen analysiert werden und in der Planung Berücksichtigung finden, die Verantwortlichkeiten für die einzelnen Teilbereiche müssen festgelegt werden. VorbereitungszeitDiese Zeit dient der umfassenden Informationsbeschaffung, der Besorgung notwendiger Arbeitsmaterialien, der Planung von Exkursionen, Diskussionen mit Fachleuten, Filmvorführungen u.ä. Im Zuge dieser Vorbereitungsarbeiten können sich organisatorische oder inhaltliche Änderungen am Projektplan als notwendig erweisen. Prozessbegleitung und ProzesssteuerungProjektunterricht wird als Zusammenwirken möglichst vieler nachstehender Merkmale verstanden: Orientierung an den Interessen der BeteiligtenFür die Auswahl des Projektthemas sind die Interessen der Schüler/innen und Lehrer/innen von entscheidender Bedeutung. Die Themenwahl hängt dabei nicht nur vom Inhalt, sondern auch von den vorgesehenen Handlungsformen ab. In vielen Fällen kann sogar die Form der Aktivität Priorität bei der Entscheidung haben und der behandelte Inhalt erst im Laufe der Arbeit "interessant" werden. Wenn eine Website erstellt wird, wie im Fall der MUSEUM ONLINE Projekte, braucht es auch eine Gruppe von Personen, die technische Kenntnisse haben. In Fällen, in denen die Klasse dieses Know-How nicht hat, z. B. bei Volksschulen, ist es ratsam sich mit einer anderen Schule oder Klasse zusammenzutun, in der dieses entsprechende Wissen vorhanden ist. Ein M:O Beispiel für diese Vorgangsweise ist VS Ramingstein und die BHAK Tamsweg. http://www.museumonline.at/1999/schools/classic/ramingstein/index.htm Selbstorganisation und SelbstverantwortungDie Ziele des Projekts, Art und Methode des Lernens wie auch die Kriterien der Beurteilung werden gemeinsam festgelegt. Lehrer/innen und Schüler/innen besorgen sich alle notwendigen Informationen und leiten daraus die entsprechende Planung ab. Das Erlernen von Planungsstrategien, der Umgang mit Ressourcen und das Finden von Möglichkeiten, erarbeitetes Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten anderen weiterzugeben, ebenso wie die konstruktiv-kritische Einschätzung der eigenen Leistung und der Leistung anderer, sind explizite Lerninhalte und Lernziele. Zielgerichtete PlanungFür eine sinnvolle Projektdurchführung ist eine gemeinsame Festlegung von Lern- und Handlungszielen unabdingbar. In gleicher Weise müssen auch die Art der geplanten Tätigkeiten, die Arbeitsformen, in denen gearbeitet werden soll, die zur Verfügung stehende Zeit und die verschiedenen Verantwortlichkeiten besprochen, geplant und vereinbart werden. Planung ist ein Kernelement des Projektmanagements, und es ist auch aus pädagogischen Gründen ein absolutes Muss. Eine wirkliche Beurteilung des (eigenen) Lernfortschritts ist nur dann möglich, wenn es eine überprüfbare Grundlage von angestrebten Zielen und erreichten Ergebnissen gibt. Die angestrebten Ergebnisse aber sind nichts anderes als die formulierten Planungsunterlagen. Das Selbstverständnis der Planungsgruppe soll möglichst klar definiert, die Organisationsstruktur, die Arbeitsweise der Gruppe und der Zusammenhang zur Schule als Gesamtsystem sollen geklärt werden. Die Projekttechnik hat sehr viel mit Organisation zu tun und dafür eigene Instrumentarien geschaffen. Im Kern geht es darum, wie das Zusammentreffen von Menschen in Arbeitssituationen gestaltet sein soll, damit optimale Ergebnisse erzielt werden. Welche Arbeitsformen erweisen sich also in welchen Situationen als die sinnvollsten? Der Prozess innerhalb eines Projektes wurde in der Diplomarbeit "Let´s talk about Art" beschrieben. Nachzulesen auf http://www.museumonline.at/support/faq.php InterdisziplinaritätIm Mittelpunkt von Projektunterricht steht ein Thema, ein Problem, zu dessen Bearbeitung bzw. Lösung die entsprechenden Fachdisziplinen herangezogen werden sollen. Projektunterricht soll mithelfen, "vernetztes Denken" und ganzheitliche Betrachtungsweisen zu erlernen. Die Aneignung dieser Fähigkeiten wird durch unterschiedliche Problemsichten und interdisziplinäres Herangehen an ein Thema gefördert, kann jedoch auch in einem einzelnen Unterrichtsgegenstand stattfinden. Erwerb sozialer KompetenzenDurch die gemeinsame Arbeit an einem Thema oder auch durch das Vorhaben, gemeinsam ein bestimmtes Ziel zu erreichen, entsteht die Notwendigkeit, neue Kommunikationsformen zu erproben, um miteinander und voneinander lernen zu können. Kommunikation und Kooperation, Konfliktlösungsstrategien, Koordination zwischen Gruppen, Umgang mit Kritik, Beurteilung und Kontrolle etc. werden dadurch zu Lernfeldern. Soziale und sachliche Ziele stehen gleichberechtigt nebeneinander. Öfters gibt es in der Schule bei Projekten eine sehr unklare Aufteilung der Verantwortlichkeiten. Insbesondere die Leitungsfrage wird häufig offengelassen. Wir schlagen hier folgendes vor: Einzelne Schüler/innen sollen ergebnisverantwortlich die Zusammenstellung und Leitung von Teams sowie die Durchführung von Kleinprojekten oder Projektabschnitten übernehmen. Die Lehrpersonen sollten vorwiegend als Projektbegleiter/innen agieren und sich nicht in der unmittelbaren Schüler/innenarbeit verlieren. Wirkung nach außenProjektunterricht versucht innerschulische und außerschulische Realitäten zu beeinflussen. Schülerinnen und Schüler beteiligen sich aktiv an der Gestaltung des gesellschaftlichen Umfelds. Gerade in der Zusammenarbeit mit Museen und Kultureinrichtungen ist es oft ratsam, sich Vertreter/innen der Einrichtungen in das Team zu holen, damit beide Parteien - Schule und Kultureinrichtung - ein optimales Außenbild erarbeiten können. Wichtig bei dieser Arbeit ist, dass beide Parteien von der Arbeit profitieren. Rolle der Lehrer/innenDie Aufgaben des Lehrers / der Lehrerin liegen neben der fachlichen Kompetenz verstärkt in der Hilfestellung bei der Strukturierung von Planungs- und Entscheidungsprozessen und der dazu notwendigen didaktischen und organisatorischen Bedingungen, bei der Vermittlung arbeitsmethodischer Kompetenzen sowie der Bewusstmachung gruppendynamischer Prozesse und der Unterstützung von Reflexionsprozessen. Rolle der externen PersonenDiese Rolle ist durch das Einbringen bestimmter fachspezifischer Wissensbereiche definiert. Auf der einen Seite könnte dies die Bereitstellung von Informationen zu musealen Artefakten, die konkrete Hilfestellung für die Schüler/innen vor Ort im Museum sein, oder aber Vermittlung von technischem Know How zur Erstellung der Website. In der Zusammenarbeit zwischen Schule und Museen und anderen externen Personen sollte es zu einem regelmäßigen gemeinsamen Informationsaustausch kommen, so dass alle am Projekt beteiligten den annähernd gleichen Informationsstand haben. Einbeziehung verschiedener Kompetenzen und ArbeitsweisenDie sinnvolle Verbindung von körperlicher und geistiger Arbeit, von Erkenntnisgewinn und Anwendung im praktischen Handeln sowie die Einbeziehung möglichst vieler verschiedener Arbeitsweisen stellen eine wichtige Qualität von Projektunterricht dar. M:O Projekte verkörpern all diese Elemente in ihrem Ergebnis. Als Beispiel soll hier die Hauptschule Golling erwähnt werden, die einerseits Kleindenkmäler der Heimatgemeinde fotografiert und kartografiert, andererseits auch ein verfallenes Objekt mit Hilfe des Denkmalamtes auch renoviert hat. http://www.museumonline.at/2000/golling-salzach/ ProjektdurchführungIn diesem Abschnitt wird die inhaltliche Hauptarbeit geleistet. Die geplanten Vorhaben werden von den Schüler/innen in unterschiedlichen Sozialformen möglichst selbstständig durchgeführt, die Lehrer/innen stehen dabei als koordinierende Berater/innen und Expert/innen und als "Konfliktmanager/innen" zur Verfügung. Während dieser Zeit ist es besonders wichtig, in (kurzen) Reflexionsphasen ("Fixpunkten") Erfahrungen und Zwischenergebnisse auszutauschen, aufgetretene Probleme zu besprechen, koordinierende Maßnahmen zu setzen und den Verlauf des Projekts und die emotionale Befindlichkeit der Projektmitarbeiter/innen zu überprüfen. ProjektpräsentationProjektunterricht ist durch einen klar erkennbaren Abschluss gekennzeichnet. Dabei haben alle Beteiligten die Gelegenheit, ihre Arbeitsergebnisse einander vorzustellen und wenn möglich einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Entscheidend für die Wahl des Projektabschlusses muss sein, dass die Schüler/innen durch die Präsentation Anerkennung und Kritik ihrer Arbeit erfahren und dass die Ergebnisse des Projekts kommunizierbar werden. ProjektdokumentationDie Dokumentation ist Teil des Projekts und eine wesentliche Grundlage für Präsentation, Öffentlichkeitsarbeit, Reflexion und Evaluation. Sie sollte daher Informationen über alle wichtigen Ergebnisse, Stadien des Arbeitsprozesses und Erfahrungen der Projektmitarbeiter/innen liefern. Die Dokumentation sollet folgende Punkte beinhalten:
ProjektevaluationDie Evaluation dient der Überprüfung der Projektergebnisse und der Weiterentwicklung der Qualität künftiger Projekte. Grundlage für die Zielformulierungen in der Planungsphase sind die Fragestellungen: Was wollen wir zu welchem Zweck und mit welchen Mitteln erreichen? Prozessbegleitend und am Ende des Projekts werden diese Ziele auf Basis der gesammelten Daten hinsichtlich ihrer Erreichung bzw. Umsetzung systematisch bewertet. In den Phasen der Projektreflexion werden die Erfahrungen der Beteiligten und die laufenden Prozesse besprochen. Die Projektreflexion ist ein unabdingbares Element der Evaluation. Sie erfolgt grundsätzlich durch die Akteur/innen selbst; um die Gefahr "blinder Flecken" in der eigenen Wahrnehmung zu vermeiden, ist es jedoch in manchen Bereichen der Evaluation unerlässlich, auch eine Außensicht einzubeziehen ("kritische Freund/innen", Projektpartner/innen, Evaluierungs-Expert/innen). |
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