1995/96
Mit MUSEUM ONLINE wurde im Schuljahr 1995/96 erstmals in Österreich eine Plattform für eine Zusammenarbeit von Museum und Schule unter Nutzung innovativer Technologien wie E-mail, World Wide Web, Photo-CD etc. entwickelt. Für Schüler/innen wurden dadurch neue und spannende Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit der Institution Museum geschaffen. Als Partnermuseum beteiligte sich die Österreichische Galerie Belvedere. Es nahmen 9 Schulen aus Österreich teil.
Workshop I
Der 1. Workshop richtete sich an Lehrer/innen. Ziel war es, den Teilnehmer/innen Basiswissen zum Einsatz neuer Technologien zu vermitteln, aber auch kritisch über das Thema "Virtuelles Museum" nachzudenken.
Ergebnisse der Diskussionen (in Gruppen aufgeteilt) [Protokoll]:
Die Rolle des Lehrers/der Lehrerin ist verändert und schafft neue Herausforderungen, da Schüler/innen in Bezug auf Neue Medien oft besser informiert sind. Die Beurteilung in üblicher Form ist nicht mehr gegeben, da projektbezogenes Arbeiten keine Einzelleistungen mehr sichtbar macht. Der Weg, bis für jeden einzelne(n) Schüler/in Technologie in ausreichendem Maß zur Verfügung steht, ist noch weit.
Es wird die Befürchtung geäußert, dass der Computer als passives Medium zu sehen ist. Was kann Internet für die einzelnen Schulen bringen? "Vernetztes Denken" verbindet die Welt - aber kann nicht dadurch auch eine weitere Kluft zwischen der 3. Welt und der Industriegesellschaft entstehen? Auswahl der Information wird schwerer, es gibt keine "absolute Information" mehr, sie ist stets persönlich gefärbt, weil persönlich gefiltert. Frage der Zensur im Medium (gesteuerter/freier Informationsfluss)
Frage nach dem Transport von Inhalten und der Kompetenz des Lehrers/der Lehrerin. Wie selbstverständlich ist der Umgang mit Neuen Medien in der Schule? Die Verbindung von Museum und Neuen Medien lassen neue Fragestellungen zu, traditionelle Grenzen werden gesprengt. Idee des virtuellen Museums, in dem Bilder "umgehängt" werden können, Depotwerke "gezeigt" werden können. Chancen und Grenzen der neuen Technologie als auch des traditionellen Museums werden dabei deutlich. Zeitaufwand und finanzieller Aufwand mit Neuen Medien ist nicht zu unterschätzen.
Thema Museum: Der Zugang wird erleichtert, die Attraktivität erhöht. Das reale Museum ist aber keineswegs durch das virtuelle Museum zu ersetzen, da die Eindrücke eines Originalwerkes nicht durch ein digitalisiertes Bild vermittelt werden können. Die Vermittler haben oft einen kritischen Zugang, jedoch verstehen Kinder/Schüler/innen bereits die selektive Wahrnehmung und realisieren von selbst Chancen und Risiken. Thema Schule: Neue Medien werden auf technische Fächer beschränkt, das Medium wird kaum kreativ eingesetzt
Workshop II
Zum Workshop II wurden je 2 Lehrer/innen und 2 Schüler/innen der teilnehmenden Schulen eingeladen. Die Teilnehmer/innen brachten großteils Ihren schuleigenen (manchmal sogar ihren Privat-PC) zum Workshop mit.