Allgemeines zum Judentum - was man wissen sollte

Jüdische Religion
Die jüdische Religion basiert auf den religiösen Überlieferungen des jüdischen Volkes. Diese Überlieferungen teilen sich auf in eine schriftliche ( Tora ) und die mündliche Lehre ( Mischna, Talmud, Schulchan, Aruch usw. ). Obwohl das Judentum mit ca. 13,5 Millionen Anhängern keine große Religionsgemeinschaft darstellt (im Vergleich: Christentum ca. 2,1 Milliarden, Islam ca. 1,3 Milliarden), ist es über die ganze Welt verbreitet. Christentum und Islam basieren auf den in der Tora festgehaltenen Überlieferungen des Judentums.
Jüdischer Gottesdienst
Der jüdische Gottesdienst findet in der Regel in der Synagoge statt. Gottedienste feiert man am Sabbat (Samstag) und an Feiertagen, Strenggläubige auch öfters. Für die Abhaltung des Gottesdienstes sind zehn männliche Personen, die mindestens 13 Jahre alt sein müssen, erforderlich. Der jüdische Gottesdienst besteht aus Gebeten, Liedern, Psalmen sowie dem Kaddisch (wichtiges Heilungsgebet). Aus der Tora-Rolle wird der für die Woche vorgesehene Textabschnitt vorgelesen. Der Rabbiner erklärt im Anschluss an diese Lesung den Tora-Text in einer Predigt.
Synagoge
„Haus der Versammlung", „Haus des Volkes", „Haus des Gebetes" sind im Hebräischen Bezeichnungen für die Synagoge. Sie dient dem Gottesdienst, dem gemeinsamen Studium der religiösen Schriften und den weltlichen Versammlungen der Gemeinde. Die Synagoge ist kein geweihter Ort. Die Tora-Rolle, eine Schriftrolle, die die Fünf Bücher Moses (= Tora) enthält, ist der heilige Gegenstand der jüdischen Religion und wird im Heiligen Schrein aufbewahrt. Frauen und Männer sind häufig getrennt. Der Platz für die Frauen war in Hohenems bis zum Umbau 1864 auf der Frauen-Galerie.
Kantor
Ursprünglich war der Chasan der Vorbeter der Gemeinde. Doch dem Wunsch entsprechend, die Gebete mit Gesang vorzutragen, entwickelte sich das Amt des Kantors, des Vorsängers. Der Kantor hatte eine hoch angesehene Stellung. Man erwartete von ihm aber nicht nur eine schöne Stimme, sondern auch tiefe Religiosität und ein sittsames Leben. 
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