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Salomon Sulzer – Der Reformer



Salomon Sulzer

1820 trat Salomon Sulzer in Hohenems das Kantorat an. Sänger und Bassisten begleiteten den Gottesdienst. In den Städten hat sich Sulzers Stil schnell weiter entwickelt und verbreitet, während in den ländlichen Gebieten die Einstimmigkeit bevorzugt wurde.

 

Zitat (aus dem Buch „Kantor Salomon Sulzer und seine Zeit“ von Hanoch Avenary):


"Eine hochlöbliche k. k. n.-ö. Landesregierung wolle gnädigst gestatten: …
Zur Haltung der Gebete, der moralischen Reden und Belehrungen, dann zur Dirigierung der Gesänge drei mit den dazu erforderlichen Talenten versehene Individuen von moralischem Charakter und unbescholtenem Rufe aufnehmen und gemeinschaftlich besolden dürfen…"

 

Sulzer stellte folgende Anträge an die Synode (Darunter versteht man die Zusammenkunft von Rabbis, um religionsgesetzliche & liturgische Reformen zu beschließen) in Leipzig:


1.) Unterrichten der israelitischen Schuljugend in liturgischen Gesängen
2.) Die Hauptstücke des hebräischen Gottesdienstes sollen in allen Synagogen nach der gleichen Melodie gesungen werden.
3.) instrumentale Begleitung der gottesdienstlichen Gesänge solle überall eingeführt werden.
4.) Das Kadisch-Gebet soll für die Leidtragenden nur ein einziges Mal gesprochen und ein Satz in dasselbe eingefügt werden, der an den Heimgang der Angehörigen erinnere.
5.) Der Wochenabschnitt der Thora soll aufgeteilt werden auf verschiedene Wochentage.
6.) Das Aufrufen der Gemeindemitglieder zur Thora, welche das Wort Gottes erwecken soll, soll abgeschafft werden.
7.) Es sollen Schulen für die Heranbildung von Kantoren errichtet werden.
....
16.) Es soll vorzugsweise auf einstimmigen Gemeindegesang gehalten werden.
17.) Deshalb(Punkt 16. wegen) ist die Orgel zur erforderlichen Begleitung empfehlenswert.
18.) Mehrstimmiger Chorgesang und weitere musikalische Aufführungen sind nur da zu empfehlen, wo hinreichende Kräfte vorhanden sind; jede profane Musik ist aber daraus fern zu halten.

 

Punkt 7 wurde in eine Resolution der Unterrichtskommission übernommen.
Sulzers Vorschläge finden aber auch in den Kommissionssitzungen nach Schluss der Synode nur mehr ein schwaches Echo.

 

Zum Gesang im Gottesdienst: Zitat (aus dem Buch „Kantor Salomon Sulzer und seine Zeit“ von Hanoch Avenary):


"Der Gesang ist sehr erhebend, das Chor, bestehend aus 12 Knaben, fällt ein [mit] Jehé schme rabba, Baruch hu uvaruch schmo, Amen, Kriat Schma, Keduscha und vielen andern Stellen. Ferner singt dasselbe die meisten Psalmen, die beim Gottesdienste vorkommen: Tov lehordot [Ps. 92], Havu la’schem bne elim [Ps. 29], Hallel [Pss. 113-118], Aschré [Ps. 144.15-155], Pijutim Rosch haschana weJom kippur [Hymnen am Neujahrs- und Versöhnungsfest] – u. s. w. Der Vorbeter muß milá bemilà vorbeten, und wo er singt, an bestimmte Melodien sich halten, größere und feierlichere Stellen werden 3- oder 4stimmig gesungen, da er außer dem Chor noch 2 Gehülfen hat. Selbst diese dürfen aber nicht singen, ohne den Text zu wiederholen. Unsere Compositionen sind größtentheils Meisterstücke des Kirchengesanges,…"

 

Außerdem befürwortete Salomon Sulzer den Gebrauch einer Orgel, obwohl z.B. der erfahrene Prediger Mannheimer das Wegbleiben vieler Juden vom Gottesdienst voraussah, „denen die Orgel als ein christliches Instrument unangenehm bleibe“. Sulzer sah sie als eine Art Hilfsmittel für verschiedene Gesangsformen (etwa um den Gesang großer Synagogen zusammenzuhalten und zu regeln, für ein erprobtes Mittel zur Hebung der Andacht, etc.).


Zum Projekt

Gerne sind wir der Einladung gefolgt, uns am Projekt „Auf den Spuren von Salomon Sulzer“ zu beteiligen. Sulzer ist einer der berühmtesten Hohenemser ...

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