Das gewaltsame Ende

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|  Helene und Theodor Elkan wurden im Konzentrationslager zu Tode gebracht.
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Zwischen 1820 und 1860 betrug die jüdische Bevölkerungszahl konstant etwa 500 Personen. Dies änderte sich in den kommenden Jahren rasant. Das Staatsgrundgesetz von 1867 erlaubte den Juden die freie Niederlassung in der ganzen Monarchie. Viele zogen nach Wien, andere wanderten in die benachbarte Schweiz aus. In Hohenems blieben alte und eher arme Juden.
Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts nahm der Antisemitismus in Vorarlberg zu. Immer wieder konnte man judenfeindliche Artikel in Vorarlberger Zeitungen lesen. Beispielsweise wurde bereits 1898 im „Vorarlberger Volksblatt“ für mehrere Monate die Einschaltung gedruckt: „Kauft nur bei Christen!“
Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland im März 1938 lebten in Hohenems nur noch zehn Juden. Zwei von ihnen gelang noch die Flucht in die Schweiz. Alle anderen kamen in Konzentrationslager, wo sie zu Tode gebracht wurden, so auch der letzte Vorsteher der Israelitischen Kultusgemeinde, Theodor Elkan, mit seiner Familie. Bereits 1938 wurde das Vermögen der Kultusgemeinde beschlagnahmt. 1940 wurde die Kultusgemeinde zwangsaufgelöst. Die Gemeinde Hohenems übernahm die Liegenschaften der Kultusgemeinde um einen lächerlich niedrigen Preis, um, wie es in einem Schreiben hieß, „diese Erinnerungsstätten ehemaliger jüdischer Herrschaft in Hohenems auszumerzen.“

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|  Villa Heimann-Rosenthal, seit 1991 Jüdisches Museum
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Beschämend verhielt sich die Gemeinde Hohenems auch nach dem Zweiten Weltkrieg. Rückkehrwillige wurden abweisend und schroff behandelt. In Fragen der Rückgabe von jüdischem Eigentum zeigte man sich uneinsichtig. Keiner der überlebenden Juden kehrte in seinen Geburtsort zurück.
Über 300 Jahre hatten Juden in Hohenems gelebt. Das Verhältnis war bei weitem nicht immer konfliktfrei verlaufen. Doch war es kaum zu tätlichen Auseinanderset-zungen zwischen Juden und Christen gekommen. Mit dem tragischen Ende der Israelitischen Kultusgemeinde ging ein Stück Hohenemser Identität und Geschichte für immer zu Ende.
Erst viel später wurden Stimmen laut, sich der Geschichte der jüdischen Bevölkerung zu erinnern und dieses wichtige Kapitel der Hohenemser Geschichte aufzuarbeiten. 1986 gründete man den „Verein Jüdisches Museum Hohenems“. 1991 wurde das Jüdische Museum Hohenems eröffnet. Clara Heimann-Rosenthal, ebenfalls im KZ ermordet, war die letzte jüdische Besitzerin des Hauses gewesen, in dem das Museum untergebracht ist. Das Museum ist ein schöner und würdiger Ort des Gedenkens und Bedenkens.

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