Die Blütezeit im 19. Jahrhundert

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|  „Judenwinkel“ im Jahr 1893, rechts vorne Geburtshaus von Salomon Sulzer
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Für einige Jahrzehnte erlebte die Jüdische Gemeinde in Hohenems eine Blütezeit. In der Volkszählung von 1807/08 wurden 429 Juden gezählt. Das waren 14% der Hohenemser Bevölkerung. 1823 lebten bereits 511 Juden in Hohenems - rund ein Sechstel der Hohenemser Bevölkerung. Auch zweihundert Jahre nach der Ansiedlung war aber die Integration der Juden in der Gemeinde nicht erfolgt. Die Juden galten immer noch als „Fremde“. Doch gab es auch Bestrebungen das Zusammenleben zwischen Juden und Christen zu verbessern und zu fördern. Einige Beispiele dazu: 
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|  Das Hochzeitskissen zeigt das Brautpaar und die Heimann-Villa, heute Jüd. Museum
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Aus dem Synagogenchor entwickelte sich der Verein „Frohsinn“. Er war der erste weltliche Gesangsverein Vorarlbergs. Der Verein gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Vorarlberger Sängerbundes. In der Vereinsleitung der Freiwilligen Feuerwehr von Hohenems waren vier von zwölf Mitgliedern Juden.
Einigen jüdischen Familien war es gelungen, einen beachtlichen Wohlstand zu erreichen. Sie hatten Industriebetriebe, Banken und Versicherungsagen- turen gegründet. Viele Hohenemser fanden in diesen Betrieben Arbeit. Auch erwiesen sich die reichen Emser Juden als großzügige Förderer für alle, auch für Christen. Besondere Bedeutung erlangte die Familie Rosenthal. Einige prächtige Bauten im Ortszentrum zeugen heute noch vom Wohlstand dieser Familie. 
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|  Synagoge um 1930 (oben), beherbergt heute den Salomon-Sulzer-Saal (unten)
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Der Großteil der Hohenemser Juden waren aber Kleingewerbetreibende, Dienstboten und Hausierer. Für ganz arme Juden wurde 1871 ein Armenhaus eingerichtet.
Bereits der erste Schutzbrief gestattete den Juden die Religionsausübung. Nach Plänen des Bregenzerwälder Barockbaumeisters Peter Bein wurde 1772 die Hohenemser Synagoge eröffnet. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde sie renoviert.
1938 beschlagnahmten die Nationalsozialisten die Synagoge und zerstörten die Ritualgegenstände. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude in ein Feuerwehrhaus umfunktioniert. 2003/04 baute man die ehemalige Synagoge um und nutzt sie nun für kulturelle Veranstaltungen. Der einstige Kultraum erhielt den Namen „Salomon-Sulzer-Saal“.
Besondere Bedeutung erlangte die jüdische Schule in Hohenems. Bereits 1784 wurden 34 Kinder ( davon 16 Mädchen ) in einer eigenen jüdischen Normalschule unterrichtet. 1828 bezog man ein neues Schulhaus. Ab 1851 wurden hier auch christliche Lehrer beschäftigt. Die Schule, die einen ausgezeichneten Ruf genoss, konnte ab 1861 auch christliche Schüler aufnehmen. Vor allem die konservative Presse bekämpfte aber den Schulbesuch katholischer Kinder. Schließlich verbot man 1896 katholischen Kindern den Besuch der Schule. Da nicht mehr genügend jüdische Kinder im Ort lebten, wurde die Schule 1913 geschlossen.

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|  Jüdisches Schulhaus um 1900
Jüdischer Friedhof, 1941
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Im Schutzbrief von 1617 erlaubte Graf Kaspar den Juden die Anlegung eines Friedhofs. Im Ortsteil Schwefel wurde dieser errichtet und immer wieder erweitert. Nach jüdischem Glauben darf ein Grab niemals aufgelassen werden. Deshalb findet man dort noch Grabsteine aus dem 18. Jahrhundert.
Während des Zweiten Weltkrieges und auch kurz danach gab es Pläne den Friedhof aufzulassen. Dazu kam es Gott sei Dank nicht. Seit 1967 steht der Friedhof unter Denkmalschutz. Die Begräbnisstätte wird heute noch genutzt und dem in der Schweiz gegründeten „Verein zur Erhaltung des jüdischen Friedhofs“ betreut.

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