Alter, Tod und Würdigungen

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|  Sulzers Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof
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56 Jahre lang war Salomon Sulzer als Kantor am Wiener Stadttempel in Wien tätig. Erst mit 77 Jahren gab er sein Amt in jüngere Hände. Sulzer war inzwischen hoch geehrt. Es entwickelte sich ein richtiger Sulzer-Kult. Selbst der Kaiser gehörte zu seinen Verehrern. Kein Wunder, dass er eine Vielzahl von Orden und Auszeichnungen sein Eigen nennen konnte. Neben zahlreichen österreichischen Orden erhielt er auch solche von Russland und vom Papst.
Die Stadt Wien ehrte ihren berühmten Mitbürger ebenfalls und verlieh ihm die Ehrenbürgerschaft. Trotz all dieser Ehrungen und Bewunderungsbezeugungen verlor Sulzer nie den Kontakt zu seiner Heimatgemeinde Hohenems. So war er mit den jüdischen Bürgermeistern eng befreundet. Mit Rat und Tat stand er zur Seite, wenn es um die Neubesetzung von Rabbiner-, Kantoren- oder Lehrerstellen in Hohenems ging. Seine Verbundenheit mit der Hohenemser Synagoge zeigte er darin, dass er für die musikalische Gestaltung ein Harmonium spendete.
Im Alter äußerte er den Wunsch, seine „Hülle im heimatlichen Boden bei meinen Vätern ruhen und rasten zu lassen!! Da wäre oben in der Mitte der Mauer ein passendes Plätzchen mit hübscher Aussicht, ein Wallfahrtsort für meine Nachkommen und vielleicht für so manchen Verehrer des einstigen Barden Jehovah’s …“
Dieser Wunsch, in Hohenems beerdigt zu werden, ging nicht in Erfüllung. Salomon Sulzer starb am 17. Jänner 1890 in Wien an einer Lungenentzündung. Unter großer Anteilnahme fand die Beerdigung statt. Alle wichtigen Wiener Zeitungen berichteten darüber. Der bewunderte Sänger und Komponist wurde auf dem Zentralfriedhof in einem Ehrengrab der Stadt Wien beigesetzt. Sulzers Bekanntheit reichte „vom Dnjestr bis zum Mississippi“.
Sein Werk „Schir Zion“ erlangte eine weltweite Verbreitung. Heute noch erklingt seine Musik in den Synagogen, besonders in den USA. Zu Recht kann man deshalb von Salomon Sulzer als dem berühmtesten Hohenemser sprechen. Aron Tänzer schreibt in seinem großen Werk über die Geschichte der Hohenemser Juden am Ende des Kapitels über Salomon Sulzer: „Ehre dem Andenken des genialen Künstlers, gottbegnadeten Sängers und treuen Hohenemsers.“

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