Bergkirche und Spitalskirche



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Bergkirche
 


Kam Joseph Haydn nach seinen Londonreisen noch einmal
nach Eisenstadt?
Ja, er war ab 1795 jeden Sommer in Eisenstadt, weil Fürst Nikolaus II. wieder die Hofkapelle aufstellen wollte. Dafür schrieb er seine 6 Messen für die Fürstin Esterházy. Unter seiner Leitung wurden die meisten dieser Messen auch in der Bergkirche uraufgeführt.

Gibt es bei diesen Messen einen geschichtlichen Hintergrund?
Ja, zum Beispiel bei der Paukenmesse, sie wird auch Missa in Tempore Belli (=Messe in der Kriegszeit) genannt, weil die R evolutionstruppen aus Frankreich zu dieser Zeit Richtung Wien marschiert sind und den Menschen ziemlich viel Angst gemacht haben. Das hört man besonders beim Agnus Dei (Lamm Gottes), wo die Pauken und Trompeten diese Angst ausdrücken.

Gibt es heute noch Orgeln, auf denen Joseph Haydn selbst gespielt hat?
Ja, eine steht im Landesmuseum, eine in der Bergkirche. In der Stadtpfarre, der Franziskaner- und der Spitalskirche, sowie in der Schlosskapelle befinden sich auch jeweils noch Orgeln, auf denen Joseph Haydn seine Musik spielte. Der originale Spieltisch der Orgel der Bergkirche ist heute im Haydnhaus ausgestellt.

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Warum steht eine Haydnorgel in der Spitalskirche?
Naja, Haydn schrieb eine spezielle Messe für die Spitalskirche. Die Kleine Orgelsolomesse hat er für diese Kirche mit dieser Orgel komponiert und dort auch selbst uraufgeführt.

Wann starb Joseph Haydn und wo wurde er begraben?
Er starb am 31. Mai 1809 in Wien und wurde am Hundsthurmer Friedhof begraben.

Aber ist er nicht in Eisenstadt begraben?
Jetzt schon, aber er wurde zuerst in Wien beigesetzt. Dann ließ ein Forscher seinen Kopf heimlich ausgraben, weil er herausfinden wollte, ob das Gehirn eines Menschen mit einer derart außergewöhnlichen Begabung anders ausgeprägt ist – gefunden hat er nichts. Nach langem Hin und Her wurde dann sein Schädel 1954 nach Eisenstadt gebracht und letztendlich gemeinsam mit den bereits in Eisenstadt befindlichen Gebeinen in der heutigen Ruhestätte, dem Haydnmausoleum in der Bergkirche, beigesetzt.



  Sie geben mir die süßeste Überzeugung, die der ausgiebigste Trost in den Stunden meines bereits sinkenden Alters ist, dass ich öfters die beneidenswerte Quelle bin, aus welcher Sie und so manche für herzliche Empfindung empfängliche Familie in häuslicher Stille – ihr Vergnügen – ihre Zufriedenheit schöpfet. Wie beseligend ist nicht dieser Gedanke für mich!


  und so würde das heute klingen

Jetzt bin ich echt schon ziemlich alt, aber es taugt mir voll, dass ihr zu Hause immer zu meiner Musik abgeht.



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Missa in Tempore Belli (Paukenmesse) - Agnus Dei
Haydn selbst wählte den lateinischen Namen aus, der daran erinnert, dass Napoléon Bonaparte damals, von Italien kommend, Österreich bedrohte. Diese Paukenschläge des Krieges, welche im Agnus Dei zu hören sind, müssen eine schaurige Stimmung unter der damaligen Bevölkerung ausgelöst haben.