Kommentar

Schülerin-Text von Katharina Gangl 2aHAS

Reaktionen nach dem 09.06. von Kulturkommission und im Herbst von der Bevölkerung im 3.Bezirk

Als die Schule wieder begonnen hatte, fragte unser Klassenvorstand, ob wir interessiert wären, ein Denkmal oder eine Gedenktafel für Juden im 3. Bezirk zu gestalten und aufzustellen. Unsere Projekttitel nennt sich:,, his(s)tory-herstory-ourstory“, es geht darum, die Vergangenheit wieder aufzuwecken und das Heute richtig zu verstehen, außerdem die zukünftige Generation auf die Fehler der Vergangenheit aufmerksam zu machen. Nach anfänglichem Zögern kam dann der Stein so langsam ins Rollen. Nach einiger Zeit bildeten wir dann Gruppen, die verschiedene Aufgaben zu erledigen haben.

1. Gruppe Forschungsgruppe: Diese ist zuständig dafür, dass wir einen Rundgang im 3. Bezirk machen, außerdem forscht diese nach, wo Juden im 3. Bezirk gelebt haben etc.

2. Gruppe Künstlergruppe: Diese muss einen Künstler suchen, der uns hilft, die Vorgabe richtig zu verwandeln.

3. Gruppe Videoteam: Die Gruppe hat über die Aktionstage berichtet und verschiedene andere Workshops, darauf komme ich noch zu sprechen.

4. Gruppe Radiogruppe: Die Gruppe ist zuständig für Interviews auf der Straße, in der Schule usw., um zum Thema zu führen.

5. Gruppe Print-Medien: Diese Gruppe fasst alle Sachen in einen Bericht zusammen und veröffentlich diese im Schülerkurier, außerdem arbeiten sie noch an einer Projektzeitung.

Zu guter Letzt  noch die

6. Gruppe Koordinations- Rechnungsführer ( Baugenehmigungsgruppe): In dieser Gruppe bin ich und wir koordinieren die ganzen verschiedenen Termine von den anderen Gruppen, und da wir auch noch ein Spendenkonto eröffnet haben, sind wir für dieses Konto auch verantwortlich, Früher haben wir uns auch noch um die Baugenehmigungsinfos kümmern müssen, und ich kann euch sagen, das war ein ständiges Hin und Her mit der Magistratsabteilung MA/, bis wir dann endlich die gewünschten Infos bekommen haben.

So, nun habe ich euch unsere Projektgruppen genauer erklärt und nun will ich weiter auf die verschiedenen Veranstaltungen eingehen.

Beginnen wir zunächst mit den schulinternen Veranstaltungen. Da haben wir mal die Aktionstage, die sich sehr mit dem Thema gegen Rassismus auseinandergesetzt haben, es war gut organisiert und es hat viel Spaß gemacht. Außerdem haben wir in unserer Schule Zeitzeugen gehabt.

Der erste Zeitzeuge war ein Jude und hieß Rudi Gelberd kam ins KZ Theresienstadt. Er hat es Gott sei Dank überlebt und was er dort erlebt hat, ist nahezu unvorstellbar. Aber ich will nicht jetzt so genau darauf eingehen, denn ich möchte euch noch von anderen Zeitzeugen erzählen. Die zweite Zeitzeugin war Widerstandskämpferin und wie ihr wisst, hat man Widerstandskämpfer/Innen gnadenlos gejagt und ins KZ gebracht. Die SS hat sie nicht selbst gefunden, denn sie wurde von einem aus ihrer Gruppe verraten und der SS ausgeliefert. Man versuchte aus ihr die Namen anderer Mitverschwörer zu entlocken, aber sie hat es nicht verraten. Einige Zeit später brachte man sie ins KZ Ravensburg. Auf dem Weg dort hin war ihr der Weg bis nach Linz angenehm gemacht worden, der Weg ab Linz bis zur Grenze auch noch angenehm aber ab der Grenze wurden sie wie Vieh zusammen gepfercht. Im KZ war sie am Anfang Näherin und dann war sie die Sekretärin vom Arzt. Im Gebiet, wo der Arzt seine Praxis hatte, gab es auch einen Raum, wo an jungen Polinnen Versuche gemacht wurde. Da aber das zu grausam und schrecklich zu beschreiben ist, lasse ich dieses Thema jetzt aus. Aber was ich euch sagen will, die Frau , die Antonia Bruha  hieß , überlebte die schlimme Zeit.

Dann gab es noch einen dritten Zeitzeugen Diese Frau erzählte über die Zeit nach denn Krieg. Sie kam in Kloster nach Belgien. Dort lernte sie eine junge Frau kennen, die Tochter des Bürgermeisters war. Sie war dort ca. ein halbes Jahr und sie erklärte uns, dass man die Rückreise zu den Eltern nur einmal im Radio durchsagte, ihre Eltern hörten es nicht und sie kam als letztes Kind nach Hause. Auf dem Heimweg verloren sie den Koffer, der sich aber wieder finden ließ. Diese Frau fand die Zeit sehr schlimm, aber ich persönlich finde, dass die Leute, die im KZ waren und es überlebten, es noch schlimmer fanden.

Nun genug von den schulinternen Veranstaltungen, wollen wir zu den schulexternen Veranstaltungen kommen.

Am 27.4.05 besuchten wir den Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer in der Hofburg. Dort gab es einen Festakt zum Jubiläumsjahr. Es redeten dort der Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel und noch andere wichtige Politiker. Ich persönlich fand die Rede vom Bundespräsidenten am besten. Denn er sagte auch:,, Wenn ihr nicht an die Existenz von Gaskammern glaubt, dann fährt in die KZs Auschwitz und Mauthausen.

Das finde ich sehr gut von ihm, dass er das sagte, denn viele Menschen wollen die Vergangenheit nicht wahr haben, und leugnen auch die Vernichtungsanlagen.

Das Denkmal wird im November aufgestellt und ich hoffe, dass es den Menschen die schreckliche Erinnerung wieder in das Bewusstsein ruft.

Ich habe viel durchs Projekt gelernt, denn es ist gar nicht so leicht, Menschen zufinden, die über die Vergangenheit berichten wollen. Ich hoffe, dass ich auch noch viele weitere Erfahrungen aus dem Projekt mitnehmen werde.