M:O MUSEUM ONLINEACHTUNG: Sie befinden sich im Museum-Online-Archiv 2005. Die Inhalte dieser Seite sind unter Umständen nicht mehr aktuell.

Hans Elkan als Student

Die Eltern Elkan

Dr.Hans Elkan

Dr. Hans Elkan

Geboren: 22. März 1900 in Hohenems (Vorarlberg), gestorben 23. Juli 1944 im KZ Theresienstadt Glaubensbekenntnis: mosaisch (Jude) Eltern: Betti Menz (gestorben April 1900) und Theodor Elkan (geb.1864, gest. 1.9.1942 im KZ Theresienstadt; letzter Kultusvorsteher in Hohenems)

Von 1906 bis 1911 Besuch der einklassigen jüdische Volksschule in Hohenems beim berühmten Lehrer Moritz Federmann; dann k.k. Staatsgymnasium in Feldkirch und Gymnasium in Bregenz. 1919 Ablegung der Reifeprüfung mit Auszeichnung Studium: September 1919 – 1927 studierte er an den Universitäten Freiburg, Marburg und Tübingen die Fächer Philosophie, Musikwissenschaft und mittelalterlichen Geschichte. Seine Lehrer: u.a. Edmund Husserl, Martin Heidegger, Martin Honecker (Inhaber des Lehrstuhls für christliche Philosophie), Willibald Gurlitt (Musikwissenschaften). Thema der Dissertation: "Zur Problemgeschichte der platonischen Dialektik". Betreut wurde diese Arbeit von Martin Honecker, Zweitbegutachter Edmund Husserl. 1927 Promotion mit "cum laude" zum Doktor der Philosophie. Veröffentlichung der Dissertation. 1927 bis 1929 in Wien, dann Studium an der Universität Innsbruck. Ablegung der Lehramtsprüfung für Philosophie und Geschichte am 4. Juli 1931. 1934 Lehrbefähigung für Geographie. Alle Prüfungen mit "Sehr gut" bestanden.

Probejahr: Im Schuljahr 1931/32 absolvierte er ein Probejahr am Bundes- und Realgymnasium Innsbruck. Zeugnis: "außerordentliche Lehrfreudigkeit", "für seinen Beruf hohen Eifer", "besonders bescheidenes und ruhiges Wesen". Schuljahr 1933/34: Probejahr für Geographie am Bundesgymnasium Feldkirch. Probejahrzeugnis: „Lehrfreudigkeit“, „liebenswürdiger Verkehr mit den Schülern“, „vorzügliche Schulzucht" , „gewissenhafte Vorbereitung für den Unterricht“, "ruhiges, bescheidenes Wesen", "korrektes Verhalten". Insgesamt: "Sehr gut".

Der Landesschulrat verweigert dem Juden Dr. Hans Elkan eine definitive Anstellung. Daraufhin hospitierte er ohne Bezüge ein weiteres Jahr in Feldkirch. Mit ministerieller Genehmigung wechselte er im Schuljahr 1935/36 an die Realschule Dornbirn. Allerdings erhielt er auch hier keine Anstellung. Ihm wurde mitgeteilt, "daß ihm aus dieser Bewilligung keinerlei Ansprüche dienst- oder besoldungsrechtlicher Art erwachsen" würden. Im darauffolgenden Jahr konnte der "Anwärter auf eine Anstellung" ebenfalls nur eine gleichlautende Bewilligung erwirken, er blieb ein "Gastlehrer ohne Bezahlung" Am 1. Juni 1940 Zwangsumsiedlung der Familie Elkan nach Wien, dann Deportation nach Theresienstadt, wo die Familie zu Tode gebracht wird.

 

 

vor der jüdischen Schule Hohenems (Hans Elkan, 4. von links)