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ARCHÄOLOGISCHER PARK
MAGDALENSBERG

Inhaltsverzeichnis


Video-Clip (2.9 MB)

 

 

 

 

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  Es war einmal ...
Eine scharfe Sache
Handel im Wandel
Ton, aber doch nicht Musik
Mahlzeit
Zeichnen auf der Wand
Kalte Liebe
Wer ist hier der Boss?
Richtig oder falsch
Ein schöner Mann
Natur pur
Baumeister Römer
Wasserscheu
Servus

 

 

Es war einmal

 

 

Vor ungefähr 500 Jahren fand ein Bauer auf einem Feld unterhalb des Magdalensberggipfels beim Pflügen die Statue eines bronzenen Jünglings. Damit waren die Reste der dortigen Stadt wiederentdeckt. Diese Stadt wurde gegen 50 v. Chr. im Umfeld einer keltischen Ansiedlung von den Römern gegründet. Die Kelten hatten hier Geräte, Werkzeuge und Waffen aus dem besonders guten Norischen Eisen erzeugt.

Zum Herstellen von Eisen braucht man Erz. Das fanden die Stadtbewohner in der Umgebung, vor allem nahe dem heutigen Ort Hüttenberg.

Mit den Eisenprodukten trieben sie regen Handel, dadurch wurden die Bewohner reich und konnten sich einigen Luxus leisten.

Aber bereits 50 Jahre n. Chr. verließ man die Stadt am 1060 m hohen Berg, weil das Leben hier zu beschwerlich war und erbaute am Zollfeld ihre Nachfolgerin, die Stadt Virunum.

Heute wird am Magdalensberg in jedem Sommer sorgfältig ausgegraben. Das heißt, man muss oft einige Meter hohe Erdschichten abtragen, um zu den alten Häusern vorzudringen. Dann gelingt es den Archäologen, oft sehr interessante und schöne Funde aus der Erde zu holen.

Warum glaubst du, war das Leben in einer Stadt am Berg beschwerlich und anstrengend?

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EINE SCHARFE SACHE!

Zur Zeit der Römer wurde in Kärnten das berühmte „norische“ Eisen abgebaut und verarbeitet. Das norische Eisen war in der ganzen damaligen Welt bekannt und so berühmt, dass die Römer um 15. v. Chr. das Königreich Noricum eroberten, um  das so wichtige Metall zu besitzen.


Werkzeuge aus Norischem Eisen

Das Eisen war für das römische Reich wichtig, weil es zu Messern, Sicheln, Waffen und anderen Gebrauchsgegenständen verarbeitet wurde. Dann wurde die Waren nach Rom geliefert und auf dem „Messerforum“ verkauft.

Wie hoch norisches Eisen eingeschätzt wurde, erfahren wir auch von Schriftstellern. In einem Theaterstück über reiche Familien in Rom lesen wir, dass man Messer aus norischem Eisen verwendete, die das beste waren, um etwas zu zerschneiden.

Kaiser Hadrian hat sogar eine Münzserie herausgegeben, auf denen er das Eisen aus Noricum lobt.

Betrachte die Vitrine mit den Messern im Eisenmuseum!

Wie viele Messer siehst du?

Welche Gegenstände verwenden wir auch heute noch?

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HANDEL IM WANDEL!

 
Kaufläden

Auch in der Antike konnte man einen Einkaufsbummel unternehmen. Es war leichter und lustiger, da die Läden meist direkt an der Straße oder am Gehsteig lagen. Es gab Geschäfte, aber „Standeln“ wie bei uns auf Märkten waren häufiger.

In vielen Läden verkauften die Handwerker ihre selbst hergestellten Waren. Meist war das Haus eine Kombination aus Privathaus, Geschäft und Werkstätte.

Die Geschäfte waren den ganzen Tag über bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet. Auch an Feiertagen konnte man einkaufen gehen. Schaufenster gab es nicht, aber die Türpfosten dienten als Werbeflächen.

Das Angebot war groß. Erzeugnisse aus der ganzen Welt wurden angeboten. Man musste allerdings verschiedene Geschäfte aufsuchen, um unterschiedliche Waren zu kaufen. Es gab schon große Einkaufszentren.

Gekauft wurde nach einem Verkaufsgespräch. Handeln gehörte zu den Lieblingsbeschäftigungen.

Denke nur an unsere Flohmärkte, dann kannst du dir vorstellen, wie es damals zuging.

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TON, ABER DOCH NICHT MUSIK


Töpferwaren - TERRA SIGILLATA      Video-Clip (4.1 MB)

Es gab zwei Arten von Ton. Wenn du dir die Vitrine anschaust, weißt du sicher, woran man das erkennt.
Grau bis schwarze Tonfärbung finden wir bei einheimischen (d.h. hier erzeugten) Gefäßen, in Ober- und Mittelitalien gab es gelblich bis braun/rot gefärbten Ton.

Man erzeugte verschiedenste Formen von Kochtöpfen, Krügen, Flaschen, Tellern und Schälchen.

Du kannst zwar hier im Museum nicht gleich töpfern, aber zeichnen.

Besonders edel war Geschirr aus terra sigillata. Es war rot, glänzend und daher leicht abzuwaschen. Du findest in der Mitte der Schälchen oder Teller einen Stempel mit dem Namen des Firmenchefs.

Nimm einen Pappteller und fertige dir aus einer Kartoffel einen Namensstempel an. Nun kannst du dein Geschirr mit deinem Namen kennzeichnen.

Suche dir einen aus:

  Felix   der Glückliche  
  Beate   die Glückliche  
  Leo   der Löwe  
  Barbara   die Ausländerin  
  Viktor   der Sieger  
  Amanda   die Liebenswerte  
  Clemens   der Milde  
  Renate   die Wiedergeborene  


So sah es in einer antiken Töpferei aus

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MAHLZEIT!

 
Amphorenkeller

 

Die  Römer verstanden es das Leben zu genießen. Dazu gehörte, wie auch heute, gutes Essen und Wein. Die Hauptmahlzeit „lateinisch – cena“ nahm man aber am Nachmittag ein und gegessen wurde im Liegen und mit den Fingern.

Zucker kennt man noch nicht, gesüßt wird daher mit Honig, von dem es in der Umgebung genug gibt. Importiert werden vinum (Wein), oleum (Olivenöl) und garum (eine Fischsauce zum Würzen). Transportiert und gelagert wird in Amphoren.

Hast Du nicht Lust ein einfaches, gut schmeckendes Rezept von Apicius, dem Kochbuchautor der Antike, nachzukochen?

ASSATURA

Und nun guten Appetit!  Lass es Dir gut schmecken und genieße wie die alten Römer AB OVO AD MALUM

Das bedeutet zur Vorspeise gab es nicht wie heute Suppe, sondern meistens etwas aus Eiern (lateinisch: ovum – Ei; denk an das Wort oval) und als Nachspeise, so wie heute, Obst (lateinisch: malum – Apfel).

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ZEICHNEN AUF DER WAND!


Tänzerin  

Die reichen Römer ließen manchmal ihre Räume mit schönen Wandmalereien verzieren. Zentrum dieses Kunsthandwerks war die Stadt Pompeji bei Neapel.

Kalkstaub mit Buttermilch war die Arbeitsgrundlage. Bei einem Fresko arbeitet man auf nassem Untergrund, überzogen wird das fertige Bild mit Bienenwachs.

 
Dionysos

Du bist ein Champion (= lateinisch MAXIMUS – der Größte). Frage Deine Eltern, Freunde und Verwandten, was ein Fresko ist. Dann zeige, was Du kannst!

Du siehst auf dem Fresko eine Tänzerin. Anmutig scheint sie sich in einem Spitzentanz leicht zu drehen. Im Haar trägt sie die Mitra, das Häubchen der Anhängerinnen des Gottes Dionysos oder Bacchus, wie ihn die Römer nennen.

Der Gott des Weines trägt meistens den so genannten Thyrsosstab bei sich, auf dessen Spitze sonst einen Pinienzapfen als Zeichen der Fruchtbarkeit steckt.

Schau dir das Bild des Gottes Dionysos/Bacchus genau an. Was ist hier an der Spitze des Thyrsosstabes?

 
So arbeiten die Fresko-Maler

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KALTE LIEBE!

   

Marmor war und ist ein beliebter Baustoff und wurde aus den Steinbrüchen der Umgebung geholt.

Aus Marmor kann man vieles machen: Säulen, Treppen und Stufen, Reliefsteine, Häuserverzierungen, Statuen und Büsten.

Was musst du dir unter einer Marmorbüste vorstellen?

Du kennst die Abkürzung BH. Das bedeutet Büstenhalter. Es gibt aber auch von Männern Büsten. Das bedeutet ein Bildwerk, das den menschlichen Kopf mit den Schultern und mit der ganzen Brust zeigt.

 

 

 

Betätige dich als Verwandlungskünstler: Stell dir vor, die Marmorbüste des grantigen Mannes soll lustig ausschauen!

Was muss man alles verändern? Beobachte grantige Menschen und lustige Menschen. Wodurch unterscheiden sie sich?

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WER IST HIER DER BOSS?

 

Wir gehen in die Kirche, um einem Gottesdienst zu feiern. In der Antike verehrte man die Götter in Tempeln.

Du hast richtig gehört: Götter. Es gab drei ganz wichtige Götter, die Chefs; der Rest war für alles Mögliche zuständig.

Du wirst für alle Gottheiten immer zwei Namen finden. Der erste Name ist die römische Bezeichnung, der Name in der Klammer die griechische.

 

Beginnen wir mit den Chefs:

Iupiter (Zeus):
Göttervater und Blitzeschleuderer, der höchste Gott. Sein Symbol: der Blitz.

Iuno (Hera):
Gattin des Zeus, die Göttin der Familie und Ehe.

Minerva (Pallas Athene):
Göttin der Weisheit. Ihr Symbol: die Eule.

 

 

Nun der Rest:

Neptunus (Poseidon):
Gott des Meeres. Sein Symbol: der Dreizack.

Pluto ( Hades):
Gott der Unterwelt. Er wohnt und herrscht dort mit seiner Frau

Mars (Ares):
Gott des Krieges, blutdurstig. Sein Symbol: das Schwert.

Venus (Aphrodite):
Göttin der Schönheit und der Liebe.

Apoll(on):
Gott der Künste, der Musik und der Heilkunst, der Gott mit dem Bogen. Sein Symbol: die Leier

Diana (Artemis):
Göttin der Jagd und der Tierwelt. Ihr heiliges Tier: die Hirschkuh. Ihr Symbol: Pfeil und Bogen.

Mercurius (Hermes):
Götterbote, Gott der Händler und der Diebe. Sein Kennzeichen: Flügelschuhe und Flügelhelm.

Vulcanus (Hephaistos):
Gott der Handwerker, vor
allem der Schmiede. Seine Symbole: Hammer und Amboss

Ceres (Demeter):
Göttin der Fruchtbarkeit. Sie lehrte den Ackerbau.
Ihre Tochter ist Proserpina (Persephone).

Bacchus (Dionysos):
Gott des Weines und der Fruchtbarkeit. Er durfte bei den Festen nicht fehlen. Sein Symbol: Wein(traube).

Vesta (Hestia): Göttin des Herdfeuers. Ihr Symbol: das Feuer.

 

Das  sind ganz viele Göttinnen und Götter. Aber viele von ihnen sind dir schon vertraut. Wenn du das nächste Mal einkaufen gehst, wirst du viele von ihnen als Produktnamen wieder finden. Denk nur an Ceres (Kokosfett), Diana (Franzbranntwein), das Geschäft Merkur usw.

Nun viel Spaß beim „göttlichen“ Einkaufen!

 
So sah der Tempel aus

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RICHTIG ODER FALSCH

 

 

Das Prätorium war der Sitz der Verwaltung. Wenn man über die Stufen hinaufging, kam zum Podium. Das Podium (Tribunal); dieses gehörte zur römischen Amtsführung. Auf ihm nahm der Richter mit seinen Beratern Platz, sprach Recht, verkündete Verordnungen und Steuern und leitete Abstimmungen.

Das römische Recht gehört auch heute noch zu den wirkungskräftigsten Elementen der abendländischen Kultur.

Viele Bezeichnungen kommen aus der lateinischen Sprache:
 


 

Jetzt verstehst du ganz leicht, was all diese Fremdwörter bedeuten und sicher fallen dir noch einige andere dazu ein!

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EIN SCHÖNER MANN!

 

 


Darstellung des Jünglings aus dem 16. Jahrhundert

 

Der Jüngling vom Magdalensberg hat schon viel mitgemacht.

Die Griechen sahen in dem jungen Mann aus Bronze einen Olympiasieger, weil er größer als viele Griechen war und nackt wie die Olympiakämpfer. Der schöne Mann gefiel den Römern und so kopierten römische Meister den Jüngling nach griechischem Vorbild.

Zwei Kaufleute aus der oberitalienischen Hafenstadt Aquileia brachten die Statue auf den Magdalensberg. Dort wurde sie von der Bevölkerung im Tempel am Berggipfel als Mars-Latobius (=Kriegsgott) verehrt.

Beim Verlassen der Stadt wurde er vermutlich vergraben und dann vergessen. Vor etwa 500 Jahren - im Jahre 1502 - fand ein Bauer beim Bearbeiten seines Feldes am Südabhang des Berges die Statue. Der spätere Erzbischof von Salzburg brachte den Jüngling zuerst nach Salzburg, später kam er nach Spanien. Seit 1860 ist er in Spanien verschollen.

Vor der Spanienreise erzeugte man von der Statue einen Abguss. Diese können wir heute im Kunsthistorischen Museum in Wien sehen.

Die Statue im Grabungsmuseum ist eine Kopie des Wiener Abgusses.

Die Menschen der Zeit des 1. Jahrhunderts vor Christus waren ungefähr 1,55 m bis 1,60 m groß. Schätze wie groß der Olympiasieger ist?

Schau dir den rechten Oberschenkel des Jünglings genau an. Du findest zwei römische Namen. Welche zwei Männer haben sich damit wohl verewigt?

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NATUR PUR!

 
Antike Erntemaschine

Landwirtschaft wurde nicht am Berg selbst, sondern in der Umgebung betrieben. Die Arbeit in der Landwirtschaft galt als sehr ehrenvoll und stand im Ansehen weit über der des Händlers. Die Bauern standen gesellschaftlich sehr hoch.

Wenn du genau schaust, findest du in einer Vitrine auf Tellern durch Luftabschluss „inkohlt“, das heißt Selbstverkohlung, Roggen, Nüsse, Erbsen, Bohnen und Hirse.

Man glaubt immer die römische Küche sei sehr extravagant gewesen. Aber die durchschnittliche Ernährung war eher einfach: viel Getreide und Gemüse. Vieles, was für uns heute so selbstverständlich ist, gab es damals noch nicht: Denk nur an die Tomaten, die Kartoffel, den Mais...

Brot war das wichtigste Nahrungsmittel.

Einfach und gut waren und sind die Mostbrötchen. Mit dem folgenden Rezept und ein wenig Geschick kannst auch du „Genießen wie die alten Römer“.

Du kannst es auch ganz stilecht im Sommer im Freien über offenem Feuer braten.

 

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 BAUMEISTER RÖMER

   

Die Römer waren nicht nur ausgezeichnete Feldherren und Lebenskünstler, sondern auch exzellente Baumeister. An vielen Orten Europas künden noch heute die verschiedensten Bauwerke von der hohen Kultur der Römer. Berühmt waren sie vor allem durch ihre Bogentechnik.

Auch kannten sie schon Baumaterial, wie heute Ytong. Man konnte diese Bausteine vorgefertigt in der passenden Größe und Zahl vorbestellen. Bei Kühnsdorf in Peratschitzen gab es so eine Tuffsteinherstellung.

Tuffstein hatte den Vorteil, dass er leicht formbar und leicht zu transportieren war.

 

 

Du weißt ja, der Transport war früher nicht so einfach wie heute. Es gab keine LKWs und keine Bahn. Alles musste mit Pferde- oder Eselskarren transportiert werden.

Da die Römer aber auch gute Straßenbauer waren, war das römische Reich mit einem guten Straßennetz ausgerüstet und die Transportzeiten daher nicht sehr lang.

Das Wort Straße kommt wie so viele Bezeichnungen der deutschen und englischen Sprache aus dem Lateinischen.

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WASSERSCHEU

 
Badewanne mit Heizung

Die alten Römer badeten oft und gerne. Man ging dazu gerne in öffentliche Bäder, die so genannten Thermen. Diese waren luxuriös ausgestattet und für jedermann frei zugänglich. Für Abwechslung war reichlich gesorgt. Man konnte dort seine Freizeit herrlich verbringen, ob beim Baden, Turnen, Lesen, Essen, im Park und so weiter.

In jedem Bad gab es verschiedene Abteilungen: Auskleideraum, Kaltbad, Warmbad, Heißbad, Schwitzbad usw.

Interessant war die Beheizung. Sie erfolgte von unten über den Fußboden, die so genannte Hypokaustenheizung, und über die Wände, wo die warme Luft durch Hohlziegel strömte.

Erst in der letzten Zeit besann man sich wieder auf die Badekultur der Antike und errichtete ähnliche Thermenanlagen. Denke an Bad Kleinkirchheim, Warmbad Villach, Bad Bleiberg usw.

Fahr doch einmal hin oder hole dir in Reisebüros Prospekte und du kannst dir ein bisschen vorstellen, wie angenehm so ein Tag in den Thermen gewesen sein muss. 

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SERVUS!

     
Grabsteine der VETTIUS Brüder und der Vettia Prima

Eine römische Familie (lat. familia) bestand nicht nur aus Vater, Mutter und Kindern, sondern auch aus Sklaven. Der Vater (lat. pater) hatte die Aufgabe, die Familie zu beschützen. Er hatte die so genannte patria potestas. Alle Familieangehörigen mussten den Vater ehren, respektieren und ihm gehorchen.

Die Mutter (lat. mater) stand dem Haushalt und den Sklaven vor. Bei den vornehmen Leuten wurden die Kinder meist nicht selbst, sondern von griechischen Sklaven erzogen.

Noch um die Jahrhundertwende war es auch bei uns "in" entweder eine französische Gouvernante oder eine englische Nanny zu haben.

Sklaven galten in der Antike nicht als Menschen, sondern als Sache. Man bezeichnete sie oft als "instrumentum vocale".

Du kennst unser Wort „Instrument“ und auch die Vokale a, e, i, o und u. Sklaven waren also ein Arbeitsmittel mit Stimme. Sie hatten keinerlei Rechte. Wenn sie ihren Dienst ordentlich versahen, konnten sie freigelassen werden.

Wenn du jetzt überlegst, dass das lateinische Wort für Sklave „servus“ war, wirst du dir in Zukunft sicher überlegen, wen du mit „Servus“ begrüßt.

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