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Die 14 Nothelfer von Anger

Die 14 Nothelfer im Detail

Der hl. Vitus

Bild Der letzte Nothelfer nach der alphabetischen Reihenfolge ist der heilige Vitus. Sein Fest feiern wir am 15. Juni. Sein Name lässt sich auf verschiedene lateinische Begriffe zurückführen, wie z. B. auf "vita", was "Leben" bedeutet, oder auf "vitalis", was man mit lebensvoll übersetzen kann. Ableiten könnte man den Namen aber auch von "vitulus" oder "vitellus", womit man ein Tierjunges oder Kälbchen bezeichnet. Er kann auch als Kosename verwendet werden, und da Vitus der Legende nach ein Kind war, als er das Martyrium erlitt, trifft vielleicht die letzte Erklärung am ehesten zu. Dargestellt wird der Heilige als Kind oder als Knabe in einem Kessel über dem Feuer, aber auch mit einer Palme, einem Buch, auf dem ein Hahn sitzt, oder mit einem Raben oder mit einem Adler, aber auch mit einem Wolf und einem Löwen.
Er hat 40 Patronate, und man fragt sich mit Recht, wofür er nicht zuständig war. Aufgrund des Attributs des Ölkessels ist er der Patron der Kupfer- und Kesselschmiede und Bierbrauer, der Gaukler und Schauspieler, der Winzer, Apotheker, Bergleute und Bauern. Sein wichtigstes Patronat ist jedoch das der Kranken. Eine bestimmte Infektionskrankheit des vegetativen Nervensystems bezeichnet man heute noch als "Veitstanz". Viele kennen heute noch den Ausspruch ".. da will ich Veitl heißen". Gemeint ist damit, dass etwas Unmögliches möglich gemacht wird.
Bei so vielen Patronaten dürfte sich der Heilige manchmal sicher vor unlösbare Probleme gestellt gesehen haben. Der Grund für seine vielen Beschützerfunktionen liegt sicher darin, dass nach der Julianischen Kalenderreform sein Festtag mit dem des Johannes des Täufers zusammenfiel, und dieser hatte wieder den germanischen Gott Baldur beerbt. Im Johannesfest und Johannesfeuer und im Sonnwendtag ist das noch nachvollziehbar. Von den Attributen des Johannes erbte Vitus nur das Buch. Vermutlich lebte Vitus zur Zeit Kaiser Diokletians, unter dessen Regentschaft er auch sein Martyrium zu erleiden hatte. In Süditalien gab es schon um 600 eine Lebensbeschreibung "Passio Sancti Viti". Auf ihrem Weg nach Deutschland wurde sie immer weiter ausgeschmückt. Kaiser Karl IV. weihte ihm seinen Dom auf dem Hradschin in Prag, wo auch seine Reliquien ruhen.
Seltsam mutet das Attribut des Hahns an. Schon seit alter Zeit galt der Hahn als Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit. Der Hahn war auch das Frühlings- und Vegetationstier des heidnischen Gottes Baldur. Im Christentum wurde er zum Symbol des Auferstandenen. Aus der Legende ist uns allerdings keine Verknüpfung mit dem Hahn bekannt. Es könnte eine Verbindung mit dem slawischen Lichtgott Swantewit geben, worauf der zweite Teil seines Namens verweisen könnte, doch gibt es keine Hinweise darauf, dass Vitus schon um 1000 n. Chr. in den slawischen Gebieten verehrt worden wäre. Der Hahn gilt aber auch als Symbol der Heilkunde. Er bleibt das Tier, das die Dämonen abschreckt. Vitus galt auch als Patron gegen die Epilepsie, in der man von alters her ein Werk der Dämonen sah. Die Ursachen des schon vorher erwähnten "Veitstanzes" kannte man im Mittelalter noch nicht. Sie wurde auch als "Tanzseuche" bezeichnet, die in manchen Fällen auch auf Hysterie schließen ließ. Ein Heilmittel war, die Erkrankten so lange tanzen zu lassen, bis sie vor Erschöpfung umfielen. Das geschah am Johannestag oder zur Sonnwendzeit. Da dies oft ausartete, führte man im Spätmittelalter die Kranken in eine Veitskirche, wo sie dreimal um den Altar geführt wurden. Daneben rief man auch den heiligen Valentin an, der im Mittelalter einige Patronate an den hl. Vitus abgeben musste, so eben das Patronat der Epilepsie. Die Pfarrkirchen in Liezen und in St. Veit am Vogau sind ihm geweiht.
Nach der Legende wurde das Kind Vitus schon sehr früh zum Christentum bekehrt. Es gelang ihm, das Kind des Kaisers von dessen Besessenheit zu befreien, doch den Wunsch des Kaisers, die heidnischen Götter anzubeten, konnte er nicht erfüllen. Dem Kessel mit siedendem Pech konnte er unversehrt entkommen, auch die Löwen, denen er vorgeworfen wurde, leckten ihm nur die Füße. Während der Folter stürzten plötzlich alle heidnischen Tempel ein und der Kaiser musste erkennen, dass der Knabe durch seinen Glauben stärker war als er.

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