|
Die Pfarre Anger besteht aus fünf Gemeinden, die gemeinsam in guter Zusammenarbeit vor allem auch auf kulturellem Gebiet schon sehr viel zu Wege gebracht haben. So entstand vor ungefähr neun Jahren die Idee, nach der gelungenen Renovierung unserer 14 Nothelferkirche, einer Filialkirche außerhalb des Marktes, diese Gruppe von Heiligen in den Mittelpunkt einer Ausstellung zu rücken, die sich besonders mit den Zeichen der Verehrung auseinandersetzen sollte. Viele Exponate aus der näheren Umgebung, wie auch aus den sog. Alpenländern konnten in einem Zeitraum von einem halben Jahr besichtigt werden. Eines der kostbarsten Ausstellungsstücke war das Glasfenster von der Wallfahrtskirche Strassengel, das aus dem 14. Jahrhundert stammt und die 14 Nothelfer zeigt. 8000 Menschen besuchten diese Sonderschau, worüber wir uns sehr freuten. Für mich selbst wie auch für zahlreiche Mitarbeiter aus der Pfarre bot diese Arbeit die Möglichkeit, uns mit diesen Heiligen sehr intensiv zu befassen. Eines der Ergebnisse ist der Katalog, der inzwischen große Anerkennung erlangt hat.
Wer sind nun diese 14 Nothelfer?
Sie sind Heilige, die vor allem im Spätmittelalter eine besondere Verehrung erfuhren, in einer Zeit, in der das Volk furchtbare Qualen zu erleiden hatte, wie eben in der Steiermark durch die Türken, die Heuschrecken und die Pest. Das Landplagenbild am Grazer Dom aus dem 15. Jh weist in sehr beeindruckender Weise darauf hin.
Schon seit dem Hochmittealter sah man in jedem dieser Heiligen mächtige Fürsprecher und Helfer in allen Nöten des Leibes und der Seele. Im Spätmittelalter glaubte man nun, dass durch eine ganze Gruppe von Heiligen eine noch größere Gebetserhöhung erreicht werden könnte.
|