|
|
|
Unter dem Subthema "Kinderspiele" fand am 16. November 1999 als Auftakt zum geplanten Projekt geblockter Unterricht aus Bildnerischer Erziehung mit fächerübergreifenden Ansätzen statt. Zu Gast waren Frau Univ.-Lektor Mag. Marion Costazza und acht Lehramtsstudenten verschiedener Unterrichtsfächer, die im Rahmen des Schulpraktikums der Universität Wien Unterrichtsbeobachtungen durchzuführen hatten.
In der Einstiegsphase durfte jedes Kind einen vorbereiteten Puzzlestein mit dem Ausschnitt eines abgebildeten Spieles aus dem Gemälde "Kinderspiele" wählen, das Pieter Bruegel, d.Ä. 1560 gemalt hatte, und erhielt dazu ein Arbeitsblatt. In der anschließenden Präsentationsphase sollte jeder zunächst für sich "seinen Puzzlestein" an der richtigen Stelle des Gemäldes einordnen und dann im Klassenplenum vorstellen, das auf Grund der Beschreibung seinerseits das jeweilige Detailbild auf der projizierten Gesamtdarstellung suchen und finden sollte. In Anbetracht der Fülle der (ungefähr 90) gemalten Kinderspiele erwies sich ein vorbereitetes Overlay mit Nummerierung an der entsprechenden Stelle der Darstellung als hilfreich bei der Selbstkontrolle. Das Suchen und Benennen der Spiele sowie das Beschreiben einer Spielregel dienten der vertiefenden Bildbetrachtung und Förderung kommunikativer Kompetenz. Mit Hilfe dieser (erstmals eingesetzten) Methode konnte die sonst wohl kaum zu erfassende inhaltliche Fülle des Gemäldes schrittweise erschlossen und die Aufmerksamkeit nicht nur erhalten, sondern gesteigert werden. Den Abschluss des Dialoges mit Einzelbildern (Puzzlesteinen) bildete eine Gesamtanalyse der Darstellung, die Einblick in Bruegels Zeit und künstlerische Intentionen gewährte. Die Schülerinnen und Schüler erkannten die einfache bis ärmliche Kleidung der Kinder zu Bruegles Zeiten und erkannten, dass schon einfache Hilfsmittel, Fundstücke oder Alltagsgegenstände zum Spiel animieren können (Fässer, Reifen, Stöcke, Kugeln, Seile, Pölster) und ihren Zweck ebenso, wenn nicht besser erfüllen, als teure, technische Spiele der heutigen Zeit.
Die Identifikation mit dem Thema (intrinsische Motivation) und der spielerische Zugang erlaubte eine hohe Gesprächsbereitschaft und machte sicherlich Lust auf das Nachspielen, auf Improvisation und diente als Anregung zum Erfinden "neuer" Spiele für einzelne Personen oder Gruppen.
| ARBEITSBLATT:
FRAGEN ZUM PUZZLESTEIN "Kinderspiele"
* Welches Spiel ist dargestellt? ......................................................................... * Welcher Hintergrund? ................................................................................... * Was sagen die Gesichter der Kinder aus? ...................................................... * Was fällt an der Kleidung auf? ....................................................................... * Kennst Du das Spiel? .................................................................................... * Wo spielen die dargestellten Personen? .......................................................... * Mein Spiel heißt: ............................................................................................ * Spielregeln: .........................................................................................................................
|
| ARBEITSBLATT:
FRAGEN ZUM PUZZLESTEIN "Kinderspiele"
|
|
FASSLSCHAUKELN:
Dieses Spiel hat keine Zeitbegrenzung und ist für zwei Personen gedacht. Man darf sich in beliebiger Haltung auf dem Fass "schaukeln", aber nicht liegen. Sieger wird, wer sich länger auf dem Fass halten kann. Der Sieger bestimmt, was der Verlierer des Spieles tun muss (z.B. Baumklettern). |
![]() |
|
KLEINES TAUZIEHEN:
Benötigt werden 6 Mitspieler und ein kurzes Seil, das an beiden Enden zusammengebunden ist. Bei jedem Team sitzt ein Kind auf dem Rücken eines anderen Teammitgliedes, das sich am Gürtel des dritten Kindes festhält. Der am Rücken Sitzende hält das Tau. Verloren hat jenes Team, das zuerst umfällt oder den Gürtel losläßt. |
![]() |
|
BOCKHÜPFEN:
Die Kinder stehen in gebückter Haltung, nur eines bleibt stehen. Es stützt seine Hände auf den Rücken eines anderen Kindes und hüpft wie ein Frosch darüber, bis es am Ende der Schlange aus Kinderböcken ankommt. Nun ist der letzte an der Reihe usw. |
![]() |
|
REIFENROLLEN:
Man stellt einen Reifen auf einen glatten Weg und hält ihn mit einer Hand. Mit einem Stock in der anderen (schlechteren) Hand schlägt man leicht auf den Reifen, damit dieser vorwärts rollt. Dabei muss man aufpassen, dass der Reifen schnell genug rollt, damit er nicht umfällt. Während des Rollens muss man durch den Reifen springen. Wird das Spiel mit mehreren Personen gespielt, gewinnt jener, der am öftesten durch den rollenden Reifen springen kann, ohne ihn zu berühren. Mit mehreren Kindern kann man das Reifenrollen auch um die Wette spielen. Sollte einem Mitspieler sein Reifen umfallen, scheidet er aus. Sieger ist jener Spieler, der den Reifen als erster durch das Ziel bringt. |
![]() |
|
STECKENPFERD REITEN:
Ein "Steckenpferd" aus Pappe oder Holz lässt sich leicht herstellen. Darauf kann man wie auf einem echten Pferd reiten und umherhüpfen. Mehrere Kinder können damit auch Pferde-Wettrennen veranstalten. Habt ihr weitere Ideen, wofür ihr dieses Steckenpferd noch verwenden könnt? |
![]() |
|
FLASCHENMUSIK:
Eine leere Flasche oder ein leerer Krug ist leicht zu finden. Bläst oder pustet man verschieden stark und aus unterschiedlichem Abstand in die Öffnung, kann man verschiedene Töne erzeugen. Wir haben herausgefunden, dass diese tiefer werden, je stärker man hineinpustet, und höher, wenn man nur leicht bläst. |
![]() |
|
WURF MIT ZIEL:
Für dieses Spiel benötigt man möglichst gleich große Steine und einen etwas größeren "Hauptstein". Das Spielmaterial ist in der freien Natur, vielleicht an einem Bach oder im Wald zu finden. Der große Stein wird einige Meter entfernt auf den Boden gelegt. Jedes Kind soll versuchen, seinen Stein weiter als den Hauptstein zu werfen. Da sich die Steine oft berühren und dadurch weiterstoßen, ist der Spielverlauf spannend und lustig. Wem gehört der von der Wurflinie am weitesten entfernte Stein? |
![]() |