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| Tee - Kaffee - Kakao | ||||||
| Unter diesem Motto sollen ausgewählte Porzellangefäße der verschiedenen Zeitepochen betrachtet werden. | ||||||
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| Porzellan ist den traditionellen Materialien zur Herstellung von Gefäßen (z.B. Holz, Zinn, Silber, Eisenblech, Hafnerkeramik) durch völlige Geschmacksneutralität, beste Wärmespeicherung, hygienischer Handhabung, Säurebeständigkeit und Härte überlegen (z.B. härter als Stahl). | ||||||
| Das Porzellan, bereits seit dem 7. Jh. n. Chr. in China
bekannt ist, wurde von Johann Friedrich Böttger erst 1709 in Meißen
nacherfunden. War es bislang nur vereinzelt auf den bekannten Wegen der
Seidenstraße bzw. auf dem Seeweg nach Europa gelangt, so war es von
nun an möglich, den nicht unerheblichen europäischen Markt mit
diesen Waren zu versorgen. Aufgewogen mit Gold, war es allerdings auch weiterhin
nur einer kleinen Elite zugänglich. Die Industrialisierung im 19. Jh. brachte es zu größeren Produktionsmengen, wobei erst ab 1930 die Reproduzierbarkeit der Formen und der Glasuren soweit perfektioniert waren, dass Einzelstücke erworben bzw. nachgekauft werden konnten. Tee, Kaffee und Kakao, die heute Alltagsgetränke sind, wurden zunächst nur für medizinische Zwecke in kleinsten Dosierungen verwendet. Allmählich fanden sie Eingang in das "Getränkerepertoire" der gehobenen Schichten. |
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| Die Tassenformen waren natürlich zunächst von
chinesischen Vorbildern der Teeschale geprägt. So übernahmen die
europäischen Porzellanhersteller die Lotusblütenform und verzichteten
auf die Henkel. Die weite Öffnung ermöglicht eine optimale Ausbreitung
des Aromas. Entsprechend enger kann die Tassenform bei Kaffee und Kakao
sein, weil diese Getränke ein stärkeres Aroma haben und nicht
so schnell abkühlen sollen. Der Henkel als europäische Erfindung erleichtert die Benutzbarkeit der Gefäße, wobei die Getränke bis weit ins 19. Jh. nicht aus der Tasse, sondern nach dem Umfüllen aus der dazugehörenden tiefer ausgebildeten Untertasse getrunken wurden. Dies weist bereits auf einen ausgeprägten zeremoniellen Charakter dieses Getränkekonsums hin. Tee, Kaffee und Kakao veränderten die bisherigen Tischgesellschaften des Mittags- oder Abendessens. Ab Mitte des 18. Jh. wurden diese gesellschaftlichen Begegnungen durch Kaffee- oder Teegesellschaften abgelöst. Mit einem Gebäck ersetzten diese Kolonialgetränke die bis dahin übliche Morgensuppe als Frühstück. |