M:O MUSEUM ONLINEACHTUNG: Sie befinden sich im Museum-Online-Archiv 2000. Die Inhalte dieser Seite sind unter Umständen nicht mehr aktuell.
Hauptmenü Bepflanzung Wermut: Überblick < Wermut: Verwendung. Wermut: Zauber.. >
Weitere Eigenschaften die man der Pflanze zuschreibt:
 
Wermut als Störenfried im Garten:
Die Zweige von Wermut enthalten Stoffe, die die Kompostrotte stören und verzögern. Wahrscheinlich hemmen sie die Aktivität und den Stoffwechsel von Mikroben. Auch Regenwürmer sind in Komposten, die viel Wermut enthalten, nur wenig zu finden. (5)
 
„Freundin" des Wermut:
Die Johannisbeere ist praktisch die einzige Pflanze, die es nicht nur mit dem Wermut aushält, sondern in seiner Gesellschaft auch noch besonders gut wächst. Das gilt sowohl für die Beerenobstgehölze als auch für Zierjohannisbeeren. Denn der Wermut schützt sie beide vor dem gefährlichen Säulenrost, einer Pilzkrankheit, die als Zwischenwirt fünfnadelige Kiefernarten braucht. Wie der Wermut das macht, ist ungeklärt.
 
„Ausgeprägter Charakter":
Manche Pflanzen zeigen besonders heftige Vorlieben und Abneigungen gegen andere Pflanzen. Die schlimmste Pflanze dieser Art soll der Wermut sein, der fast alles, was in seiner Nähe wächst, zu bekämpfen versucht. Untersuchungen haben ergeben, dass die Nachbarpflanzen des Wermuts ihre Wurzeln nach innen biegen, also weg vom Wermut. Es gibt jedoch Ausnahmen: Staudensonnenblumen lassen sich nicht beeinträchtigen und schieben ihre Triebe sogar direkt in die Wermutstaude. Auch die Tierwelt hat ihre Probleme mit dem Wermut: Schmetterlinge und Bienen sind nur selten auf seinen Blüten anzutreffen. Bei der Verträglichkeit des Wermuts mit anderen Pflanzen kommt es aber auch auf die Sorten an: Manche Gartensorten des Wermuts wie etwa die stark silbrige `Lambrook Silver`vertragen sich durchaus mit anderen Stauden.
 
Wermut als Schädlingsvernichtungsmittel:
Wermut-Tee und Wermut-Brühe (Wermut-Jauche) werden gegen Blattläuse und verschiedene andere saugende und fressende Ungeziefer eingesetzt, sogar gegen Schnecken. Für den Wermut-Tee werden 100 g frische oder 10 g getrocknete Wermutblätter mit 1 l kochendem Wasser überbrüht und nach 24 Stunden durch ein feines Tuch abgeseiht. Er hat sich besonders im Obst- und Gemüsegarten bewährt, wo er unverdünnt gegen Blattläuse und Kirschfruchtfliegen und 1:2 verdünnt gegen Brombeer- und Erdbeermilben gespritzt wird.
 
Wermut-Jauche: 300 g frische oder 30 g getrocknete Wermutblätter lässt man in 10 l Wasser 1 - 2 Wochen lang gären, bis die Flüssigkeit nicht mehr schäumt. Wermut-Jauche tötet die Schädlinge nicht ab, sondern verwirrt mit ihrem starken, stechenden Geruch den Geruchssinn der Tiere. Besonders bewährt hat sie sich als Schutz vor Kohlweißling, Möhrenfliege und Apfelwickler, wobei sie etwas verdünnt werden sollte. Auch Schnecken und Ameisen meiden Beete, die mit Wermut-Jauche gegossen sind. (5)