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Wermut Artemisia absinthium
 
Porträt einer Pflanze aus unserem Schulgarten (Trockenbiotop)
 
Ludwig Oberneder, Biologielehrer am Augustinus-Gymnasium Weiden i.d.OPf. von 1940 bis 1953, befasste sich wissenschaftlich mit der Flora von Weiden und Umgebung. Er war ein Pionier der Biotopkartierung in diesem Gebiet. Seine „Beiträge zur Pflanzengeographie der Umgebung von Weiden/OPf.", die als Beilagen zu den Jahresberichten der Schule in den Jahren 1949 bis 52 veröffentlicht wurden, sind für Pflanzengeographen auch heute noch wertvoll und wichtig. Oberneder erwähnt in dieser Arbeit auch besonders den Wermut. Er nennt ihn „charakteristisch für die Flora der Siedlungen, die sogenannte Dorfflora der Umgebung von Weiden": „Am zahlreichsten kommt diese seidig-filzige, grauweiß schimmernde Pflanze in Röthenbach vor, wo sie namentlich im Umkreis des dortigen Bahnhofs stellenweise mehr oder weniger dichte Bestände bildet, aber auch in anderen Ortschaften (Oberwildenau, Rothenstadt usw.) ist sie sehr häufig."
 

Der Wermut gehört zur Flora der Kulturbegleiter und ist ein Vertreter des Eurasiatischen Florenelements in unserer Heimat. Von diesem Florenelement entdeckte Oberneder übrigens 140 Arten in dem von ihm untersuchten Gebiet.

Deshalb soll im kleinen Trockenbiotop im Pausenhof der Wermut als ein Vertreter der Heil- und Gewürzpflanzen angepflanzt werden, weil diese Pflanze zusammen mit der übrigen Dorfflora in den letzten Jahrzehnten stark zurückgedrängt worden ist.