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Hauptmenü Schülerarbeiten Inhalt: Blume i.d. Kunst < Römer Mittelalter >
 
3.3 Radikale Haltung des frühen Christentums gegen die Rose
Mit dem Zusammenbruch des Römischen Imperiums verschwindet die raffinierte Kunst der Blumenmalerei für viele Jahrhunderte. Die frühen Christen betrachteten sowohl Bild als auch Blumen mit einem argwöhnischen Misstrauen, hatten doch beide eine wichtige Rolle in der dekadenten und verhassten heidnischen Kultur gespielt. Die neuen Werte, wie sie die christliche Religion predigte, standen in krassem Gegensatz zu dem von gewissen Schichten der antiken Gesellschaft praktizierten Luxus. Das Beispiel jenes Freunds von Kaiser Nero, der anlässlich eines einzigen Banketts vier Millionen Sesterzen für Rosen ausgegeben hatte, war geeignet, solchen feindseligen Urteilen Vorschub zu leisten. Als unverzichtbare Beigabe zum Opfer der Römer an die Götter wurden Girlanden und Kränze nun zu einem sinnfälligen Symbol des Heidentums. Ihre Verwendung bei Zeremonien wie Hochzeiten und Begräbnissen war deshalb von Seiten der Kirche verboten.
Diese radikale Haltung des frühen Christentums hatte nicht nur das Verschwinden jeglicher Art von Blumendarstellung zur Folge, sondern bewirkte auch, dass die Blumenzucht im Abendland gänzlich zum Erliegen kam. (Joséphine Le Foll, Blumenmalerei: Von der Antike bis zur Gegenwart, S. 14/15).
Erlebte die Rose bei den Römern ihren Höhepunkt, so versank die Königin der Blumen in den folgenden Jahrhunderten in tiefer Dunkelheit. Für die ersten Christen war die Rose der Inbegriff des Heidnischen und allein die Tatsache, dass die Rose Vinus und Bacchus geweiht war und vorwiegend sinnlichen Genüssen diente, galt den Päpsten als verwerflich. Die Rose, Symbol der Lustbarkeit und Zügellosigkeit, wude verbannt und ihre Verwendung zur Sünde erklärt. Zudem wurden die noch verbliebenen römischen Gärten Opfer der Zerstörung vandalischer Eroberer zur Zeit der Völkerwanderung.