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3.2 Rosen bei den Römern
Nach dem Zusammenbruch des hellenischen Reiches kam die Rose über Sizilien und Kampanien in den Machtbereich der Römer. Unter deren Herrschaft erlangte die Blume ihren größten Ruhm. In wohl keiner Epoche hatten die Rosen eine so große Bedeutung wie zur Zeit der Römer. Über die ehemals griechischen Kolonien im Süden Italiens, vor allem in Paestum, gelangte die Kenntnis der Kultur von Gartenrosen nach Rom und es gibt Aufzeichnungen, wonach schon sehr früh, nämlich 540 v. Chr., in den Gärten reicher römischer Bürger neben Lilien und Mohnblumen auch Rosen gediehen. Griechischen Bräuchen folgend dienten die Rosen in den ersten Jahren des Imperiums vor allem kultischen Zwecken. Die Römer weihten die Rose der Venus. Entsprechend wurden die der Göttin der Schönheit und der Liebe geweihten Tempel mit Rosen geschmückt, und ihr schenkte man jedes Jahr die erste Frühlingsrose.
Bild oben: Römisches Mosaik mit Rosen

(Ilse Höger-Orthner, Vom Zauber alter Rosen,
Seite 15, BLV-Verlagsgesellschaft)
Rosen wurden in Rom zum Statussymbol schlechthin. Sie durften bei keinem Gastmahl fehlen und offizielle Feste und Empfänge waren immer begleitet von phantastischen Rosendekorationen. Kränze schmückten nicht nur die Häupter der geladenen Gäste, sondern auch Wände und Säulen, ja selbst Speisen und Trinkbecher waren mit Rosen verziert. Als Blume der Venus war die Rose im alten Rom natürlich auch ein Symbol für die Liebe. So ließ Cleopatra anläßlich eines Gastmahls für ihren Geliebten Marc Anton die Fußböden ihres Palastes ellenhoch mit Rosenblüten bedecken (Ilse Höger-Orthner, Vom Zauber der alten Rose, S. 14 ff.)