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| 2. Der Stellenwert der Blumenmalerei im Wandel | |||||
| In den Museen der ganzen Welt haben Stilleben heute ihren festen Platz. Das teuerste Gemälde der Welt ist ein Blumenbild, nämlich van Goghs 1888 in Arles gemalte "Schwertlinlien". Die utopischen Preise, die für dieses Bild wie auch für einen "Sonnenblumenstrauß" desselben Malers in den achtziger Jahren bezahlt wurden, sind ein deutlicher Beweis für die große Beliebtheit, der sich diese Bildgattung von jeher erfreut. Doch wie so oft deckt sich der Geschmack des Publikums nicht mit der Bewertung der Fachwelt. An den Wänden und in den Katalogen der Museen spielen die gemalten Buketts ebenso wie in der kunsthistorischen Forschung nur eine Nebenrolle. Von den einen ins Depot verbannt, werden die Blumenbilder von den anderen als belanglose Erzeugnisse zum Broterwerb abqualifiziert, mit deren künstlerischen Ausdruckskraft es nicht weit her sei. (Joséphine Le Foll, Blumenmalerei: Von der Antike bis zur Gegenwart, S. 7) | |||||
| Ihre heitere Ausstrahlung und ihr zeitloser Inhalt lassen dabei vergessen, dass sich hinter der farbenfrohen Fassade die Geschichte der künstlerischen Entwicklung der Blumenmalerei verbirgt. Wie bei vielen Themen in der Kunst änderte sich im Laufe der Zeit auch bei der Blumenmalerei der Stellenwert. Von der Antike bis zur Gegenwart durchlief die Blume in der Kunst eine Entwicklung von einem Studien- zu einem eigenständigen Kunstobjekt. | |||||
| Um diese Entwicklung von der Antike bis in die Gegenwart ungefähr beschreiben zu können, ist es einfacher, sich auf eine Blume zu beschränken. Ich habe mich auf die Rose und somit auf die Entwicklung der Rose in der Kunst spezialisiert. |