| Wohl kaum eine Blume ist so berühmt, wurde so häufig zitiert
und wird so bewundert wie die Rose. Wie alt die Rose wirklich ist, weiß
heute niemand genau zu sagen. Vor etwa 50 Jahren fanden Archäologen
bei Ausgrabungen in Mesopotamien, dem heutigen Irak, die ältesten Spuren
der Rose. Allerdings zeigen die fossilen Funde nur Zweige, Blätter
und Dornen, aber leider keine Blüten. Botaniker, die sich mit den Pflanzen
aus dieser Zeit befassen, sind sich jedoch einig, dass es sich bei diesen
Fragmenten um Teile der Gattung Rosa handelt. Die Sumerer, eines der ältesten
Kulturvölker der Welt, deren Siedlungsraum im Zweistromland zwischen
Euphrat und Tigris lag, waren die ersten, die Interesse an Rosen zeigten.
Bereits 2600 v. Chr., so wird berichtet, brachte König Sargon I. von
einem Feldzug jenseits des Taurusgebirges Weinstöcke, Feigen und Rosen
mit. Heute wissen wir, dass dort an den Südhängen des Kaukasus
tatsächlich die Heimat vieler Rosen liegt. Tausend Jahre später
siedelten in diesem legendenumwobenen Gebiet - man glaubt, dort sei das
Paradies, der Garten Eden, gewesen - die Babylonier. Unter der Herrschaft
Nebukadnezars entstanden dort um ca. 1600 v.Chr. die wohl berühmtesten
Gärten der Welt, die "hängenden Gärten der Semiramis".
Diese meist terrassenförmig angelegten Gärten sollen rosenumrankt
gewesen sein. Für die damalige Welt war eine Anlage wie diese höchst
beeindruckend und die Gärten zählen zu den sieben Weltwundern
der Antike. Auch heute noch hat die Rose in ihrer Vielfalt nichts von ihrer
Faszination verloren und hat auch mich in ihren Bann gezogen. Deshalb wollte
ich mehr über ihre Entwicklung, insbesondere in der Kunst erfahren
(Literatur: Ilse Höger-Orthner, Vom Zauber der alten Rosen, S.10) |