
Guernica
Picassos Gemälde und seine Hintergründe und Symbole
Erarbeitet und gefälscht von Bettina Kendlbacher, Iris Wind und Silke König
1) Der spanische Bürgerkrieg
1930:
Bis zu diesem Jahr ist Spanien in rückständiger Agrarstaat und von starken gesellschaftlichen Gegensätzen geprägt. die Macht ist bei den konservativen Kräften (Großgrundbesitzer, Militär, Kirche).
1931:
Erzwingung der Republik durch die sozialistische Arbeiterbewegung und des liberalen Bürgertums. Trotz aller Bemühungen gelingt es nicht, das Volk zufriedenzustellen.
1934:
Wahlsieg der Nationalisten. Ein Aufstand der Bergarbeiter in Asturien wird von General Franco blutig niedergeschlagen
1936:
Wahlsieg der Volksfront, die sich aus bürgerlichen Republikanern, Sozialisten, Kommunisten und Enteignung der Großgrundbesitzer. Der aufgestaute Hass und die Not des Volkes führt zu Streiks, Aufständen und Plünderungen.
Am 18.Juli 1936 beginnt der "Putsch der Generäle" in Spanisch-Marokko.
General Franco fordert bei Hitler und Mussolini Hilfe an.
Hitler erteilt aus verschiedenen Gründen seine Hilfe und so dehnt sich der Putsch zu einem dreijährigen Bürgerkrieg aus, der schließlich in den Zweiten Weltkrieg mündet.
Am 26. April 1937 wird die baskische Stadt Guernica von der deutschen Luftwaffe (Legion Condor) bombardiert und vollkommen vernichtet. Da sich zum Zeitpunkt des Überfalls nur wehrlose Zivilisten, alte Menschen, Frauen und Kinder in der Stadt aufhalten, wird dies als neue Taktik der modernen Kriegsführung bezeichnet.
Der Überfall auf Guernica ist nicht der einzige und auch nicht der schwerste dieser Art.
Weit mehr Opfer forderte beispielsweise das Bombardement Madrids im November 1936.
In der Weltpresse wird jedoch Guernica zum Synonym des faschistischen Terrors gegen die Zivilbevölkerung.
Bei der Weltausstellung im Jahr 1937 in Paris erhält Pablo Picasso den Auftrag, für die Eingangshalle des spanischen Pavillons ein Wandgemälde zu schaffen.
Auf einer Größe von 7,77 x 3,50 m stellt er die Bombardierung der Baskenstadt Guernica in seiner kubistisch-expressiven Malweise dar.
2) Die Bildelemente von Guernica und ihre symbolische Bedeutung:
Picasso zeigt, um die Schrecken des Krieges darzustellen, keine Schlachtszenen, kein Auffahren von Waffen und Truppen, sondern er drückt mit einfachsten Mittel wirksam aus, wie der Krieg alles vernichtet. Jedes Detail in seinem Bild hat eine bestimmte Bedeutung.
- die herabstürzende Frau (= Leid, das durch den Krieg ausgelöst wird)
- die sich dahinschleppende, verwunde Frau (=die Zivilbevölkerung)
- die Frau mit dem toten Kind (=die unschuldigen Kriegsopfer)
- der verstümmelte Krieger (=die Kämpfer und Soldaten, Verwundete)
- das Pferd (=das spanische Volk)
- der Stier (=Spanien)
- die Deckenlampe (=Auge Gottes)
- die beim Fenster hereinschwebende Gestalt / Lichtträgerin (=Lucifer)
- der Vogel (=Nachrichtenüberbringer/Medien)
- die Faust mit dem Schwert (=Widerstand)
- die Blume (=Hoffnung)
3) Der Aufbau des Bildes
Die Figuren stellen körperliche und seelische Leiden dar. Auf dem Bild erscheinen ausser dem zerstückelten Krieger nur Frauen und ein Kind. Auch wenn es auf den ersten Blick wie ein Durcheinander aussieht liegt "Guernica" ein strenger kompositorischer Aufbau zugrunde. Durch scharfe Hell- Dunkel- Kontraste wird das Bild in 2 Hälften geteilt. Die Mittelachse wird vom Pferdeleib in der Mitte, dem Arm der Lichtträgerin oben und vom Arm des toten Kriegers unterbrochen.
Weitere symmetrische Entsprechungen kann man gegenüberstellen:
LINKE HÄLFTE: RECHTE HÄLFTE:
- der Stier - die herabstürzende Frau
- der Schwanz des Stieres - das Haar der herabstürzenden Frau
- der helle Stierschädel - der helle Kopf der Lichtträgerin
- der Kopf der Frau mit dem toten Kind - der Kopf der herabstürzenden Frau
- das schwarze Vorderbein des Stieres - die schwarze Häuserkante
- die Ohren des Stieres - die Flammen
- der ausgestreckte Arm des toten Kriegers - das nachgeschleppte Bein der der verwundeten Frau
- der Kopf des toten Kriegers - das ausgebeulte Knie der verwundeten Frau
- die Hinterläufe des Pferdes - der eine Vorderlauf des Pferdes und
- der Glühfaden in der Glühbirne der Lampe - die Blume in der Faust des toten Kriegers
- das gestreifte Kleid der Frau mit dem toten Kind - das gestreifte Kleid der herabstürzenden Frau
Unsere Meinung:
Uns hat das Bild "Guernica" von Pablo Picasso sehr gut gefallen. Am Anfang dachten wir, dass es sicher sehr schwer wird, die verwirrenden Einzelheiten stilgerecht umzusetzen. Mit der Zeit fiel es uns aber immer leichter uns in den Maler Picasso hineinzufühlen. Wir glauben, es ist uns ganz gut gelungen.
Die Art in der dieses Bild zu diesem Thema gemalt wurde, hat uns wirklich sehr beeindruckt.