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Die Gruselgeschichte
Als die Bauleute am Abend die Kirchturmbaustelle verlassen hatten, schlichen meine Freundinnen Olivia, Lisa, Isabella und ich heimlich auf der Turmtreppe nach oben.

Die Treppe führte bereits bis zum Schallfenster. Wir waren schon bei der Uhr, da raschelte etwas. Wir blieben sofort stehen, es war wieder ganz ruhig. Wir kletterten vorsichtig die nächsten Stufen hinauf, das Geräusch war wieder da.

Um unsere Angst zu vertreiben, begannen wir uns gegenseitig Mut zu machen und erzählten uns Geschichten. Nun wurde aber das Geräusch wieder lauter und wir meinten, es wäre ein Geist. Wir fürchteten uns sehr. Dabei war es nur eine Fledermaus, die sich im Turm einnisten wollte. Wir zeigten einander unsere Angst nicht und gingen tapfer weiter.

Am Schallfenster angekommen, erschraken wir sehr. Ein wildes Gespenst grinste herein, es wiegte sich hin und her, hüpfte auf und nieder, so als tanze jemand vor dem Fenster in der Luft herum. Auch auf den Gerüstbrettern waren wilde Gestalten zu sehen und die ganze Welt war grau und schwarz. Auf einmal sahen wir den Vollmond!

Er hat diese Muster auf die Bretter und Wände "gemalt". Isabella trat auf das nächste Brett. Es schwankte und krachte, und wir schrieen erschrocken auf.

Das Brett war nur nicht richtig vernagelt. Jetzt fürchteten wir uns noch mehr. Wir wollten wieder hinunter, aber das Mauerwerk war so interessant, dass wir die Angst nicht mehr so bemerkten und es uns auch nicht mehr so wichtig war, was unten los ist. Auf einmal hörten wir wirkliche Schritte.

Jetzt war unsere Angst zu groß und wir liefen die Treppen nach unten. Zum Glück sah uns der Baumeister nicht, der vor der Nachtruhe noch eine Runde gegangen war.

Als wir endlich unten waren, hörten wir die gruseligen Schreie der Käuzchen. Am Friedhof bewegte sich ein Schatten. Wir gingen schnell in Deckung, denn wir wollten keinen Leichen oder Skeletten begegnen. Hinter dem Busch, wo wir uns hingehockt hatten, wurde es plötzlich unruhig.

Die Äste knacksten und bewegten sich. Eine ganze Igelfamilie ging auf Futtersuche. Jetzt hatten wir die Erklärung gefunden, wer auf dem Friedhof so laute Schmatzgeräusche macht. Wir hatten nun genug von unserem nächtlichen Ausflug auf den Turm. Außerdem zitterten uns immer noch die Knie und die Gänsehaut konnten wir auch noch spüren.

Wir schlichen schnell heim. Zuhause angekommen gingen wir sofort schlafen. Gott sei Dank hat uns niemand gesehen, auch die wirklichen Gespenster nicht.



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