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Entstehung des Buddhismus
Es war einmal ein indischer Prinz mit dem Namen Siddhartha.
Er sollte später einmal "DER BUDDHA" genannt werden. Wie es dazu kam,
könnt ihr in der folgenden Geschichte erfahren:
Geburt und Jugend des Prinzen Siddhartha
Es war kurz vor dem Vollmondtag im Mai, da beschloss die Fürstin
Maya, die Reise in ihr Elternhaus anzutreten, um dort ihr Kind zur Welt
zu bringen, wie es der Brauch war. Der Fürst Suddhodana selbst half,
alles für die Reise vorzubereiten, den er freute sich schon sehr auf
sein erstes Kind.
Aber die Reisegesellschaft hatte erst einen Teil des Weges zurückgelegt,
da musste die Fürstin eine Rast einlegen und sie tat dies unter den
Salabäumen in der Ortschaft Lumbini. Kurze Zeit später war ihr
Sohn geboren.
Der Vater freute sich sehr, als seine Frau mit einem Sohn in den Palast
von Kapilavasthu zurückkehrte. Der Prinz wurde Siddhartha genannt
Er wuchs im Palast auf und hatte alles um ein äußerst angenehmes
Leben zu führen, die feinsten Speisen, die prächtigsten Kleider,
Musik, Tanz und Unterhaltung. Aber er lernte auch, was er als künftiger
Herrscher einmal brauchen würde; wie man eine Land regiert und wie
man eine Armee anführt. Schon in jungen Jahren wurde er mit der Prinzessin
Yasodhara verheiratet. Einige Jahre später bekamen sie einen Sohn
mit Namen Rahula. Nun, da der Prinz erwachsen war, machte er Ausfahrten
in die Umgebung des Palastes, um das Leben in der Stadt kennenzulernen.
Drei Ausfahrten
Bei drei Ausfahrten aus dem Palast begegnete ihm nicht nur das bunte
und fröhliche Treiben, sondern jedesmal erschütterte ihn auch
eine besondere Begegnung. Das erste Mal sah er einen alten Mann, der gebückt
auf seinen Stock nur Mühevoll vorankam und der Prinz war sehr betroffen,
als ihm sein Wagenlenker Channa vor Augen hielt, daß alle Menschen,
also auch der Prinz eines Tages alt und schwach würden. Bei der zweiten
Ausfahrt war es der Anblick einer leidenden, von Schmerzen gepeinigten
kranken Frau, die den Prinzen erschütterte und Channa machte ihm wiederum
klar, daß Krankheit jederzeit das Lebensglück eines Menschen
auslöschen kann. Bei der dritten Ausfahrt beobachtete der Prinz, wie
ein Leichnam zur Verbrennung gebracht wurde und er erkannte, daß
der Tod jedes Menschenleben früher oder später unausweichlich
beendete.
Hauslosigkeit und Leben als Wandermönch
Siddhartha war nun 29 Jahre alt und war angesichts des allgegenwärtigen
Leidens in der Welt in tiefe Gedanken versunken. Er beschloß, den
Palast und die Familie zu verlassen und als wandernder Asket und Einsiedler
herumzuziehen. Er nahm sich vor, einen Weg zu finden, der zur Überwindung
von Kummer, Sorgen und Leid führt, da ihm das Leben ansonsten sinnlos
erschien.
Aber welchen Belehrungen er auch zuhörte, wie sehr er seinen Körper
auch abzuhärten versuchte durch Hunger und Entbehrungen, er kam seinm
Ziel nicht näher. Als sein Körper immer schwächer wurde
und er knapp vor dem Hungertod stand, kam er zur Überzeugung, daß
das Leben unter extremen Entbehrungen auch nicht besser und zielführender
war, als das Leben im Luxus, das er vorher als Prinz geführt hatte
und er beschloß, einen Mittleren Weg zu gehen. Er begann wieder etwas
zu essen, badete im Fluß und setzte sich unter einen Baum, um zu
meditieren.
Erleuchtung
Nach längerer Zeit der konzentrierten Meditation unter dem Bodhibaum,
in Bodh Gaya, gelang es ihm aus allen falschen Vorstellungen und Illusionen
zu erwachen. Er war in dieser Vollmondnacht im Mai zur vollkommenen Erkenntnis
gelangt und somit zum BUDDHA geworden.
Obwohl ihm klar war, daß so eine Erfahrung nur schwer zu vermitteln
ist, wollte er es dennoch versuchen, auch anderen Menschen zu helfen, diesen
Weg der Befreiung einzuschlagen und er beschloß seine Erfahrung und
Erkenntisse allen zu lehren, die dafür Verständnis aufbrachten.
Der Buddha verkündet die Lehre
Er ging in den Gazellenhain von Isipatana, bei Benares und fand dort
die fünf Asketen, die lange Zeit gemeinsam mit ihm in der Waldeinsamkeit
die Wahrheit gesucht hatten. Er wußte, daß ihr bisheriges Bemühen
eine gute Voraussetzung war, um seine Lehre zu verstehen. Er hielt seine
erste Lehrrede, in der er die VIER EDLEN WAHRHEITEN verkündete:
Das Leben ist beherrscht von Kummer, Sorgen und Leid
Deren Ursachen müssen erkannt und ergründet werden
Mit der Beseitigung der Ursachen können Kummer, Sorgen und Leid
überwunden werden.
Diese Überwindung erfolgt durch das entschlossene Beschreiten
des Mittleren Weges (= Edler Achtfacher Pfad)
Tod und Parinirvana
50 Jahre lang wanderte der Buddha in Nordindien umher, um die Lehre
(Dhamma) zu verkünden. Er gündete den Mönchsorden, damit
seine Anhänger ohne Ablenkung und in guter Gemeinschaft die Lehre
verstehen und praktizieren konnten. Auf Ersuchen seiner Ziehmutter Maha
Pajapati Gotami gründete er auch einen Orden für Frauen (Nonnenorden),
obwohl ihm klar war, daß das bei den Zeitgenossen auf völliges
Unverständnis und auf Ablehnung stoßen mußte. Unmißverständlich
erklärte er, daß natürlich auch Frauen in gleicher Weise
zu Erkenntnis und Erwachen und zur Verwirklichung der Buddhaschaft fähig
waren.
Im achtzigsten Lebensjahr, als der Buddha wahrnahm, daß sein
Leben zu Ende ging, ermutigte er die Mönche, Nonnen, Laienanhänger
und Laienanhängerinnen ("Vierfache Gemeinde"), mit großem Eifer
auf dem Weg vorwärtszustreben und die Lehre ("Dhamma") als Lehrer
zu nehmen.
Er starb am Vollmondtag im Mai vor 2544 Jahren in Kusinara und ging
in das Vollkommene Verlöschen ("Parinibbana") ein. Damit beginnt die
Buddhistische Zeitrechnung. (2544 = 2000 A.D.)