M:O MUSEUM ONLINEACHTUNG: Sie befinden sich im Museum-Online-Archiv 2000. Die Inhalte dieser Seite sind unter Umständen nicht mehr aktuell.

Ausbreitung des Buddhismus

Von Nordindien breitet sich der Buddhismus schon in den 4 Jahrhunderten vor unserer Zeitrechnung zuerst über den indischen Raum und später nach China, Zentral- und Süostasien aus. Der Buddhismus verbindet sich in allen Ländern, die er erreicht mit der jeweiligen Kultur. So ist das äußere Erscheinungsbild des Buddhismus in den verschiedenen Ländern äußerst unterschiedlich. Auch die Form der religiösen Praxis und sogar die Kleidung der Mönche und Nonnen sind ganz unterschiedlich.

 
 
 
 

Die Buddhalehre hat sich im Lauf der Jahrhunderte insbesondere in drei Hauptrichtungen ausgeprägt. Man nennt diese drei Traditionen auch die "3 Fahrzeuge"

"Kleines Fahrzeug", oder "HINAYANA" wird heute kaum mehr gebraucht, weil es teilweise als abwertend empfunden wird. Diese Richtung des Buddhismus, die sich sehr an den überlieferten Lehrreden des Buddha und an den Mönchsregeln orientiert nennt man "Weg der Älteren", oder "THERAVADA".
(Sri Lanka, Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha)
 

"Großes Fahrzeug", oder "MAHAYANA" wird die Lehrtradition genannt, die sich in den letzten 1500 Jahren über China, Vietnam, Korea und Japan ausgebreitet hat. In dieser Tradition ist das Verständnis von "Leerheit" (sunyata) von großer Bedeutung. Die Leitfigur ist der "BODHISATTVA" (Mensch, der Weisheit und Mitgefühl verkörpert), die/der ihr/sein ganzes Leben den fühlenden Wesen und deren Befreiung aus dem leidvollen Daseinskreislauf widmet.
(China, Vietnam, Korea, Japan, Taiwan, Singapur)

"Diamantfahrzeug", oder "VAJRAYANA", umfasst die Lehrtraditionen, die ihren Ursprung in Tibet haben. Manchmal kann man dafür auch die Ausdrücke "Tantrischer Buddhismus" oder "Lamaismus" lesen. Die bekanntesten Vertreter dieser Richtungen sind der Dalai Lama, der Pantschen Lama, der Karmapa.
(Tibet, Mongolei, Sibirien, Kalmykien)

Die statistischen Angaben, wieviele Buddhisten es auf der Welt gibt, schwanken aus mehreren Gründen im Bereich von einigen hundert Millionen. Einerseits ist es in vielen Ländern Asiens nicht unüblich, sich mehreren Religionen zugehörig zu fühlen (neben dem Buddhismus sind das der Shintoismus in Japan und Taoismus und Konfuzianismus in China), andererseits gibt es in Ländern wie China keine verläßlichen Statistiken zur Frage der Religionszugehörigkeit, aber das Bestreben, das religiöse Interesse der Menschen als "Aberglaube" zu verunglimpfen, offiziell zu ignorieren, oder auch aktiv zu bekämpfen.

In den Ländern, in denen der Buddhismus erst in den letzten hundert Jahren Fuß gefasst hat, wie in Europa, Australien, Nord- und Südamerika und Afrika sind es jeweils nur wenige Millionen.
 
 


BACK HOME