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Aurolzmünster und seine Entstehung

Sieht man davon ab, daß bereits 591 v. Chr. sich die Kelten im Antesinthal (Antiesental) seßhaft machten und 15 n. Chr. die Römer dieses Gebiet besetzten, so ist die eigentliche Gründung unseres Marktes einem Einsiedler namens "Kotto" zuzuschreiben, der die Zelle Antiesna bewohnte.

Im Jahre 800 n. Chr. wurde diese Kotto-Zelle unter Abt "Urolf" (788 - 814) des Klosters Niederaltaich zu einem Kloster erweitert und mit 12 Mönchen besiedelt. In Anlehnung an Abt Urolf wurde die um das Kloster sich ausdehnende Siedlung "Urolfsmünster" benannt. In verschiedenen Urkunden kommen auch die Namen Uroltesministiure, Uroltesmünster und Auroldifanum vor.

Nach einer Abhandlung des Chorherrenstiftes Reichersberg soll dieses Kloster, genannt Scozenowa, am Hundsschlagerfeld gestanden haben und wurde bei den Hunneneinfällen samt der Ortssiedlung restlos zerstört. Mit Ausnahme der festen Wehrburgen wurde das gesamte Antiesental von den vordringenden Hunnen gebrandschatzt und dem Erdboden gleichgemacht. Erst als am Laurenzitag 955 die Hunnen am Lechfeld bei Augsburg vernichtend geschlagen wurden, war es der germanischen Bevölkerung wieder möglich, ihren alten Heimatboden neu zu besiedeln.
Von einem unbekannten heimischen Geschlecht wurde eine größere Maierhofsiedlung mit schloßartigen Wohnanlagen errichtet, um die sich der Ort Aurolzmünster allmählich entfaltete.

Im 12. Jahrhundert scheint Aurolzmünster bereits als Lehen des Hochstiftes Passau auf. 1248 wurden die Herren von Hals (Landmarschälle des Bistums Passau, aus Hals bei Passau stammend) vom Bistum Passau mit dem Sitz Aurolzmünster belehnt.
Von 1375 bis 1676 stand unser Markt unter der Herrschaft der Grafen von Tanneberg.
Von 1676 bis 1797 waren die Grafen von der Wahl Herren von Aurolzmünster.
1797 bis 1830 war Graf Josef von Taufkirchen Besitzer von Aurolzmünster. Durch die Franzosenkriege wurde ihm sein Familienglück zerstört und er kam in arge Geldverlegenheiten, sodaß am 1. 9. 1830 die Herrschaft Aurolzmünster samt allen Gütern zwangsweise versteigert wurde.

Graf Maximilian Arco von Valley hieß der neue Besitzer, mit welchem wieder rühriges Treiben in den Markt einzog. Im Sommer 1836 richtete Graf Arco eine Zuckerfabrik im ehemaligen Marstall des Schlosses ein und gab damit der wirtschaftlichen Entwicklung des Marktes enormen Auftrieb, Handel und Gewerbe erlebten eine großartige Blüte. Jedoch die Zeit des Aufschwunges dauerte nur 30 Jahre, dann schloß die Zuckerfabrik von Aurolzmünster für immer ihre Tore.
Unterdessen traten verschiedene politische Ereignisse zutage. Am 7. September 1848 wurden durch das Gesetz der Untertänigkeit und das schutzobrigkeitliche Verhältnis sowie alle Lasten, Dienstleistungen und Giebigkeiten jeder Art, die diesem Verhältnis entsprangen, aufgehoben. 1850 wurden die politischen Ortsgemeinden ins Leben gerufen und mit ihnen kam eine neue Gesellschaftsordnung, die zum Teil noch heute Gültigkeit hat. Langsam begann neues Leben im Markt zu pulsieren.
Eine Umstellung machte sich bemerkbar mit Blickrichtung in die Zukunft. Der Markt begann zu wachsen und obwohl er zwei Weltkriege über sich ergehen lassen mußte, konnte der unbeugsame Wille der "Münsterer", zu leben und zu arbeiten, nicht unterdrückt werden.

Heute präsentiert sich unser Heimatsort von seiner schönsten Seite und niemand sieht ihm an, daß er schon so viele Stürme überstanden hat.

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