M:O MUSEUM ONLINEACHTUNG: Sie befinden sich im Museum-Online-Archiv 2000. Die Inhalte dieser Seite sind unter Umständen nicht mehr aktuell.

Erwähnenswerte Ereignisse in unserer Heimat

In den Jahren 1337 bis 1340 traten in der hiesigen Gegend und im anschließenden Bayern riesige Heuschreckenschwärme auf. Diese sind in drei Gruppen aufgetreten und haben das ganze Gebiet in unvorstellbarer Weise verwüstet. Sie hatten sechs Paar Füße und ebenso viele Flügel. Schwärme von zehn Stunden Länge wurden beobachtet. Nur der Weinstock (daraus geht hervor, dass damals bei uns Wein angebaut wurde) ist vin ihnen verschont geblieben. Die Winterkälte schadete ihnen nicht. Hühner in großen Mengen wurden zur Vernichtung eingesetzt. Die Krähen, Dohlen, Häher und Störche halfen mit. Den Rest tötete ein sehr starker Schneefall am Tage nach St. Lukas anno 1338.

Das Jahr 1420 ist wegen seiner besonderen Fruchtbarkeit zu erwähnen. Da die Ernte um Magdalena (22. Juli) schon vollständig eingebracht war, probierten die Bauern eine zweite Aussaat mit dem herrlichsten Erfolg! Im schönen Spätherbst wurde das ganze Getreide der zweiten Saat noch vollreif und gut eingebracht.

Das Jahr 1598 vermerkt ein Hochwasser von undenklichem Ausmaß. Alle Brücken wurden weggerissen. Sogar Scheunen und Häuser fielen dem Wasser zum Opfer.

Der 9. Jänner 1740 wird als der kälteste Tag angeführt. Das Jungvieh erfror zur Gänze, Bier, Wein und Essig wurden zu Eis, wenn man damit nur über die Straße ging.

Am 30. Oktober 1779 besuchte Kaiser Josef II. in Begleitung der Generäle Langlois und Browne das Innviertel.

Anno 1791 blühten am Gründonnerstag die Bäume. Am Fronleichnamstag, den 30. Mai 1793, fiel knietief Schnee. Am 7. November 1795 wütete in der Gegend von Ried und Aurolzmünster ein heftiger Sturm. Viele Dächer wurden abgedeckt, Schornsteine umgeworfen und kleine Glocken läuteten von selbst.

Am 6. August 1795 brannte der Herrschaftsmaierhof in Aurolzmünster infolge eines Blitzschlages vollkommen ab. Am 5. August 1805 zündete ein Blitz im herrschaftlichen Maierhof und wurde dieser abermals restlos zerstört.

Geldentwertung, Not und Elend machen sich 1811 bemerkbar.

1816 brach im Innviertel eine große Hungersnot aus, da der Rest des Kriegsgetreides von Spekulanten und Wucherern aufgekauft wurde. Zur Erzeugung von Brot wurde von der Regierung folgendes Gemisch behördlich angeordnet: ein Drittel Korn, ein Drittel Gerste und ein Drittel Erdäpfelmehl. Die ärmeren Leute kochten Brennessel, mengten Kleie darunter und haben sich daraus Brot gebacken. Viele Menschen starben an Hunger und ungenügender, schlechter Nahrung!

Am 13. Mai 1830 wurde Johann Hartl aus Grub, Gemeinde Eberschwang, wegen Raubmordes in Bad Ried vor 15.000 Zuschauern hingerichtet.

Am 27. Juli 1866 wurde bei einem Großbrand in Riedau 84 Häuser vernichtet.

Am 16 April 1869 ist bei einem Großbrand in Ried die Feuerspritze von Aurolzmünster in Tätigkeit getreten.

Am 6. August 1880 hingen fingerlange Eiszapfen an den Bäumen.

Am 1. Mai 1885 wurde um 1 Uhr nachts ein starkes Erdbeben verspürt.

Endlos ist die Reihe von Ereignissen, welche für die Zeit der Entstehung unseres Marktes charakteristisch und auch in der heutigen Epoche zu wissen wert sind. Die vielen schweren Überschwemmungen, Erdbeben und Seuchen beweisen, dass nicht nur unsere Zeit voller Katastrophen steckt, sondern dass es früher ebenso viele, wenn nicht sogar mehr unerfreuliche Vorkommnisse gab.

Erzählenswert wäre noch der Pestausbruch um 1630, welcher tausende Opfer forderte. Die Verwandten begruben die Toten in den Gärten oder vor den Türschwellen, was mit der abergläubischen Vorstellung zusammenhing, es würde dadurch der Tod vom Hause ferngehalten. Schließlich wählte man eine gemeinsame Stätte außerhalb des Ortes; ein solcher Pestfriedhof befindet sich in Aurolzmünster auf dem Hundschlagerfelde, woran die noch bestehende Feldkapelle erinnert. Die Furcht vor der Ansteckung war so groß, dass man die Leichen mit langen Haken aus den Betten zog und sie in die gemeinsame Grube warf. So geschah es auch der alten Doblinger-Schneiderin in Aurolzmünster, die aber nicht tot war, sondern lebend vom Pestfriedhof wieder zurückkehrte! Als Erinnerung an diese schreckliche Zeit wurde von 1635 bis 1638 die Sebastianskirche erbaut, welche auf ewige Zeiten an diese Schreckenskrankheit erinnern sollte.

Bemerkenswert erscheinen uns noch die Franzoseneinfälle im Innviertel. Dreimal wurde unser Markt von den Franzosen heimgesucht. Bereits 1742 plünderten die Franzosen gemeinsam mit den Bayern die Gegend zwischen Ried - Aurolzmünster und St. Martin. Sie brachten Not, Elend und verheerende Krankheiten mit sich. Im Jahre 1743 starben allein in Ried 376 Personen an der roten Ruhr. Zwischen 1800 und 1801 fielen die Franzosen abermals bei uns ein. Wieder plünderten sie die Gegend und wieder brachen bösartige Krankheiten aus. Am 19. Jänner 1801 wurde die bürgerliche Maurerin Katharina Grambergerin in Aurolzmünster 90 von einem Franzosen durch die Haustüre erschossen. Am 30. Oktober 1805 rückten die Franzosen wieder in der Gegend um Ried ein.

Am 26. August 1806 wurde Johann Philipp Palm, Buchhändler zu Nürnberg, auf Befehl Napoleons auf der Richtstätte vor dem Salzburger Tor zu Braunau von den Franzosen ermordet.

Am 15. August 1810 fand im Schloß Aurolzmünster ein Volksfest zu Ehren Napoleons und der Franzosen statt. Der Chronist Valentin Mayrleitner, Seelsorger in St. Martin, schrieb dazu als Zeitgenosse folgendes nieder: "Dieses erniedrigende, artfremde Volksfest größten Stils findet in der weiteren Demütigung und Mißachtung seinen Niederschlag. Die moralische und sittliche Unterwerfung der Bürgersfrauen und Töchter fand keinerlei Halt mehr. Die französischen Kommissare taten was sie wollen. Die Österreicher waren bloß Zuschauer und den Bayern war es recht."

Noch manches Wissenswerte gäbe es zu berichten und manches Buch könnte man mit Ereignissen füllen, die unser Markt erlebt und gesehen hat. Hoffen wir, dass all die negativen Geschehnisse, die hier aufgezeichnet sind, endgültig der Vergangenheit angehören und lernen wir aus manchen Dingen unseren Schritt fest in eine sorglosere und freundlichere Zukunft zu setzen.

Dank gebührt Herrn Moritzhuber, welcher in mühsamer Kleinarbeit all die Unterlagen zusammentrug, um sie der Nachwelt zu erhalten!

back to kümi