Johann Jakob Zeiller erblickte am 8. Juli 1708 im "Zeillerhaus" das Licht der Welt. Langweilig war Jakobs Kindheit sicher nicht, denn schon früh begann sein Vater Paul Zeiller, ein anerkannter Maler, den lernbegierigen Jungen mit starkem Hang zur Malerei zu fördern.
Doch dass der Vater in seinen Methoden dabei nicht immer zimperlich vorging, beweist folgende Episode: Damit der Junge von seinen Freunden von der begonnenen Arbeit nicht abgelenkt würde, band ihn der Vater mit einem Bindfaden am Zeichentisch fest: eine ziemlich harte Strafe für einen lebhaften Jungen. Die väterliche Werkstatt war jedoch für jeden angehenden Künstler nur die erste Lehrzeit, die Reifezeit konnte für einen Barockmaler nur in Italien stattfinden.
Als 16-jährigen schickte sein Vater ihn nach Rom, wo er den Schweizer Kupferstecher Jakob Frey kennenlernte. Frey führte J. J. Zeiller im Atelier Sebastino Concas ein. Dieser war ein ausgezeichneter Lehrer und hatte außerdem eine Werkstätte im Palazzo Farnese, die sich jeder Malergeselle wünschen würde. Nach einer schweren Krankheit verließ J. J. mit 23 Jahren Rom und ging nach Neapel zu Francesco Solimena, dem Lehrer Concas.
Ab 1732 war J. J. in Wien an der kaiserlichen Akademie der bildenden Künste tätig, wo er sich im Zeichen der Natur vervollkommnen wollte.
Außerdem arbeitete er mit Paul Troger an der Freskoausstattung der Stiftskirche in Altenburg. Ein Traum erfüllte sich für ihn durch zwei erste Preise, die ihm das Diplom und den Titel eines " kaiserlichen Hofmalers " einbrachten. In Wien boten sich kaum Möglichkeiten, Aufträge zu erhalten. Glücklicherweise ergab sich 1744 in der Nähe von Passau durch die Vermittlung von Paul Troger die Gelegenheit zur ersten großen Bewährung als Freskomaler. Durch einen glücklichen Umstand lernte J. J. den Münchner Architekten Johann Michael kennen, der ihm einige Aufträge zuteilte.
Nach seinem Italienaufenthalt wollte sich J. J. Zeiller in Wien einen festen Wohnsitz nehmen. Er machte allerdings üble Erfahrungen durch einen Brand, da er keine Entschädigung gewährt bekam. Deshalb beschloß er nach Reutte zu ziehen.
1755 übernahm er die Werkstätte und die Schule im väterlichen "Zeillerhaus" im Untermarkt. Um1775 versiegten die großen Aufträge. - Sein letztes Werk, bevor er am 8. Juli 1783 mit der Vollendung seines 75. Lebensjahres starb, waren die Fresken in der Johanniskirche in Feldkirch.
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... eine Geschichte aus dem Leben von J. J.
Ich erinnere mich noch, als wäre es heute, als ich am 8.Juli 1708 im Zeillerhaus aus dem Bauch meiner Mutter rutschte und zum ersten Mal das Licht der Welt erblickte. Schon bald wuchs ich zu einem lebhaften, immer zu Scherzen aufgelegten Jungen heran. Doch ein Ereignis überschattet wohl meine sonst so "coole" Kindheit. Mein Vater war ein eifriger Maler und förderte mich schon früh, um mich zum Nachfolger seiner Karriere zu machen, und so kam es, dass er in seinen Methoden nicht immer zimperlich vorging, wie ich euch jetzt erzählen werde. Es war an einem Nachmittag im Frühling, es war idyllisch, ja schon fast kitschig, und zum ersten Mal war es mir wichtiger, mit einem Mädchen auszugehen, als der Malerei nachzugehen. Mein Vater bekam Wind davon und schlich von hinten an meinen Tisch heran, schlang einen Bindfaden, wie ein Seil um mich und band mich am Stuhl fest. Tja, und so war der geplante Nachmittag im Eimer, und mit dem Mädchen habe ich es mir auch verscherzt. Zuerst war ich meinem Vater wirklich böse, doch das legte sich schnell wieder.
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Hl.
Antonius verehrt das Jesuskind
Öl auf Leinwand (1762)

In der Mitte des Bildes sitzt das Jesuskind auf einer schwebenden Wolke, mit einer weißen Lilie in der Hand und einem hellen Heiligenschein um das blonde Köpfchen. Links neben ihm kniet der hl. Antonius. Ehrfürchtig sieht er zum Jesuskind hinauf und breitet betend seine Arme aus. Rund um den Altar, über dem die Wolke mit dem Jesuskind schwebt, sitzen, knien und schweben Engel, die, bis auf zwei, ebenfalls das Jesuskind anschauen. Die beiden Engel blättern in einem Buch. Ein zweites hängt geöffnet vom Altar. Der Hintergrund des Bildes ist ein Raum, an dessen Rückseite sich ein großes Fenster und ein Geländer befinden. Rechts und links sieht man Säulen. Der Altar steht auf einem Holzpodest auf gemustertem Marmorboden, der am vorderen Bildrand endet und die unteren Verstrebungen zu sehen sind.
Der Vordergrund und vor allem auch der untere Teil des Bilds sind deckend mit kräftigen Farben gemalt. Das Jesuskind als Mittelpunkt und der Heilige Antonius scheinen beleuchtet. Nach außen gehend treten die Figuren in den Schatten. Das heißt, Lichteffekte werden genützt, um das Wichtige eindeutig in den Vordergrund zu stellen. Der Hintergrund ist weniger deckend gestaltet. Während der Vordergrund detailliert gemalt ist, sieht es fast so aus, als würden die Farben im Hintergrund verschwimmen. Es ist nicht wirklich detailliert und perfekt gemalt, weil das Bild nur der Entwurf für ein Altarbild ist.
Johann Jakob Zeiller hat das Bild mit Lichteffekten gemalt, um das Wichtige eindeutig zu betonen. Jesuskind und Heiliger Antonius sind der Blickfang, die anderen Figuren schaut man sich erst auf den zweiten Blick wirklich an. Der Hintergrund ist eben wirklich nur Hintergrund, er tritt zurück. So hat der Maler erreicht, den eigentlichen Zweck des Bildes ungestört herauszuheben: die Verehrung des Jesuskindes, besonders durch den Heiligen Antonius.
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Antonius ist ein netter Mann
doch droht ihm nun der Kirchenbann.
Denn als er sich des Kinds bemächtigt,
wird er im ganzen Dorf verdächtigt.
Die Weiblein
tratschen nämlich aus,
der Mann lebt jetzt in Saus und Braus.
Doch als sie das Kindlein mit ihm sehen,
wissen sie, kein Leid wird ihm geschehen.
Die Engel
auch am Himmelszelt
sehen das Gute und Schlechte in der Welt.
Auch dass Antonius Gutes im Sinne,
und jeder eine Chance verdiene.
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