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Johann Christof Haas (1753-1829)

 

27.12.1753: Als Sohn eines Kleinhändlers in Reutte (Untermarkt) geboren; besuchte Pfarreischule; gehörte in der Malerlehre Franz Anton Zeillers zu den eifrigsten Schülern, Stipendium von Jakob Mang Amann – Ausbildung in Italien zum Kunstmaler; weiterer Lebensweg unbekannt;
5.9.1829: arm und ledig im Spital St.Katharina in Schwäbisch Gmünd gestorben

Berühmte Werke:

 

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... ein Märchen


Es war einmal ein Kleinhändler in Reutte, der das Einsamsein ziemlich satt hatte. Also schnappte er sich eine Frau und wenig später gebar sie am 27.12.1753 einen Sohn, der Johann Christof getauft wurde. Es war wohl eine gute Fee, die ihn zu einem eifrigen Schüler verzauberte, denn er gehörte in der Malerlehre des Zauberers Franz Anton Zeiller zu den besten Schülern. Plötzlich hatte Jakob Mang Amann einen genialen Einfall: Er gab Johann Christof ein Stipendium, mit dem er sich die Ausbildung zum Kunstmaler in Italien finanzierte. In der Karriere von Johann Christof gibt es drei besonders wichtige Wünsche, die er von der Fee erfüllt bekam. Das erste Bild stellt die Gefangenschaft Jesu und das zweite den "Heiligen Florian" dar. In der Kapelle von Kreckelmoos malte er das Deckenfresko, da er unbedingt einmal in eine andere Höhe hinauf wollte. Die Fee aber wandte sich zu anderen guten Menschen , somit ist über seinen weiteren Lebensweg nur sehr wenig bekannt. Am 5.9.1829 kehrte die Fee wieder zurück und ließ ihn arm und ledig im Spital St.Katharina in Schwäbisch Gmünd sterben, weil er so undankbar gewesen war, als die Fee ihm seine drei Wünsche erfüllte. Wenn seine Werke nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.

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Die Fußwaschung Christi durch Maria Magdalena
Öl auf Leinwand, 18. Jahrhundert

 

 

Maria Magdalena kniet vor Jesus auf dem Boden. Sie hat die Arme ausgebreitet und senkt ergeben den Kopf. Vor ihr steht ein offenes Gefäß mit Wasser, mit dem sie Jesus Füße waschen will. Jesus hält die Hand über Maria Magdalena, als wolle er sie segnen. Neugierig, kritisierend sehen die anderen drei an dem Tisch sitzenden Männer auf die Beiden. Einer sieht zur Tür hinaus, vielleicht ob jemand kommt.

Jede Figur wird durch ein großes einfarbiges Tuch um den Körper eine Eigenheit gegeben. Jeder trägt eine andere Farbe. Der Raum, in dem diese Szene spielt, scheint nicht in diese Zeit zu passen. Tücher verhängen teilweise die Wände, Schnitzereien an Stühlen und Tür, wertvolles Silber- und Goldgeschirr steht auf einer Anrichte, auf beiden Seiten wird der Eingang von Säulen geziert und von einem Vorhang halb verdeckt. Raum und Menschen ergeben keine wirkliche Harmonie.

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Maria Magdalena & der King

 

 

Am Boden kriechend und den Boden schrubbend, fällt Maria Magdalenas Blick plötzlich auf die Füße des Jesus, welche sie sofort in ihren Bann ziehen. Füße, weiß wie Elfenbein, zart wie Kirschblüten, geschmeidig und wohlgeformt. Langsam tasten sich ihre Hände in zittrigen Bewegungen seinen Füßen näher und sie verfällt sogleich in Trance. Als der Heiligenschein plötzlich über dem Kopf des Jesus zu glühen beginnt, weiß sein Jünger Lukas sofort, dass Jesus irgendetwas bewegt. Auch die lüsternen Blicke des über den Tisch gebeugten Petrus treffen das Schauspiel. Markus, das Gesicht verzerrt, stößt einen Laut des Schreckens aus: „Jesus Christus, heilige Maria Mutter Gottes, welch Lustspiel breitet sich vor meinen Augen aus.“ Jesus hebt total abwesend die Hand und grinst ihn in seiner stumpfen Abwesenheit an: Lass gut sein, Markus.“ Johannes, der das Spektakel beobachtet hat, ruft sogleich weitere Schaulustige herbei. Der erzürnte Lukas erhebt sich und will mit einem Fußtritt die Peinlichkeit beenden, doch Jesus ruft aus: „Lass die Gewalt nicht über uns herrschen! Liebe deinen Nächsten, so wie ich!“

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