1997
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John Maine, USA,
Maria Auböck, A,
János Kárász,

Rudolf Stockinger, A,
Leo Gstrein, A,
Jürgen Thünemann A, Susanne Staller, A.

Neulandplanung

wpe3E.jpg (8554 Byte)

Pflegekonzept des niederösterreichischen Landschaftsfonds

Die traditionelle Kulturlandschaft im Bereich des Symposions Lindabrunn soll wiederhergestellt werden.

Die Motivation:

  • Die Hutweide am „Gaisberg" ist eine alte, selten gewordene Kulturlandschaftsform, die als solche wieder genutzt werden sollte (Kulturlandschaft)

  • Ihre Vegetationsbestände, die durch Jahrhunderte der Weidenutzung entstanden sind, gehören zu den stark im Rückgang befindlichen Trocken- und Halbtrockenrasengesellschaften (Naturschutz)

  • Die optische Ensemblewirkung der im Gelände errichteten Steinskulpturen kommt nur in einer offenen Landschaft zu Geltung (Kunst)

wpe3F.jpg (12043 Byte)
Pilotprojekt

Für das Symposion gilt in Zukunft, dass eines der Standbeine im öffentlichen Raum fußt. Die Arbeitsweise wird sich grundlegend von der bisherigen unterscheiden müssen: Produktionsrituale auf Symposionsart werden nur mehr ein Teil der internen Kommunikation sein, das größere Produktionsfeld liegt aber im Erforschen der Voraussetzungen im öffentlichen Raum und das Entwickeln von Zusammenarbeitsmodellen mit allen involvierbaren Institutionen und Personen.
Zunächst werden Leitprojekte entwickelt, anhand eines konkreten Ortes zum Thema Verkehr:

Thema
Verteilerkreis - Kreisverkehr
Verkehr, Verkehrsnetze, Verkehrsknoten

In einer Zeit, da allerorts Begriffe wie „Crossing" und „Vernetzung" zum Standardsprachrepertoire gehören, beginnt das Verschwinden der letzten Bastionen des echten Nervenkitzels: Die Kreuzung
Wer am Land lebt oder gelebt hat, der kennt das fiebrige Aufeinanderzurasen auf einer Kreuzung, um als Sieger oder Verlierer die Wegscheide zu verlassen.
Nun nimmt man uns die Gefahr und errichtet Kreisverkehre, um uns vor uns selbst zu schützen, wird gesagt. Das „Crossover" lässt uns zunächst im Kreis fahren, gegen den Uhrzeigersinn (zumindest am europäischen Festland), um uns dann gezähmt, immer nur rechtsabbiegend, wieder ins Netz auszuspeien.
Sicherheitsästhetik
Die Form der Kreisverkehrslösung weist auf ein komplexeres System des Sicherheitsdenkens in unserer Gesellschaft hin. Das Vermeiden des Blickkontaktes, die Einengung des Blickwinkels als Regulierung etc., das sind Strategien einer Unterwanderung des Bewusstseins zur Eigenverantwortlichkeit. Argumente der Sicherheit paaren sich mit dem Bedürfnis nach ungehinderten Bewegungsabläufen. Was sich in den Weg stellt, ist grundsätzlich Gefahr und Zumutung in einem.
Das Symbol „Kreuzung" wird abgelöst vom Symbol
„Spirale".
Anstoß
Hier sollte nachgedacht werden, wie zum Beispiel mittels
ästhetischer Eingriffe der Verteilerkreisverkehr geregelt werden kann (auch im Hinblick auf das Errichten von Barrieren), die den Urinstikt für klassische Kreuzungssituation stimulieren. Der Kreisverkehr als ästhetische Insel, umbrandet von gerichteter Bewegung - das Auge des straßenbefahrenden Volkes.

Gesucht sind:

  1. Straßenverkehrsordnung, rechtliche Grundlagen, verkehrstechnische Fragen.

  2. Wissenschaftliche Bearbeitung:
    a) soziologisch,
    b) ästhetisch,
    c) interdisziplinär mit den Künsten,
    d) Realisationsstrategien.

  3. Kooperation mit Herstellern.

1. Projekt (Pilotprojekt)

Zusammenarbeitsmodell Symposion Lindabrunn, Kunsthalle Stahlwerk Berndorf sowie Universitäten, Straßeneigner und Errichter. Gemeinde- und Landesorganisationen. Bundesstraßenverwaltung.

Objekt:

Verteilerkreis Leobersdorf, Abfahrt A2 Richtung Süden.

Dieser Verteilerkreis soll als erster umfassend bearbeitet werden:

Situation:

Die Region gehört zu den sterbenden Gebieten der metallverarbeitenden Industrie, hat aber in den letzten Jahren wieder an Boden gewonnen. Beispiele: Buntmetallindustrie Caro-Enzesfeld; Edelstahl und andere HiTech Ansiedlungen am Industriegelände der Berndorf AG. Diese Gegend hat auch industriegeschichtlich einiges zu bieten (ehem. Kruppwerke).

Verteilerkreis:

Er liegt an der Autobahn, auch als Treffpunkt für Pendler, nahe einem Pendlerparkplatz. Er verbindet westlich die Landesstraßen in die Industrieareale Enzesfeld und Berndorf, im Triestingtal, sowie östlich Leobersdorf und Wiener Neustadt Nord.

Text: Tomas Hoke, Auszug aus dem Konzept „öffentliche Kunst und Symposion Lindabrunn"

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