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Schlossmuseum Landeck

Geschichte

Es lohnt sich, die 78 Stufen zu bewältigen, um Landeck zu sehen, ohne vom "Auf und Ab" der Wege ermüdet und vom "mörderischen" Verkehr genervt zu werden. Schon in der Römerzeit war der Landecker Talkessel mit der "via claudia augusta" und dem Pfad über den Arlberg ein Straßenknoten. Im Mittelalter wurde der Verkehr argwöhnisch von den drei Burgen des Talkessels beobachtet kontrolliert (Burg Landeck, Schrofenstein, Kronburg). Derzeit ist man dabei, nach der Westumfahrung auch den Südverkehr durch den Berg umzuleiten und Landeck wieder zu einer liebenswerten Stadt zu machen. Neben den zu erwandernden Schönheiten der Umgebung, ist Landeck der ideale Ausgangspunkt für den Besuch weitbekannter Landschaften und Orte im Bezirk. Über die frühmittelalterlichen Verhältnisse im Oberinntaler Raum ist wie kaum sonstwo das Dunkel der Geschichte gebreitet. So dürfte wohl unter Graf Meinhard II. von Tirol die Burg an diesem strategisch wichtigen Punkt erbaut worden sein. Südlich der gleichnamigen Stadt liegt die Burg am rechten Innufer auf einem steilen Felsvorsprung. Fast überhängend, einer Sperre gleich, reicht der Felshang zur Straße hinunter, die in das Engadin und über den Reschenpaß ins Vinschgau führte. Der ursprünglich eher bescheidene Bau bestand nur aus einem fünfgeschoßigen, mächtigen Bergfried, einem Palas und einer Ringmauer. Um den Turm lief ein hölzener Wehrgang, dessen Kragsteine noch gut sichtbar sind. Seine Ausgangspforte ist an der Südwand des Turmes vermauert zu erkennen.

Die Burg diente als Gerichtssitz der Grafen von Tirol, die um 1250 das "landesfürstliche Gericht Landeck" schufen. 1296 scheint die Burg in schriftlichen Quellen erstmals auf. Zu dieser Zeit hatten die Herren von Schrofenstein das Richteramt in der Dingstatt Zams inne. Der wohl bekannteste Sproß war Oswald von Schrofenstein, der nicht nur den gotischen Neubau der Pfarrkirche stiftete, sondern auch die dem heiligen Stefan geweihte Burgkapelle erbauen ließ. Die Geschichte des Schlosses ist recht wechselvoll.Um 1520 wurde der Hof überwölbt und so entstand die zwei Geschosse umfassende Fluhalle. Damit die Burg durch den Hofverlust un die vielen dadurch notwendigen Fensterausbrüche in der Ringamuer nicht allzu wehrlos wurde, errichtete man einen schmalen Zwinger.1549 bekam Leonard Gienger von Rottnegg die Pflege und das Richteramt von Landeck und von Pfunds, zuerst auf 10 Jahre, dann auf Lebzeiten, zu Lehen. Burg und Gericht blieben bis 1705 in der Pfandschaft der Familie Gienger. In der spätgotischen Bauphase erhielt das im Turm gelegene Verlies ein Tonnengewölbe. Die Hauptangriffsseite bekam einen zweiten, zinnenlosen Zwinger. Das neue Burgtor, datiert 1576 zeugt von dieser regen Bautätigkeit. Trotzdem boten die neuen Anlagen wenig Schutz, die Mauern waren schwach und schlecht. Um 1700 war die Burg, immer noch Sitz des Gerichtes, wiederum zu klein geworden. Die spätgotische Halle bekam ein Stockwerk aufgesetzt, sodann wurde das ganze Gebäude aufgestockt. 1797 wurde das Gericht nach Perfuchs verlegt. Burg Landeck verlor seine Funktion und wurde 1852 vom Kaiser Franz Josef I. den Gerichtsgemeinden geschenkt, von der Stadt Landeck als Kaserne benützt und später notdürftig für 12 Wohnungen adapiert. Seit 1967 ist der schon 1930 gegründete Bezirksmuseumsverein Landeck Mieter der Burg, und heute ist Schloß Landeck nicht mehr Gerichtssitz, sondern ein wichtiger Kulturträger der Stadt Landeck.