DIE ERSTEN 6 PHASEN DER HEXENPROZESSE :
KENNZEICHEN : Es gab nur wenige Prozesse .
( 1 Prozess/ Jahr )
Mehr als die Hälfte der gesamten Prozesse dieses Zeitraums fanden in Südfrankreich statt. Das Hervorstechende an den Verfahren dieser Jahre war ihr politischer Charakter .Die Anklage lautete meistens auf Ketzerei und Satanismus. In 2/3 der Prozesse waren prominente geistliche oder weltliche Persönlichkeiten verwickelt, sei es als Verdächtige, sei es als verzauberte oder verhexte Opfer.
Beispiel dafür war der Prozess gegen den Tempelorden in Frankreich. Nach aussen hin sollte es in diesem Fall den Anschein haben , dass der Orden aufgrund von Teufelsverehrung, Sodomie und Blasphemie angeklagt wurde, doch es war unschwer zu erkennen , dass der eigentliche und wahre Grund für das Verfahren der Wunsch König Philipps IV. war , das ungeheure Vermögen des Tempelordens an sich zu reißen .
Zusammenfassend ist der Prozess gegen den Tempelorden ein besonders gutes Beispiel dafür, wie schnell und vor allem einfach zu jener Zeit ein Prozess zustande kam. Alles was es dazu brauchte war ein Kläger und ein Opfer. Beweise waren Nebensache.
In dieser Phase gab es die ersten Prozesse im deutschen Reich. Die Anklagen lauteten meist nur mehr
auf Zauberei und waren auf kleinere Personenkreise bezogen .Von diesem Grundprinzip wichen jedoch die Prozesse
in Toulouse um die Mitte des 14. Jhd. ab. In Toulouse und Carcassone wurden nämlich zwischen 1320 und 1350
ca. 1000 Menschen der Hexerei angeklagt, wobei 600 davon abgeurteilt worden sind.
Die 3. Phase bringt zwei Änderungen mit sich. Erstens die Personenzahl wuchs an, und zweitens gewann der Vorwurf des Diabolismus ( Teufelsverehrung) zusehends an Bedeutung. Die Hauptregion war die Schweiz. Hier spielten sich bis zum Jahr 1435 mehr als 20 Verfahren in verschiedenen Städten , insbesonders in Luzern, Basel und Freiburg ab.
4. PHASE: 1455- 1460 & 1480- 1485
In der Zwischenzeit war die Verfolgungsrate von Hexen besonders hoch und die Prozesse breiteten sich auch nach England und nach Italien aus . Auch in Tirol finden wir den ersten Hexenprozess, der jedoch noch keine Opfer forderte.
Nach dem Erscheinen des Hexenhammers konzentrierten sich die Verfolgungen immer mehr auf Frauen und
es kommt zu einer Verschiebung der Gerichtskompetenz von den geistlichen auf die weltlichen Gerichte. Überall
in Europa gab es Verfolgungen, außer in Schweden und in den Ländern der griechisch orthodoxen Kirche.
Es kam zu punktuellen Spitzen vor allem in den Jahren 1590, 1630 und 1660. Nicht überall traten alle
diese drei Wellen in Erscheinung. Es gab vier Kategorien der Verfolgungsabläufe: Nationale Jagden, größere
Verfolgungen (mit 10-20 Beschuldigten), kleinere Paniken, Verfolgung der "isolierten" Hexe (d.h. alleinige
Schadensstifterin). In dieser Phase waren die meisten Opfer zu beklagen. Die Schätzungen belaufen sich von
100.000 bis 9 Millionen Opfer
6. PHASE: Ende des 17. Jhd. und 18. Jhd.
In dieser Phase nehmen überall die Hexenprozesse ab, bis sie dann gänzlich verschwinden.