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Sterbehilfe / Euthanasie

 

HOLLAND / Sterbehilfe

Seit gut zwei Jahren ist unter gewissen Umständen die aktive Sterbehilfe in Holland gestattet.
In diesem Land sterben jährlich etwa 130.000 Menschen. Etwa 15 Prozent von ihnen erhalten aktive Sterbehilfe. Das betrifft vor allem alte Menschen, die von komplizierten Krankheiten betroffen sind. Danach kommen vor allem Neugeborene mit schweren Deformationen.

Das Urteil des Obersten Niederländischen Gerichtshofes nennt zwei Punkte, die für die Euthanasie sprechen: einmal den drohenden Verfall des Kranken und zweitens die Gefahr, dass ein Patient nicht mehr in Würde sterben kann. Eine Gruppe von Ärzten hat sich bereits auf diese Art von Sterbehilfe spezialisiert.

Die Kosten dieser "Behandlung" werden von den Krankenkassen getragen, bedauert Dr. Philippe Schepens, Generalsekretär der "Weltföderation der Ärzte für den Schutz des Lebens" und Dozent am Päpstlichen Institut MEDO in Rolduc in Holland.

 

Definition:

"Euthanasie" ist griechischen Ursprungs und heißt wörtlich "zu gutem Tod verhelfen"
Bis anfang des 20. Jahrhunderts verstand man darunter: Das gute Sterben in Ansehen und Ehre begleitet von Zuwendung nahestehender Personen.

Formen der Sterbehilfe:

Indirekte Euthanasie: Hier werden leidensmildernde Maßnahmen gesetzt, die nicht den Tod des Patienten beabsichtigen, den Prozess des Sterbens aber beschleunigen, z. B. starke schmerzlindernde Mittel, etwa Morphine.

Direkte Euthanasie: Um das Leiden eines Schwerkranken zu verkürzen, wird der Tod vorstätzlich herbeigeführt: Zwei Möglichkeiten:

passive Euthanasie: durch das Aussetzen medizinischer Maßnahmen, z. B. Beendigung des Einsatzes der Herz-Lungen-Maschine.

aktive Euthanasie: durch aktive Maßnahmen, z. B. Verabreichung einer Injektion mit tödlicher Giftdosis, einer Überdosis von Schlafmitteln

 

Zur Beurteilung von "Euthanasie"

Direkte Euthanasie:

a) passive Euthanasie: Der Todkranke kann auf die Anwendung außergewöhnlicher medizinischer Mittel (z. B. Intensivstation) verzichten, wenn durch sie nur mehr das qualvolle Sterben verlängert würde und sonst kein positiver Effekt zu erwarten wäre.

b) aktive Euthanasie: Dazu sagt die christliche Ethik ein klares Nein! Die immer wieder angeführten Gründe und Motive für aktive Euthanasie sind hoch problematisch:

  • Wer kann entscheiden, ob der Schwerkranke nicht noch wichtige Reifungs-, Klärungs- und Ablösungsschritte erleben könnte und sollte?(vgl. Prozeß des Sterbens)
  • Ist der Wert des Lebens nur an vordergründigen Maßstäben wie leistungsfähig, aktiv usw. zu messen?
  • Ist der "Wunsch nach dem Tod" nicht oft  auch der Hilfeschrei um Zuwendung?
  • Ist "Euthanasie aus Mitleid" nicht manchmal nur Schutz vor eigenen Ängsten?
  • Könnte es nicht leicht zum (heimlichen) Druck der Umwelt führen: gebrechliche, pflegeintensive Kranke sollten doch ihre Bereitschaft zur Euthanasie äußern, nicht länger zur Last fallen wollen? ...

Impulsfragen:

Was denkst Du? Was spricht für/gegen direkte Euthanasie?
Liste Deine Argumente auf!

 

Sterbehilfe-
was sagen die Gesetze?

Österreich:
Aktive Sterbehilfe wird als Tötungsdelikt bewertet; Tötung auf verlangen - aktive Sterbehilfe bei Einwilligung des Patienten - kann mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren geahndet werden.

Deutschland:
Eine gesetzliche Regelung zur Sterbehilfe gibt es nicht. In Fällen aktiver Sterbehilfe können Tötungsdelikte wie Mord und Todschlag zur Verfolgung herangezogen werden.

Schweiz:
Aktive Sterbehilfe ist nach dem Strafgesetzbuch verboten und wird mit Gefängnis bestraft; ebenso Tötung auf Verlangen. Indirekte Sterbehilfe wird überwiegend für zulässig erachtet.

Niederlande:
Die Niederlande haben als erstes europäisches Land eine verbindliche Gesetzesregelung zu Frage der Sterbehilfe verabschiedet. Grundsätzlich bleibt die aktive Sterbehilfe eine strafbare Handlung, findet sie jedoch unter bestimmten Bedingungen statt, so wird von einer Starfverfolgung abgesehen.
Fälle von Sterbehilfe sind meldepflichtig.

(aus Kirche Intern Nov. 1994 / Heft 4)

 

Weitere Links:

www.dgbv.de/sterbehilfe/euthanasie1.html
www.yahoo.de/Gesellschaft_und_Soziales/Tod_und_Sterben
/Sterbehilfe

 



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