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Scholastik - a) Philosophie: die Philosophie des Mittelalters. Die Früh-Scholastik (9. - 12. Jhdt.) hat sich aus dem Bedürfnis entwickelt, die theologischen Lehren der Bibel und der Kirchenväter auch philosophisch zu durchdringen und so zwischen Theologie und Philosophie Einklang herzustellen. Dies erfolgte mittels der scholastischen Methode, deren Grundlage klares Herausarbeiten der Frage (Quaestio), scharfe Abgrenzung und Unterscheidung der begriffe (Distinctio), logische Beweisführung, sowie Erörterung der Gründe und Gegengründe in formgerechtem Streitgespräch (Disputatio) war. Die Hoch-Scholastik entwickelte sich im 13. Jhdt. durch die neuen Universitäten und Bettelorden. Aristoteles und seine griech. und arab. Erklärer wurden in die christliche Philosophie und Theologie integriert. Am bedeutendsten waren Bonaventura, Albertus Magnus, Thomas von Aquin und Duns Scotus, in deren Nachfolge die Richtungen des Thomismus und Scotismus entstanden. Mit der Spät-Scholastik (14. - 15. Jhdt.) beginnt die Auflösung der Einheit mittelalterlichen Denkens. Zugleich bereiteten naturphilosophische Auffassungen die Physiker der Neuzeit vor. Eine neue Blüte der Scholastik entstand im 16. - 18. Jhdt. In Spanien.
- b) der säkulare Lern- und Übertragungsvorgang, durch den die christlichen Galubensinhalte den europ. Völkern zugänglich gemacht wurde.