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Werkerziehung
Bildungs- und Lehraufgabe:
Tätigsein in der Gemeinschaft ist ein wesentlicher
Bestandteil menschlichen Daseins. Dabeisein, Mithandanlegen, den Anfang und
das Ende einer Arbeit miterleben dürfen, sind wichtige persönliche und soziale
Erfahrungen, auch wenn ein kognitives Erfassen, ein ständiges Arbeiten in der Gruppe für
den einzelnen nicht immer möglich ist.
Der Unterricht in Werkerziehung verfolgt das Ziel, die
Schüler zu manueller Geschicklichkeit und zu sachgemäßem Umgang mit Material und
Werkzeug sowie zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit zu führen. Er soll die Schüler zu
einfachen Arbeiten und Hilfsdiensten im Haushalt, in geschützten Werkstätten oder im
Berufsleben befähigen.
Didaktische Grundsätze:
Materiale Erfahrungen können nur gemacht werden, wenn
sich die Schüler handelnd mit ihrer Umwelt auseinandersetzen und diese im aktiven
Experimentieren und Erkunden zu entdecken suchen.
Die Lust am Gestalten ist nicht nur Anreiz zu besseren
Leistungen, sondern auch Ausdruck der Freude in der Begegnung mit der Welt. Das Material,
die Handlung sollten nicht mehr nur Mittel zum Zweck der Förderung, sondern auch Mittel
zur Gestaltung der Umwelt und der eigenen Persönlichkeit sein.
Die Schüler sollen durch das Erlernen verschiedenster
einfacher handwerklicher Fertigkeiten wie Fallen, Sägen, Hobeln, Sticken, Nähen,
Applizieren, Flechten, Biegen....erfahren, daß Materialien die ihrer Beschaffenheit
angemessene Handhabung und Bearbeitungsform fordern. Sie sollen auch eigene Wünsche
äußern, Pläne entwerfen und überlegen, wie diese zu realisieren sind. Die Erzeugung
eines Gegenstandes ist Anlaß dafür, erlernte Fähigkeiten und sein eigenes
Arbeitspotential als bedeutend und persönlich befriedigend zu erleben..
Das Kennenlernen von Betrieben und Arbeitsstätten
bedeutet für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf, erste Schritte aus der bekannten Umwelt
wie Familie, Heim, \Wohngemeinschaft und Schule zu machen. In dieser neuen Umgebung lernen
sie wechselnde soziale Situationen kennen und langsam in ihre neue Rolle hineinzuwachsen.
Soziale Arbeitsformen (Einzel-, Partner-, Gruppen-,
Serien-, Fließbandarbeit) ermöglichen die Einsicht, daß durch Arbeitsteilung ein
gemeinsames Produkt geschaffen werden kann.
Durch die Vermittlung von grundlegendem Wissen im Umgang
mit Maschinen und EDV-unterstützten Geräten soll den Schülerinnen und Schülern
ermöglicht werden, Arbeitsvorgänge leichter zu bewältigen und ein Grundwissen für die
Arbeitswelt zu sammeln.
Lehrstoff:
| Handlungsfeld: |
Lerninhalte/Lernziele |
| Sich am schöpferischen Tun beteiligen |
- Bei gemeinsamen Arbeiten
dabei sein |
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- Zulassen, daß vertraute
Personen bei neuen Materialerfahrungen helfen |
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- Sich zu grundlegenden
Tätigkeiten anleiten lassen |
| Dinge und Materialien in der persönlichen
Umwelt kennenlernen, die neugierig machen, die man nicht oder sehr gerne mag |
- Feststellen, daß man
bestimmte Materialien gern mag |
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- Feststellen, daß man mit
bestimmten Materialien nicht gerne hantiert |
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- Sich dadurch ausdrücken,
daß man mit verschiedenen Materialien manipuliert |
| Verschiedene Gestaltungsmaterialien
kennenlernen und vielseitige Erfahrungen mit ihnen sammeln |
- Verschiedenste
Gestaltungsmaterialien kennenlernen (Garn, Gewebe, Papier...) |
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- Verschiedene Erfahrungen
im Umgang mit textilen und nichttextilen Materialien sammeln |
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- Mit Materialien in
vielfältiger Weise hantieren |
| Das Aufeinanderfolgen von einzelnen
Handlungen als Ganzheit miterleben |
- Den Beginn einer
gemeinsamen Handlung erleben |
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- Sich für eine bestimmte
Zeit mit einer Arbeit beschäftigen können |
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- Eine Arbeit unterbrechen |
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- Das Ende einer Arbeit
akzeptieren können |
| Durch den Umgang mit verschiedensten
Materialien und Objekten räumliche Strukturen und Beziehungen erfahren |
- Bei Vorbereitungsarbeiten
mithelfen |
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- Ein Werkstück gemeinsam
gestalten |
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- Bei den
Aufräumungsarbeiten mithelfen |
| Für andere etwas herstellen |
- Schenken |
| Spaß am Gestalten und Experimentieren
haben |
- Für sich selbst
bedeutende Objekte gestalten (insbesondere auch im textilen Bereich) |
| Mit Objekten hantieren, um ihre
Eigenschaften und Verwendbarkeit zu erfahren |
- Material durch Verwendung
von Werkzeugen verändern |
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- Mit Materialien
experimentieren (z. B. Stärke, Dichte, Struktur von textilem Material) |
| Erkennen, daß Material sich durch eigenes
Zutun verändert |
- Anfang und Ende einer
Tätigkeit selbst bestimmen |
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- Durch eigene Arbeit
Material verändern |
| Durch Hinzutun, Wegtun, Verteilen, Mischen
Veränderungen herbeiführen |
- Abmessen |
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- Farben mischen |
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- Flächen bearbeiten |
| Vorstellungen entwickeln, wie man den
Klassenraum und seinen Arbeitsbereich gestalten möchte - Räume mitgestalten, wenn
Besucher kommen, Feste gefeiert werden,... |
- Einen eigenen
Arbeitsplatz haben, den man nach seinen Bedürfnisse gestaltet |
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- Viele Stunden des Tages
in der Schule und in der - Klasse verbringen; sich wohlfühlen |
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- Räume mit textilen
Materialien wohnlich gestalten |
| Die eigene schöpferische Kraft entdecken,
Material zu gestalten, zu formen und Neues daraus zu schaffen |
- Sich durch das Gestalten
von Material ausdrücken |
| Mit Hilfe Werkzeug und einfache technische
Geräte gebrauchen, Handfertigkeiten und kunstgewerbliche Gestaltungsformen entwickeln |
- Werkzeug funktionsgerecht
gebrauchen |
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- Gestaltungsformen
anwenden, die dem Material und dem Werkzeug gerecht werden |
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- Verschiedene Werkstücke
durch Farbgebung, Hinzufügen und Wegnehmen und durch Formen gestalten |
Erleben, daß durch den Einsatz von Technik, durch Serienproduktion mehr
Produkte in kürzerer Zeit hergestellt werden können |
- Erkennen, daß Arbeit durch den Einsatz
von Maschinen schneller erfolgt |
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- Aus dem gesamten Handlungsprozeß eine
bestimmte Tätigkeit übernehmen, die man gut und schnell ausführen kann |
Einen eigenen Platz im Werkraum und auch in der Klasse haben, den man kennt,
an dem man jederzeit zu arbeiten beginnen kann |
- Im Werkraum arbeiten und sich darin
zurechtfinden |
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- Möglichkeit haben, in der Klasse
außerhalb des Werkunterrichts weiterzuarbeiten |
Die Möglichkeit haben, dank erworbener Kenntnisse Produkte herzustellen, die
persönlich bedeutend, nützlich und wünschenswert sind |
- Seinen persönlichen Bedürfnissen
entsprechend gestalten und produzieren |
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- Freude erleben, wenn Produkte des
eigenen schöpferischen Tuns anerkannt werden |
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- Selbstvertrauen gewinnen und Vertrauen
zu seinen Mitmenschen haben |
In verschiedenen Betrieben mitarbeiten und so die sozialen Strukturen und die
Organisation der Betriebe kennenlernen |
- An einem Werkstück mitarbeiten |
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- Betriebe in der erfahrbaren Umgebung
kennen |
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- Betriebe kennen, in denen man tätig
sein möchte |
Mit Maschinen und dem Computer umgehen und arbeiten |
- Wichtige Maschinen in seiner
Arbeitsumgebung kennen |
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- An Maschinen gewöhnt sein |
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- Maschinen richtig bedienen und ihre
Möglichkeiten für die eigene Arbeit und das eigene Leben nützen |
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- Computer kennen und bedienen können |
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- Mit computergesteuerten Maschinen
arbeiten |
Planen und Herstellen von Gegenständen |
- Das notwendige Material bestimmen und
bereitstellen |
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- Erforderliche Werkzeuge und Hilfsmittel
kennen, bereitstellen und handhaben |
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- Den zeitlichen Rahmen für die Arbeit
selbst bestimmen und einhalten |
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- Vorhaben ausführen |
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- Vorausschauendes Denken entwickeln |
Über mathematisches Grundwissen verfügen, das es ermöglicht, nach Plänen,
Vorgaben und Vorlagen zu produzieren |
- Schätzen |
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- Messen |
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- Vorlagen verwenden |
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- Mit vereinfachten Arbeitsanleitungen
arbeiten |
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- Geräte verwenden, die genaues Arbeiten
ermöglichen |
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