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Wie entsteht ein Comic?

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Von der Idee bis zum Verkauf

1. Idee

Ganz am Anfang steht die Idee, die dem Zeichner selbst kommt oder vom Verlag in Auftrag gegeben wird.

2. Konzept

Die Handlung mit den Haupt- und Nebenfiguren, die darin agieren, werden skizziert. In einem Exposé werden Länge, Höhepunkte, Spannungen und Ende fixiert. Bei Fortsetzungsheften muss die Story einen spannenden Höhepunkt und ein offenes, neugierig machendes Ende besitzen ("cliff hanger").

3. Text

Nun müssen Zeichner und Texter intensiv miteinander zusammenarbeiten. Skizzen werden mit Dialogen versehen.

4. "Model - Sheets"

Unzählige Zeichnungen der Figuren folgen:

mickey.gif (10103 Byte) Von allen Seiten, von den unterschiedlichsten Perspektiven, was sie tragen, welche Körperhaltungen und Grimassen sie machen können...
Hier geht es weiter zu einem "Modell - Sheet" aus unserer Werkstatt...
5. Zeichner und Texter recherchieren

Autor René Goscinny und Zeichner Albert Uderzo von "Asterix" bereisten jeweils jene Länder, in denen die einzelnen Geschichten spielen sollten. Dort machten sie Skizzen und sammelten notwendige Informationen.

6. Layout

Nun folgt die optische Gestaltung der Seiten, das sogenannte "scribble". Hier geht es um die Verteilung der Bilder auf einer Seite und deren Größe und Formen.

7. Rohzeichnung

Auf das Layout folgt nun die mit Bleistift ausgeführte Zeichnung. Immer eineinhalb oder zweieinhalb mal größer als die druckreife Seite erscheinen soll – Durch die Verkleinerung verschwindet so manche Ungenauigkeit. Einzeichnen des oft gleich breiten Randes.

roh.gif (2668 Byte)

Unterschiede werden hier natürlich bei einer "splashpage", einer auffälligen Anfangsseite und einer "full page illustration", einer Folgeseite gemacht.

8. Vorlagen

Realistische Comiczeichner nehmen oft Vorlagen aus Büchernund Zeitungen zur Hand. Im Besonderen wenn es um historische Kulissen, Landschaften oder technische Details geht.

9. Sprechblasen und Text

Schon bei einer Rohzeichnung werden oft die Dialogtexte eingetragen, um zu sehen, wieviel Platz Sprechblasen oder Textboxen benötigen werden.

10. Reinzeichnung

wpe16.jpg (25627 Byte)

Gezeichnet werden kann mit allem was Freude macht: ob mit Tusche und Feder, mit Filzstift in unterschiedlichen Stärken od. Pinsel, Kugelschreiber – es ist ganz egal mit was nun die Rohzeichnung nachgefahren wird.

Wichtig dabei ist nur, dass Linien und Flächen tiefschwarz gestaltet werden, um die Ergebnisse später einwandfrei reproduzieren zu können.

11. Arbeitsteilung

Je größer das Unternehmen, desto organisierter die Arbeitsteilung. Speziell in Amerika gibt es keinen zeichnerischen Einzelkämpfer mehr. In den Heften wird kein "credit artist" genannt, sondern die zeichnerische Leistung teilt sich unter penciler, inker, letterer, colorist und auch Vordergrund und Hintergrundzeichner auf.

Hier noch eine weitere praktische Tips für alle Interessierten  zeichnerischer Techniken!

12. Fehlerkorrektur

Wegkratzen, Tippex od. große Flächen überkleben sind durchwegs erlaubt. Zusätzlich bietet sich natürlich auch die Überarbeitung am Computer an.

13. Druck

Es wird sowohl in Farbe- oder SW oder eine Kombination davon gedruckt. Farbige Seiten werden in ihre Farbbestandteile Gelb, Rot, Blau, Schwarz zerlegt und in dieser auch auf Papierrollen gedruckt, zugeschnitten und geheftet.

14. Verkauf

Grundsätzlich verkaufen sich farbige Comics besser als SW - Drucke. Comics gibt es aber für jede Altersstufe – 0815 Variationen in jeder Trafik um die Ecke, grafisch und erzählerisch spannendere in speziellen Comicsläden.

Zusammengefasst von Ina Loitzl (Leiterin der "Comicwerkstatt")