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Die Comics entstanden aus den Bilderbögen des 14. und 15. Jahrhunderts. Durch die verbesserten Druckverfahren entstanden im 19. Jahrhundert die ersten satirischen Zeitschriften (z.B. Punch GB, Le Charivari Fr). Die ersten Bildergeschichten zeichnete der schweizer Schriftsteller, Künstler und Universitätsprofessor Rodolphe Töpffer (1799- 1846). Auf anraten Goethes veröffentlichte er 1833 sein erstes Album "Histoire de Monsieur Jabot". Darauf folgten noch sechs weitere Bände. Seine Werke wurden zunächst nur in französischer, später aber auch in deutscher, englischer und holländischer Sprache veröffentlicht. Die ersten Zeitungsstrips entstanden in Amerika aus den sogenannten" Gag Panels" (Ein- Bild Cartoons). Dadurch erhielt der Zeichner eine neue Möglichkeit Geschichten zu erzählen - Zeit. Die erste wöchentliche in Joseph Pulitzers" New York Post" erscheinende Comic Strip war" Down Hogan´s Alley" (1895) von Richard Outcault, der einen Charakter beinhaltete, der als Experiment mit einer neuen Druckfarbe knallgelb eingefärbt wurde- The Yellow Kid. Ursprünglich nur als Nebencharakter gedacht erreichte er bald eine solche Popularität, daß der Strip ein Jahr später nach ihm benannt wurde. Pulitzers Rivale William Hearst heuert einen Großteil der" World" für seine Zeitung ,das "New York Journal" an. Darunter befand sich auch Outcault, der seine Geschichte einfach mit sich nahm. Pulitzer stellte daraufhin George Luks ein, um "The Yellow Kid" für seine "World " weiterzuzeichnen. Somit erschien der Strip für beide Zeitungen gleichzeitig, weil es kein Gesetz dafür gab wer den Strip nun eigentlich besaß. Nach einigen Jahren Rechtsstreit wurde der Strip Pulitzer zugesprochen. Zur gleichen Zeit begannen auch andere Künstler im Comicbereich zu arbeiten. Frederick Opper mit "Happy Hooligan", "And Her Name was Maud" und "Alphonse and Gaston" und George Herriman dessen erster Strip In Lariat Pete veröffentlicht wurde. 1904 wurde der erste täglich erscheinende Strip begonnen: A. Piker Clerk von Claire Briggs. Im selben Jahr begannen die Zeitungen Zusammenfassungen der Strips in Heftform zu verkaufen. 1910 machte eine weitere Serie Geschichte: George Herrimans "Krazy Kat", der ursprünglich nur als Fußnoten Strip unter Herrimans Comic" The Family Upstairs" plaziert war. Der Strip behandelte die verrückte Beziehung zwischen der Katze" Kat" und der Maus" Ignatz" die Katze war verliebt in Ignatz, doch die Maus hatte nichts anderes im Sinn als Kat Ziegelsteine an den Kopf zu werfen. Der Strip war außergewöhnlich weil Herriman sehr ausgefallene Gestaltungsmethoden wie z.B. ganzseitige Bilder benutzte. 1912 entwickelte William Hearst ein Konzept, das die Verbreitung der Comics revolutionierte. Er gründete das International News Service, das dazu da war , Druckrechte an Nachrichten und Bildern zu verkaufen. Darunter befanden sich auch Comics. Dieses System war ein großer Erfolg, und das International News Service wurde umbenannt in King Features Syndicate. 1929 entstanden die ersten Abenteuer Comics- Tarzan von Hal Foster und Buck Rogers von Dick Chakin. Im selben Jahr brachte Georgs Dellacorte ein Heft heraus, das ausschließlich Comics beinhaltete." The Funnies" hielt sich zwar nur 13 Ausgaben doch folgten 1933 andere Herausgeber diesem Beispiel. Anfangs wurden diese Comichefte Zeitungen als gratis Einlagen beigelegt. Charles Gaines klebte 10c Sticker auf einen Teil der Auflage und ließ sie an Zeitungsstände liefern. Innerhalb weniger Tage waren alle Comics verkauft. Gaines wandte sich an Delacorte, der den Verkauf der Hefte übernahm. 1934 griff das King Features Syndicate, das sich bisher dagegen gesträubt hatte, mit Flash Gordon seinen ersten Abenteuer Strip auf. Diese von Alex Raymond gezeichnete und geschriebene Science-Fiction Serie war wahrscheinlich die erfolgreichste überhaupt. Harry Donenfeld gründete 1937 zwei Comicmagazine: Detective Comics, das später seiner Firma den Namen geben sollte (DC) und Action Comics. In Detective Comics hatte ein Superheld namens "Bat Man" seinen ersten Auftritt, während Action Comics auf dem Cover den von den Neulingen Joe Shuster und Jerry Siegel kreierten Superman zeigte. Der Superheld war geboren. In der Zwischenzeit erschien Will Eisners "The Spirit". 1941 begann er als der Star einer 16-seitigen Sonntagsbeilage vieler amerikanischer Sonntagsbeilagen. Eisner benutzte eine Menge innovativer Darstellungsmethoden, dramatische Licht- Schatten Effekte und ungewöhnlich gestaltete Panel Borders, um eine unglaubliche Spannung zu erzeugen. Noch heute ist "The Spirit" einer der besten Strips, die jemals gemacht wurden. In den 40ern verloren die kostümierten aufgrund des Kriegsendes eine große Menge ihrer Leser. Dafür konnten neue Sparten entstehen. Krimis, allen voran Dick Tracy von Chester Gould, waren ziemlich populär. Doch wirklich große Erfolge konnten Horror Comics verbuchen. Bei deren Verkäufen führte die Produktlinie des EC Verlages unter Bill Gaines, dem Sohn von Charles Gaines. Nach Charles´ Tod Erbte Bill die Firma Educational Comics. Doch die bisher veröffentlichten Produkte waren nicht das was sich Bill unter profitablen Geschichten vorstellte. Er änderte die Produktion und veröffentlichte einige Krimi, Western und Seifenopern Comics. Diese Hefte waren zwar relativ erfolgreich doch nicht erfolgreich genug für Gaines. Also brachte er eine makabere Horror Story in seinem Magazin "War against Crime" heraus. Gaines gefiel die Geschichte so gut, daß er ohne auf Leserreaktionen zu warten die komplette Produktion auf Horror und Science- Fiction umstellte. Die Nachahmer Gaines` brachten bald so brutale Hefte auf den Markt, daß ein Senat 1954 den "Comics Code "erließ, der unter anderem Gewalt in den Comics und Wörter wie Terror oder Horror in deren Titel verbot. Das einzige Heft aus EC´s Produktpalette, das nach dem Code noch existierte, war MAD. 1961 beschloß Marvel nach einigen Erfolgen DC´s mit Superhelden, diese in ihr Programm aufzunehmen. Doch der Redakteur Stan Lee wollte nicht DC´s Helden kopieren, sondern seine Helden menschlicher machen. So entstand in Zusammenarbeit mit Jack Kirby ein Superheldenteam mit dem Namen Fantastic Four. Die Mitglieder dieses Teams hatten oft mit ihren eigenen Problemen zu tun. Die Leser konnten sich mit ihnen identifizieren und die Idee wurde ein großer Erfolg. In der Hippieära und Drogenkultur der Sechziger entwickelten sich die Underground Comics die genug Sex und Gewalt beinhalteten um unter den Comics Code zu kommen. Eines der ersten war Robert Crumbs Heft Zap Comics. Die nächsten 10 Jahre gab es kaum Veränderungen und die Verkaufszahlen sanken ständig. Alle waren der Meinung, daß bald das Ende der Comics hereinbrechen werde. Doch die Vielzahl der Comic Shops , die in den 70ern in den USA und in Europa eröffnet hatten leitete eine Wende ein. Viele Leser die mit Comics aufgewachsen waren, sammelten jetzt Comics und gaben damit der Comic Industrie neuen Auftrieb. Der Verkauf von Comics über Händler ermöglichte auch kleineren Verlagen und Privatpersonen die Veröffentlichung ihrer Comics. Als einer dieser Verlage startete 1992 Image, der von einer Gruppe frustrierter Marvel Mitarbeiter gegründet wurde. Titel wie The Maxx und Spawn verdrängten bald Marvels X-Men von Platz eins der Bestsellerlisten. Die europäische Comic Szene ist hauptsächlich in den französischsprachigen Ländern beheimatet. Der wichtigste Pionier war der belgische Zeichner Hergé (Georges Rémi). Mit seiner Serie Tintin leitete er eine neue Methode des Comiczeichnens ein. Die Ligne Claire ist durch ihre Einfachheit der Figuren gekennzeichnet, die in einer sehr detaillreichen Landschaft agieren. Den Figuren fehlt meist jegliche Schattierung. Andere wichtige Interpreten Der französischen Comics sind Goscinny und Uderzo mit Asterix Peyo mit den Schlümpfen und Moebius (Jean Giraud). Zusammengefasst von Andreas Joska (Comiczeichner) Technik Die Gestaltungsmöglichkeiten im Comic sind vielfältig und variieren von Zeichner zu Zeichner. Am häufigsten wird Tusche und Pinsel benutzt um Konturen zu zeichnen. Andere Optionen sind die Feder, der Tuschestift, der Filzstift oder der Fineliner. Der Pinsel wird am häufigsten benutzt, weil sein Strich am lebendigsten wirkt. Um Rahmen und Sprechbasen zu zeichnen wird meistens ein Tuschestift benutzt, weil sein Strich gleichmäßig ist. Doch bevor man zu zeichnen beginnt, benötigt man ein Script. In der heutigen Zeit ist es üblich, daß das Script, die Schrift, die Bleistift- und die Tuschezeichnung von verschiedenen Personen gemacht werden. Das Script Es beinhaltet sehr genaue Informationen über den Inhalt jedes Panels, das Aussehen der Figuren, die Texte in den Sprechblasen, u.s.w. Im Script werden alle Worte, die im Comic fett geschrieben werden sollen, unterstrichen. Für ein Script muß sich der Autor eine Geschichte überlegen, die er dann in einzelne Szenen "zerbricht". Diese Szenen, die als Einzelbilder abgebildet werden beschreibt er dann im Script. Er muß dabei unter anderem darauf achten, daß ein Gag nicht durch die Anordnung der Panels "zerhackt " wird. Bleistiftzeichnung Bevor man mit der Bleistiftzeichnung beginnen kann, muß man das Seitenlayout und den ungefähren Inhalt der Panels erst vorzeichnen. Diese rauhen Skizzen, "Scribbles" genannt, bestehen oft nur aus ein paar Strichen, die dem Zeichner als Gedächtnisstütze dienen sollen. Danach Kann man die eigentliche Vorzeichnung anfertigen. Wichtig dabei ist, daß das Original immer um 50% längere Seiten haben muß als die Reproduktion haben soll, da durch die Verkleinerung Ungenauigkeiten verschwinden und die Zeichnung präziser wird. Wenn der Zeichner die Tuschearbeit selbst übernimmt muß die Vorzeichnung nicht so genau sein, wird diese Arbeit von einem anderen Zeichner vorgenommen, sollte die Bleistift- mindestens so genau wie die Tuschezeichnung sein. Im Aufgabenbereich des Zeichners liegt auch der Entwurf der Charaktere die je nach Art des Strips verschiedene Anforderungen erfüllen müssen. Die Proportionen der Figuren variieren. Während Superhelden über siebeneinhalb Köpfe groß sind, sind viele Charaktere aus funny Strip nur drei bis vier Köpfe hoch. Tusche Die Aufgabe des Tuschezeichners ist es die Bleistiftzeichnung mit Tusche nachzuziehen. Das mag einfach klingen, doch ist es im Druck nicht möglich Grauabstufungen zu reproduzieren. Darum muß der Tuschezeichner die Schatten mit Schraffuren nachvollziehen. Korrekturen werden mit Deckweiß vorgenommen. Lettering Die Schrift in den Comics ist meistens in Blockbuchstaben und wird mit Feder, Tuschestift oder Marker gemacht. Der Schreiber Ist dabei verantwortlich für die Schrift, Sprechblasen, Textkästchen und oft auch Panel Borders. Er kreiert außerdem die Soundwords. Es gibt zwei Arten Sprechblasen zu machen. Die erste, und wahrscheinlich am häufigsten gebrauchte, Art ist die Sprechblasen nachträglich einzusetzen, doch ist es auch möglich den Text auf ein Stück Papier zu schreiben dieses in der gewünschten Form auszuschneiden und aufzukleben. Eine sehr wichtige Aufgabe ist außerdem die Überlegung für die Anordnung der Sprechblasen, daß der Leser in der richtigen Reihenfolge liest. Gestaltungsmöglichkeiten Um Bewegungen darzustellen werden entweder Echos oder Speedlines (für schnellere Bewegung) benutzt. Zeitabläufe können mit den Abständen zwischen den Panels verlängert oder verkürzt werden. Die Größe der Bilder kann den Betrachter genauso beeinflussen, wie das Fehlen der Panel Borders. Die Form der Sprechblasen kann auch dazu beitragen. |