Wien 13.9.1874 - Los Angeles 14.7.1951
Arnold Franz Walter Schönberg wurde in Wien geboren. Er war im wesentlichen Autodidakt. Sein einziger Lehrer, und das nur für einige Jahre, war der österreichische Komponist Alexander Zemlinsky, der auch Alma Mahler in ihren jungen Jahren unterrichtete. Schon zu dieser Zeit erkennt man den Beginn einer Entwicklung, die von einer chromatischen Schreibweise, zur Aufhebung der Dreiklangsharmonie und schließlich im Jahre 1908 der Tonalität selbst führt. 1901-03 war er in Berlin tätig, er arbeitete vorerst in dem musikalischen Bereich des 'Überbrettl' und danach als Kompositionslehrer am Sternschen Konservatorium. Diese Stellung, sowie das Liszt-Stipendium erhielt Schönberg durch die große Unterstützung von Strauss, der wie auch Gustav Mahler, ein großer Bewunderer Schönbergs war. Im Anschluß an seine Rückkehr nach Wien lehrte er privat, darunter Alban Berg und Anton Webern. In dieser Zeit begann sich Schönberg durch Kontakte zu Oskar Kokoschka und Richard Gerstl mit der expressionistischen Malerei auseinanderzusetzen. Von 1911-14 hielt Schönberg erneut Vorlesungen an dem Sternschen Konservatorium in Berlin. 1918 gründete er in Wien den 'Verein für musikalische Privataufführungen', dessen Zielsetzung es war einem ausgewählten Publikum junge moderne Kunst vorzustellen. 1925 übernahm er an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin eine Meisterklasse. Mit der Anordnung vom 1. März 1933 alle 'jüdischen Elemente' aus der Akademie zu entfernen, betrachtete sich Schönberg für gekündigt und verließ Berlin. Er ging nach Paris, dann nach Boston und schließlich nach Los Angeles, wo er an der University of Southern California und an der University of California lehrte. Schönberg selbst mußte sich am Ende seines Lebens eingestehen, daß er zwar international Bekanntheit errungen hatte, doch seiner Musik immer noch weitverbreitet größtes Unverständnis entgegengebracht wurde.
Schönbergs Schaffen kann in vier Perioden aufgeteilt werden. In der ersten komponiert er noch tonale Stücke. Die Tonalität gab er 1908 als erster Komponist gänzlich auf. Die frühen atonalen Stücke der zweiten Periode gelten als Gegenstück zur expressionistischen Malerei. Schönberg wurde durch 'Pierrot lunaire' (1912) international bekannt. Er postulierte die Erkenntnis von Loos, daß die Ornamentlosigkeit ein Zeichen geistiger Kraft ist. Musik sollte demnach nicht schmücken, sondern wahr sein. Die Zwölftonmusik entwickelte Schönberg 1921 in seiner dritten Periode. In seiner vierten Schaffensperiode erkennt man eine größere stilistische Vielfalt, die auch tonal gebundene Kompositionen enthält. Schönberg selbst sagt einst, daß ihn in erster Linie Bach und Mozart und in zweiter Wagner, Beethoven und Brahms beeinflußt haben.