21.7.1870 Prag - 28.9.1932 Berlin
Prag, Wien und Berlin sind die drei Hauptstationen des Lebens von Emil Orlik.
Er wurde in Prag als Sohn eines jüdischen Schneidermeisters geboren, der einen eigenen kleinen Salon mit bürgerlicher Klientel hatte. Nach seiner ersten künstlerischen Ausbildung in München ging Orlik nach Wien, wo er bereits 1899 Mitglied der Secession wurde. Es erschien auch ein Aufsatz Rilkes über Orlik in der Zeitschrift 'Ver Sacrum'. Die Wiener Zeit war geprägt von seinen Freundschaften zu Klimt, Hoffmann und Kolo Moser. Wenig später (1905) nahm er eine Berufung an die Schule des Kunstgewerbemuseums in Berlin an. Die Verbindung nach Wien ist allerdings nie abgerissen und es ist bemerkenswert, daß Orlik noch zehn Jahre später anläßlich eines Vortrages von Hugo von Hofmannsthal in Berlin schreibt: 'Man war wieder einmal stolz, Österreicher zu sein.' Seine bewußtseinsmäßige Bindung an Österreich hat Orlik bis zu seinem Lebensende nicht aufgegeben. Als deutschsprachiger Prager Jude hat er sich mit der tschechischen Nation nicht identifiziert und mit Preußen konnte er sich, wenn man seinen Briefwechsel mit Marie von Gomperz betrachtet, offensichtlich trotz aller beruflichen Möglichkeiten nicht anfreunden.