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Oskar Marmorek

9.4.1863 Skala/Galizien - 7.4.1909 Wien

'Alles, was verwirklicht werden soll, muss zuerst ein Traum sein in dem Kopfe des Schaffenden. Auch ein Projekt zum Bau eines Hauses ist zuerst ein Traum im Kopfe des Architekten' schrieb Oskar Marmorek über seine Arbeit in der zionistischen Bewegung und als Architekt im Jahre 1903, als er im Zenith seines Schaffens stand und neben Theodor Herzl zu den bedeutenden Persönlichkeiten der zionistischen Bewegung gehörte.

Marmorek war ein Visionär - ein Visionär als Architekt und Zionist - ein Visionär wie sein Vorbild Theodor Herzl. Er war ein schreibender Architekt, der seine Träume bauen konnte.

1863 in Galizien geboren, studierte er in Wien Architektur und war in der Folge als Gestalter federführend an den großen Wiener Ausstellungen im Prater vor der Jahrhundertwende beteiligt. Bei diesen, zeitlich nur begrenzt stehenden Bauten wie etwa bei der Ausstellung 'Venedig in Wien', konnte Marmorek seiner Phantasie freien Lauf lassen. Als Architekt zeichnet er für zahlreiche Miethäuser in Wien und Budapest verantwortlich, die auch heute noch markante Bauwerke der Stadtarchitektur darstellen - die beiden bekanntesten in Wien sind der Rüdiger-Hof am Ufer des Wienflusses unweit des Naschmarkts und der Nestroy-Hof in der Leopoldstadt. Sie sind typisch für seinen eigenen, unverkennbaren Stil, von dem auch einer der bedeutendsten Architekten seiner Zeit, Otto Wagner, angetan gewesen sein soll.

Im Jahr 1896 erschien Theodor Herzls Schrift 'Der Judenstaat' und im Jahr darauf wurde der I. Zionistenkongreß in Basel abgehalten. Diese beiden Ereignisse bildeten eine Zäsur in Marmoreks Leben, denn ab diesem Zeitpunkt widmete er sich voll und ganz dem Zionismus. Am 6. April 1909 erschoß sich Oskar Marmorek in einem Anfall geistiger Verwirrung auf dem Grab seines Vaters am Wiener Zentralfriedhof. Mit ihm verloren die Zionisten einen ihrer treuesten Vorkämpfer und Wegbereiter für die Gründung des Staates Israel.

Oskar Marmoreks wichtigste Bauten in Wien:
Wien II., Praterstraße 34 (=Nestroy-Platz 1): 'Nestroy-Hof'
Wien V., Hamburgerstraße 20: 'Rüdiger-Hof'
Wien VI., Windmühlgasse 30: Wohnhaus
Wien VI., Windmühlgasse 32: Wohn- und Geschäftshaus
Wien VII., Lindengasse 4: Miet- und Geschäftshaus
Wien VII., Schottenfeldgasse 65: Wohn- und Fabrikshaus
Wien VIII., Lerchengasse 3-5: Wohnhaus 'Zu den drei Lerchen'
Wien XI., Zentralfriedhof, Tor 1, G 20, R. 16B, Grab 5: Grabmal Josef Marmorek
Wien XI., Zentralfriedhof, Tor 1, G 20, R 17B, Grab 5: Grabmal Isidor Wolfgang Marmorek
Wien XVII., Hernalser Hauptstraße 182-188: 8 Wohnhäuser

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