Böhmen 28.4.1874 - Wien 12.6.1936
Kraus studierte vorübergehend Rechtswissenschaften, Philosophie und Germanistik in Wien. 1899 gründete er die Zeitschrift 'Die Fackel', welche er von 1911 bis 36 allein verfaßte. Er kämpfte in satirischen Glossen, Aphorismen und Essays für die Reinheit der Sprache, stellte sich gegen die Presse, die Psychoanalyse in der Dichtung und prangert den ethnischen wie kulturellen Verfall an. Kraus förderte Peter Altenberg, Georg Trakl und Else Lasker-Schüler. Seine Hauptwerke sind Die letzten Tage der Menschheit eine Anklage gegen den Krieg und seine Nutznießer, (die Erstfassung wurde in einem Sonderheft der Fackel 1918/19 publiziert - 1922 Buchform) und die Dritte Walpurgisnacht - eine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, die 1933 für der Fackel geschrieben wurde und erst 1952 aus seinem Nachlaß publiziert wurde.
In dem Bereich der Literatur und des Journalismus gilt Kraus, wie Loos im Bereich der Architektur und der angewandten Kunst, als letzter Puritaner Österreichs. Loos und Kraus waren die Gönner der jungen expressionistischen Generation, darunter Kokoschka, Schönberg, Musil, Trakl und Broch. Kraus verstummte 1933 für die Öffentlichkeit - 'Zu Hitler fällt mir nichts ein!' soll er gesagt haben. Er starb 1936 an einer Venenentzündung in Wien.
Weitere Werke: Sprüche und Widersprüche (1909), Worte in Versen - 9 Bde.(1916-39), Weltgericht - 2.Bde.(1919), Untergang der Welt durch schwarze Magie (1922);
Dramen: Traumstück (1923), Wolkenkuckucksheim (1923), Die Unüberwindlichen (1928), Literatur und Lüge (1929), Die Sprache (1937).