Kunst und Bewegung
Anlaß und Projektidee
Die Idee zu einem gesellig-kulturellen Abend mit dem Thema "Kunst und Bewegung" wurde gegen Ende des letzten Schuljahres geboren, als feststand, daß im Kellergeschoß der Schule ein neues kleines aber feines Gymnastik-Übungsstudio entstehen sollte. Da wir bei dem derzeitigen Spareifer, den wir einerseits einsehen, unter dem wir andererseits leiden diese räumliche Verbesserung als Erfolg und als ersten Schritt einer größer angelegten Sanierung und Neugestaltung des Hauses betrachten, war es uns ein Anliegen, sie gebührend zu feiern und öffentlich bekannt zu machen.
Das Gymnastikstudio befindet sich in unmittelbarer Nähe der Schulgalerie und ist selbst ein sehr stimmungsvoller Raum. So lag es nahe, die Präsentation von bildnerischen Arbeiten mit der von Bewegung und Musik zu verbinden. Außerdem sollte die fächerübergreifende Zusammenarbeit von BE, ME und LÜ zeigen, daß allen drei Bereichen am Parhamerplatz große Bedeutung beigemessen wird. Daß Bewegung nicht zu kurz kommt, ist in einem Gymnasium, das einen Sportzweig führt, ohnehin eine Selbstverständlichkeit.
Die Berührungspunkte und Überschneidungen der Begriffe Kunst und Bewegung sind zahlreich und vielfältig.
[Abb. 1 Diskuswerfer des
Myron, ca. 450 v. Chr.]
Abgesehen von einzelnen Epochen, in denen statuarische Auffassungen überwogen (ägyptische oder byzantinische Kunst), findet sich die Darstellung von Bewegung als integrierter Bestandteil fast überall in der bildenden Kunst, und sei es als eine einzige ausdrucksvolle Gebärde.
Manierismus und Barock waren wahrscheinlich die ersten Stilrichtungen, in denen Bewegung zum überwiegenden Gestaltungsprinzip geworden ist.
Im 20. Jahrhundert war es zunächst der Futurismus, der mit seinen Bildern die Schnelligkeit des Maschinenzeitalters verherrlichte.
Marcel Duchamps, der große Einzelkämpfer, versuchte ebenfalls, angeregt durch fotografische Reihenaufnahmen, Bewegung zum Bildthema zu machen.
[Abb. 2: Marcel Duchamps, Akt, eine Treppe herabschreitend II, 1912]
Die Op-Art-Künstler wollten durch Ausnützen bestimmter Wahrnehmungsphänomene die Bewegung ihrer Bilder im Auge des Betrachters entstehen lassen. In der kinetischen Plastik schließlich, von Naum Gabo bis Jean Tinguely, wurde aus dem Anschein von Bewegung tatsächliches Schwingen, Kreisen und Klappern. In der gestischen Malerei, die ihre Ergebnisse als Spuren von Bewegungsabläufen versteht, tritt die Bedeutung der ästhetischen Wirkung des Endprodukts hinter dem Prozeß der dynamischen Hervorbringung an die zweite Stelle.
[Abb. 3: Jackson Pollock, beim Ausüben seiner "Dripping"-Technik, um 1950]
In der Kunst, die mit neuen Medien wie Film, Video und Computer arbeitet, sind der Darstellung von Bewegung keine zeitlich-räumlichen Grenzen mehr gesetzt.
Über Tanz und Musik sollen andere schreiben. Eine Verbindung zwischen Kunst und Bewegung aufzuzeigen, wie dies für die als eher statisch geltende bildende Kunst angebracht scheint, kann für die dynamischen Medien Musik und Tanz ohnehin entfallen.
Projektpräsentation
Das Projekt, an dem Schülerinnen und Schüler verschiedener Altersstufen und Lehrerinnen und Lehrer unterschiedlicher Fächer mitgewirkt haben, findet seinen Abschluß in einer Präsentation am 26. Mai. Neben einer tänzerischen Live-Performance im neuen Gymnastikraum wird dort eine Video-Großbildprojektion Schülerinnen des Sportrealgymnasiums in Aktion zeigen. In der Galerie findet eine musikalische Kostümdarbietung statt und natürlich eine Ausstellung, die sich auch in die angrenzenden Räume ausbreiten wird. Wir berichten im nächsten Jahresrückblick.