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"Die Wiener Damenmode" 1889 - 1914 |
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Promenadentoilette, 1894 |
Es
gibt eine Wiener Mode, eine Mode, die mit der Physiognomie, dem
Leben und Treiben der Stadt Wien verwachsen ist.
Die Figur einer Wienerin wurde hauptsächlich als eine volle, üppige Gestalt verschmäht, die mit einer stark geputzten Taille auftrat. Wollte eine Frau den gesellschaftlichen Normen der Kleidung entsprechen, mußte sie sich auch hinsichtlich der Kleidung, den zwar ungeschriebenen, aber streng eingehaltenen Gesetzen der Toilettenetikette unterwerfen. Schon die Zweiteilung in der Garderobe der modernen Frau - die strenge Absonderung zwischen dem Schneiderkleide und der Salontoilette - zwang die Frauen um die Jahrhundertwende sich durch Accessoires wie etwa Hüte, Handschuhen, Federn, Spitzen korrekt an diese Toilettenetikette zu halten. |
| Galt in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts noch die üppige Frau als Schönheitsideal schlechthin, setzte in den 90er Jahren, parallel mit dem Beginn der Wiener Mode, eine Trendwende ein, die die schlanke, rank gestreckte Frauengestalt als Schönheitsideal hochststilisierte. | |
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1891 wurde die Blousontaille als Modeneuheit vorgestellt und erfreute sich bei der Damenwelt in den folgenden Jahren größter Beliebtheit. Die "Wiener Bluse" wurde als Einzelteil gearbeitet, vom Rock verschieden in Farbe und Material, endete sie zunächst vorne und hinten in einer Schneppenform und kann als Vorläuferin der klassischen Damenbluse angesehen werden.
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Bluse-Rock-Kombination, 1898 |
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Zeichnung von Laura Mysik, 4A |
Ende der 90er Jahre begann gleichzeitig zur traditionellen Damenmode die Reformmode einzusetzen. Sie nahm ihren Ausgangspunkt von England und trat gegen das körperdeformierende, gesundheits- schädigende Korsett auf und propagierte das ohne Korsett zu tragende sackartige Hängerkleid.
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1902 wurde die Dame noch ein letztes Mal, allen Reformbestrebungen zum Trotz, in eine neue Korsettkonstruktion, die die sogenannte S-Linie erzwang, gepreßt. Die Silhouette der Frau sah dadurch folgendermaßen aus: Der Bauch und die Hüften wurden weggeschnürt, die Brust vornübergeneigt, betont durch die über die vordere Mitte gestoppte Taille und der Rock, glockenförmig geschnitten, in einer Schleppe auslaufend. Die Kleider waren nach wie vor reich dekoriert, aus edlen Materialien gefertigt und man bevorzugte changierenden Farben.
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Straßenkleidung, 1903 |
Start/Die Kostüme der Adele Sandrock/Wir tragen ein Jahrhundertwendekleid