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Die Arbeit der Kostümbildnerin

ENTWURF

Bei der Kostümausstattung werden jede Sorte Material und viele neuartige Materialien verwendet. Als erstes werden die Kostüme von der Kostümbildnerin entworfen. Sie liest das Textbuch, macht sich Notizen über die Anzahl der zu bekleidenden Personen, die eventuellen Umzüge und schon entsteht eine Grundidee wie die Kostüme aussehen sollen.

 Eine genaue Kenntnis der Kostümkunde ist Voraussetzung, erworben in einem mehrjährigen Studium, das nicht durch die Abschlussprüfung beendet ist, sondern durch tägliche Arbeit und Praxis erweitert wird.

CHARAKTER

Jedes Theaterstück enthält bestimmte Aussagen und einmalige Charakter die durch Buch, Musik, Regie und Darsteller gegeben werden. Daher kann ein Kostüm in der selben historischen Zeit verschiedene Aussagen geben: ernst oder heiter, pompös oder graziös, stilisiert oder historisch genau. Bestimmte Figuren werden durch das Kostüm betont, andere als Rahmen einer Szene dargestellt.

Ein wichtiges Gebot bei den Entwürfen beim Ballett:

Der Tänzer muß sich auch im scheinbar schwersten und prunkvollsten Kostüm frei bewegen können. Von der Ballettmeisterin erfährt man die Art des Tanzes. Dinge die berücksichtigt werden müssen: muß man Kostümteile vermeiden, die leicht hängen bleiben; wo dürfen Schmuckstücke angebracht werden; wie groß dürfen Hüte und Kopfschmuck sein?

ÜBERLEGUNGEN

Solisten, Chor, Ballett, Statisterie, jede Figur wird gezeichnet bzw. gemalt. Man muß oft daran denken, daß die Umzugszeiten meistens nur eine Minute dauern. Daher muß das Kostüm so entworfen werden, daß der Darsteller das Kostüm in der Windeseile aus- bzw. anziehen kann. 

ERSTELLUNG DES KOSTENVORANSCHLAGES

Jedes Kostüm entwickelt sich zu einer Summe vieler Kleinigkeiten:

Schmuck, Wäsche, Schuhe, Kopfbedeckung, Perücke, Handschuhe,...

Oft heißt es: Zu teuer! Deshalb versucht die Kostümbildnerin beim Entwurf auf verschiedene Materialien Rücksicht zu nehmen, die den gleichen Effekt erzielen wie teure. Man verwendet auch so weit wie möglich Farben aus dem Handel wegen der Färbereikosten. 

KOSTÜMANFERTIGUNG

Nach der Bewilligung des Kostenvoranschlages kommt der Einkauf der Materialien. Besprechung mit Schneiderei, Modistin, Schuhmacher, Weißnõherin, Maskenbildnerin und manchmal auch Waffenmeister ist notwendig. Auch dem Kostümfunds wird ein Besuch abgestattet, denn ab und zu gibt es dort Kostüme, die man ändern kann, so daß sie den Entwürfen gleichen. Nun werden die Stoffe geschnitten, hunderte von Rüschen genäht, Bänder ausgewählt, Haarfarben verglichen, Stottarben ausgesucht, da Kostüme fallweise bemalt werden. 

ANPROBE

Vor der ersten Kostümprobe gibt es noch viel Arbeit:

Kostümlisten für die einzelnen Garderoben werden geschrieben, wer hat was an und in welcher Reihenfolge. Die Anzahl der Garderobiers wird bestimmt, abhängig von der Zahl der Darsteller und der Kostüme.

Erste Kostümprobe: Irgend etwas fehlt, irgend etwas paßt nicht richtig, und manchmal sieht etwas von draußen nicht ganz so aus, wie man es will.

Am nächsten Tag kommt die zweite Kostümprobe: Alles geht viel besser, die Photographen sind in voller Tätigkeit, halten aber immer das fest, was die Kostümbildnerin nicht gerade wünscht, weil vielleicht noch ein Mascherl aufs Kostüm soll... 

TAG DER PREMIERE

Er vergeht in Windeseile, kleine Reparaturen, da während der Proben bestimmt etwas gerissen ist, da und dort noch ein Flitter und im letzten Moment werden die Kostümbildnerinnen meistens sekkant. 

PREMIEREABEND

Die Kostümbildnerin steht in der Garderobe, richtet Schleppen zurecht, gibt da und dort einem Hütchen, das ihrer Meinung nach nicht richtig sitzt, noch einen kleinen Stups und schließlich gehen die Kostüme nach wochenlanger Arbeit auf die Bühne.


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