Der Arbeitsprozess
| "museum@online"
ein völlig neuer Begriff für uns alle und ein großes Projekt, von dem wir anfangs nicht
genau wußten, was uns eigentlich erwartet. Ausgenommen meine Betreuungslehrerin, die
schon vor zwei Jahren mit dabei war und einige ihrer Erfahrungen miteinbringen konnte.
Als Museum sprang mir das Theatermuseum sofort ins Auge, besonders deshalb, weil es leider eines der wenigen in Wien ist, in dem Textilien als Ausstellungsexponate wahrgenommen werden. Ende Jänner stand die Sonderausstellung "Von der Sandrock zur Adele" am Programm, in der 9 Kostüme der Schauspielerin Adele Sandrock ausgestellt wurden. "Adele Sandrock", dieser Name sagte weder den Mädchen etwas, noch war er mir und meiner Betreuungslehrerin ein Begriff. Einzig, meine Großmutter konnte daraufhin laut lachen. Egal - der Umstand, dass mit dem Computer Internetseiten erstellt werden, war für die Mädchen Motivation genug - wir ließen uns folglich überraschen. Wichtig war mir bei der Planung, dass unsere Arbeit sowohl einen theoretischen, als auch praktischen, textilen Bereich ausmacht.
Bevor wir das Theatermuseum überhaupt besuchten, hielten einzelne Mädchen Referate über ihr Leben als Person und Schauspielerin - Ihre privaten Erfolge bei Männern und auf der Bühne konnten sich allerdings die wenigsten aufgrund ihres Äußeren vorstellen. Sicherlich, weil sie den heutigen Schönheitsidealen ganz und gar nicht entspricht.
Dann war es endlich soweit - wir besuchten Adele Sandrock im Palais Lobkowitz! Vorher kristallisierten sich Interessensgruppen heraus - zwei Gruppen wollten die dort ausgestellten Kostüme fotografieren (Ganze Figur und Details), die restlichen Mädchen zogen mittels Karten das Kostüm, das sie danach zeichneten. Danach sahen wir uns als "Belohnung" Filmausschnitte der Heroine an, bei der die Mädchen beschrieben, warum sie in den 30 Jahren als eine "Von Vorgestern" galt. Nach sehr intensiver Arbeit im Museum hatten wir nun viel Material, mit dem wir anschließend in der Schule gruppenweise weiterarbeiten konnten:
Die Zeichnungen wurden koloriert, die textilen Details mittels alter Handarbeitsbücher analysiert und erste Karikaturen zu der Mimen - reichen Schauspielerin gezeichnet (Zusätzlich nützte ich eine Sublierstunde, um mit einer ersten Klasse Zeichnungen zu der "Komischen Alten" zu machen.) Der Vorschlag, Kleider aus der Zeit, also um 1900, mittels alter Schnittbögen zu nähen, wurde von einer kleinen nähinteressierten Gruppe aufgenommen.
Der nächste Schritt war der Zugang zum Computer. Fotos und Bilder aus Katalogen und alten Modezeitschriften ("Wiener Mode") wurden eingescannt. Diese ersten Bilder wurden mittels Grafikprogrammen bearbeitet. Interessant war, was man eignetlich alles nebeneinader machen kann - Zuschneiden, scannen, fotografieren (Dokumentation) und PC-Arbeit - das artete manchmal auch in einem Chaos aus!!!
Der darauffolgende Computer-Workshop - bei dem noch technische Fragen geklärt werden konnten rückte immer näher. Schließlich waren wir dann doch vier Schülerinnen und zwei Betreuungsleherinnen, die nach Klosterneuburg reisten. An Ort und Stelle wurde dann dort das Konzept der ersten Seiten gemeinsam besprochen und mittels PC realisiert.
Da unsere Seiten bilingual werden sollen, erklärte sich eine Englischkollegin bereit, die Texte mit einem Teil der Schülerinnen (und auch alleine) zu übersetzten. Neben Schulstunden konnte ich doch einige Schülerinnen dazu überreden mit mir ihre Freizeit vor dem Computer zu teilen - der Abgabetermin rückte einfach immer näher.... |
Zeichnerische und fotografische Dokumentationsarbeiten im Theatermuseum. |
In der Schule werden die Skizzen koloriert. |
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Erste Texte entstehen am PC. |
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Zuschneiden von 2 Kleidern aus der Jahrhundertwende. |
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"Arbeitseifer" |
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Beim Computerworkshop erhielten die Schülerinnen ihre Einführung in die Erstellung von Web-Seiten. |
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