Vorgeschichte:
Die Idee zu unserem Projekt ergab sich nach der Lektüre der Kunstzeitschrift "Új Mûveszet", in der einige Diplomarbeiten junger, ungarischer Werbegraphiker vorgestellt wurden.
Wir nahmen Kontakt zu den Künstlern sowie zu der Hochschule, an der sie ihre Ausbildung absolviert hatten, auf.
Der Vizerektor und Lehrer, Herr Molnár Kálmán, zeigte sich gleich interessiert und bot uns die Möglichkeit zu einem Treffen an der Hochschule an. Also machte sich unsere Gruppe auf nach Budapest.
In sehr interessanten Interviews hatten wir schließlich die Gelegenheit, die Künstler und ihre Arbeiten persönlich kennenzulernen. An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei allen Beteiligten für ihre bedingungslose Kooperationsbereitschaft bedanken.
Und nun die inhaltliche Zusammenfassung der Interviews:
AUSBILDUNG:
Die vorgestellten Künstler sind Absolventen/innen der ungarischen
Kunsthochschule in Budapest. Die meisten besuchten ein Gymnasium mit dem Schwerpunkt Kunst und belegten auch Vorbereitungskurse für die Aufnahme an der Hochschule.
Nach ersten Versuchen in den klassischen Ausbildungsrichtungen wie Malerei oder Restaurateur führte der Weg oft ungeplant zur Werbegraphik, die auch in Ungarn eine junge, dynamische Richtung ist.
BISHERIGE PROJEKTE:
Erste Erfahrungen mit größeren Projekten werden bereits im Rahmen der Ausbildung an der Hochschule gemacht, wobei die Hochschule eng mit verschiedenen Firmen und kulturellen Institutionen zusammenarbeitet. In der ersten Ausbildungsphase werden die Projekte sehr oft als Wettbewerb für die ganze Gruppe ausgeschrieben, wobei auch Preise vergeben werden. So werden zum Beispiel Plakate bzw. Prospekte für Filmfestivals, Buchpräsentationen, Theatervorstellungen oder auch Modeschauen gestaltet.
Nach dem Diplom arbeiten die jungen Künstler/innen an großen Einzelprojekten, die wiederum von einem Unternehmen in Auftrag gegeben werden. Zum Beispiel: Linczmayer Miklós, Tetra Pak.
KÜNSTLERISCHE FREIHEIT UND KREATIVITT
Die künstlerische Freiheit ist meistens eingeschränkt, weil große Firmen, die einen etablierten Markennamen haben, mit sehr konkreten Vorstellungen und Vorgaben an die Graphiker herantreten. Hier ist also vor allem das handwerkliche und technische Können (struktureller Aufbau, Typographie etc.) maßgebend.
Einen viel größeren Freiraum für die künstlerische Gestaltung gewähren Aufträge von kleineren Firmen, deren öffentliches Erscheinungsbild noch nicht klar definiert ist.
BLEISTIFT ODER TASTATUR
Die Computergraphik gewinnt immer mehr an Bedeutung.
Stichworte: schnell, präzise und variabel. Die traditionellen Arbeitstechniken mit Bleistift, Farben und Kreide sind natürlich noch immer gefragt, weil die Arbeiten eine viel lebendigere und intensivere Ausstrahlung haben.
ARBEIT IM TEAM ODER LIEBER ALLEIN?
Für bestimmte Projekte schließt man sich zusammen; meistens arbeitet man jedoch allein!
DAS BROT DES KÜNSTLERS/DER KÜNSTLERIN
Gute Arbeit, gutes Geld!
WAS BRINGT DIE ZUKUNFT?
Die meisten versuchen ein eigenes Studio aufzubauen, um sich selbständig zu machen. Dafür stehen die Chancen auf dem gegenwärtig expandierenden Markt in Ungarn relativ gut.