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Die meisten der zahlreichen Mundlöcher des mittelalterlichen Ramingsteiner Silber-bergbaues verfielen im Laufe der Jahre, manche aber blieben bis in die heutige Zeit noch offen und erweckten die Neugierde von Mineraliensammlern und am Bergbau Interessierten. Karl Köchl zählte zu den ersten, die sich der Erforschung dieser noch zugänglichen Stollensysteme widmeten. Später gingen Martin Brunntaler und Peter Kolenprat daran, diese systematisch zu vermessen und aufzuzeichnen. Allmählich reifte der Plan, das relativ gut zugängliche Stollensystem des Altenbergreviers zu ei-nem Stollenlehrpfad auszubauen und damit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Am 28. Dezember 1990 lud der Leiter der örtliche Volkshochschule, Dir. Peter Heiß, zu einer ersten öffentlichen Befahrung ein. Nachdem diese auf großes Interesse gestoßen war und sich die Teilnehmer sehr begeistert gezeigt hatten, ging die Lungauer Stollengruppe, die sich die Registrierung und Erhaltung der Lungauer Bergbaue zum Ziel gesetzt hat, nach Überwindung so mancher Schwierigkeiten mit viel Idealismus und Fleiß an die Arbeit. Es wurde ein Portal in Trockenbauweise aus Natursteinen und Holz errichtet, Wege angelegt und die notwendigen Absicherungen vorgenommen. Dabei war es stets ein besonderes Anliegen, das vorgefundene Stollensystem in seiner einzigartigen Ursprünglichkeit zu erhalten. Schließlich konnte mit Unterstützung der Lungauer Raiffeisenkassen und der Sparkasse Tamsweg die für Befahrungen erforderliche Ausrüstung angekauft werden. Gegen Ende des Jahres waren die wichtigsten Arbeiten im wesentlichen abgeschlossen und am 4. Dezember 1991 versammelten sich die Vereinsmitglieder unter ihrem Obmann Walter Hoffmann zu einer stimmungsvollen Barbarafeier in der sogenannten Knappenstube. Pfarrer Pater Paul weihte die dort aufgestellte Statue der hl. Barbara und wünschte dem Verein bei seinen weiteren Vorhaben viel Glück und Erfolg. 
1992 wurde die Ausstattung des Stollenlehrpfades unter anderem mit Unterstützung der Gemeinde Ramingstein weiter verbessert und der Organisation der Befahrungen besonderes Augenmerk geschenkt. Um nicht plötzlich einem nicht verkraftbaren An-sturm von Besuchern gegenüberzustehen, wurde auf eine Bewerbung dieser Anlage bewußt verzichtet. Allein aber durch Mundpropaganda konnten bis zum Herbst 1992 bereits über 1.200 Besucher gezählt werden. Die Besucher, darunter auch sehr viele Schüler- und Jugendgruppen, zeigten sich ausnahmslos begeistert von dieser Anlage und der Möglichkeit, einen mittelalterlichen Bergbau in seinem ursprünglichen Zustand kennenzulernen und sich ein Bild von der Arbeitsweise der Knappen zu ver-schaffen.
Die Besucher, Gruppen ab fünf Personen, treffen sich jeweils nach deren Anmeldung auf dem Gemeindeplatz, von wo aus nach wenigen Minuten Fahrt mit Pkw oder Bus der Ausgangspunkt erreicht wird. Von hier führt ein über eine Halde steil ansteigender Steig zum Mundloch des Stollenlehrpfades. Hier werden Schutzjacken, Helme und Karbidlampen ausgegeben. Der Weg führt nun an einem Granatfelsausbiß, dem mächtigsten des gesamten Bergbaugebietes, und an wunderschönen Versatzmauern vorbei. Durch einen ausgedehnten Weitungsbau wird schließlich 90 Höhenmeter tie-fer die sogenannte Knappenstube erreicht, von wo nach einer kurzen Rast wieder der Rückweg angetreten wird. Da und dort sind noch original erhaltene Steigbäume, hölzerne Wasserrinnen und Reste von Leitern anzutreffen. An mehreren Stellen finden sich Spuren vom Feuersetzen. Fachkundige Führer informieren über die Geschichte des Bergbaues, die Arbeitsweise und das Leben der Knappen. Nach zirka drei Stunden kehren die Besucher wieder auf den Gemeindeplatz zurück. Die Lungauer Stollengruppe will den Besuchern dieses einzigartigen Stollenlehrpfades ein mit einer Spur Abenteuer verbundenes Erlebnis bieten und eine bessere Kenntnis unserer Heimat und insbesondere des mittelalterlichen Bergbaues vermitteln.
Führungen: Ganzjährig, auch am Wochenende
Dauer: 2,5 Stunden
Anmeldung: Mai bis Oktober: Fam. Hoffmann Tel.: 06474/2296
November bis April: Fam. Heiß Tel.: 06475/234
Zielgruppe: Alle am Bergbau Interessierte; Kinder ab 10 Jahre;
für Kleinkinder und gebrechliche Personen nicht geeignet!
Ausrüstung: Festes Schuhwerk und strapazierfähige Bekleidung
Preis: Erwachsene: ATS 130,-
Kinder: ATS 70,-
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