"Süsse Träume
ohne Zucker"
In Anknüpfung an die Bilderwelt des Zeichners Alfred Kubin und dessen
Roman "Die andere Seite" gestaltete die Schriftstellerin Adelheid Dahimène
mit Schülern der 1. Klassen eine Schreibwerkstatt.
Von den Schülern der 2. Klassen stammen die Bilder
zu den phantastischen Erzählungen.
Das Ergebnis präsentiert sich als kleines Buch mit dem Titel "Süsse Träume ohne
Zucker".
Mein Traum vom Schreiben mit Kindern
Adelheid Dahimène
Als ich am Morgen erwachte, schneite es. Ich weckte meine Kinder auf, denn sie mußten zur Schule. Dann heizte ich den Ofen in der Küche und kochte Kaffee. Als es gerade anfing, warm zu werden, mußte ich aus dem Haus.
Das Auto war schneebedeckt, und ich kehrte es mit einem Besen ab. Am Lenkrad meines Fahrzeuges wurde ich müde, ich wußte aber, daß man beim Autofahren nicht einschlafen darf, also begann ich, mit offenen Augen in das Schneetreiben hineinzuträumen. Vor mir öffnete sich eine Tür. Auf der Tür klebte ein Schild: Bitte nicht stören, Schreibwerkstatt!" Ich betrat ein Klassenzimmer, darin saßen zehn Mädchen und drei Buben, und ich stellte mich ihnen als Schriftstellerin vor.
Dann las ich aus meiner Lügen- oder Traumgeschichte und bat die Kinder, sich ans Schreiben zu machen. Das Thema war: Träume oder phantastische Geschichten, die so unmöglich wie nur möglich sein sollten. Sie schrieben, daß die Finger krachten.
Dabei sah ich seltsame Gestalten durch die Luft taumeln, Ritter und Hexen, Zwerge und Erfinder, Ungeheuer und Zeitmaschinen, den Zauberer Merlin im Schlaraffenland, Drachen und Geister aus dem Totenreich, der ganze Raum war zum Treibhaus für die Phantasie der Kinder geworden. Ich begann, die Figuren aus der Luft abzulesen, und schrieb, was mir gerade in die Augen fiel,
einfach ab. So ist eine wie mit Geheimtinte notierte Klassengeschichte entstanden, die ich im Kofferraum meines Autos mit nach Hause genommen habe.
An meinem Küchentisch benetzte ich das Blatt Papier mit Essig und hielt es dann über eine brennende Kerze.
Langsam, Satz für Satz, tauchte die Schrift auf und ich konnte endlich die Geschichte entziffern, die dann folgendermaßen ging ......
Der Klassentraum der 1A und 1B
Sie setzte sich zum Tisch und fing an: Es war im frühen Morgengrauen. Der Himmel war total klar und es war schwül. Zeit zum Bettgehen", rief die Mutter. Ich glaube, ich höre nicht richtig", sagte ich. - Ja, sogar zu 100 %!"
Um das Staatsloch zu stopfen, verlangt der Zauberer Merlin zwei Drittel mehr Steuergelder. Viele Ritter versuchten, das Unwesen zu vertreiben, doch niemandem gelang es. So ist das also", murmelte ich. Ich schaute mich um, alles war normal, es war in Eitzing. Und sie hatten nur zerfetzte Tücher umgebunden, kein Vergleich mit den neumodernen Levi's Jeans.
Sie ließen Joseph dann sprechen. Aber nur, wenn du nicht lügst!" Der Mann erzählte, daß er ein Erfinder von Zeitmaschinen war. Der König wollte auch so eine. Er wird dich aber verzaubern, bevor du etwas sagen kannst. Beeile dich", sagte die Ratte immer wieder. Da antwortete der Mann: Ich bin an der Küste von Hawaii, tschüß."
Plötzlich erblickte Susi seine verletzte Pfote. Lisa traute ihren Augen nicht. Da war einer mit blauen Haaren. Und hier in diese Klasse soll ich gehen?" Nach dieser Frage hielt der Zwerg ein Schild hoch, darauf stand: Ich bin Max, und mir wurde die Stimme von der Hexe geklaut." Lisa fiel fast um, weil Onkel Hans so schön war. Es ist einfach katastrophal", sagte der Oberälteste. Jedes Mal, wenn sie in den Tiergarten geht und den Gorilla sieht, erinnert sie sich an diesen Traum.
Jetzt war ihr klar, daß es nicht so selbstverständlich ist, immer genug zu essen zu haben.