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Sebastian Weissenbacher
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Ateliergespräche
   -    Weissenbacher über Weissenbacher
"Begonnen" hatte es für Sebastian Weissenbacher etwa 1982/83 während des Studiums an der Akademie der Bildenden Künste in Wien

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Ein Punschkrapferl aus der Mensa: Nicht der Geschmack, der eigenartige ästhetische Reiz dieses Würfels mit rosa Zuckerguss faszinierte Weissenbacher im krassen Gegensatz zu den totfarbigen Dingen der Stilleben in der Akademieklasse.

Nicht die "Spurensucher" im Staub, nicht die Abstrakten oder die Concept art.Weder Schrotthaufen, Abfall, Fetzen, ... noch das akademisch schön Erhabene.
Vieles war ihm zu stumpf, zu leblos, zu fad. Aufbruch und Auflehnung.

 

 

Heute sieht er darin jugendlichen Übermut: Bildnerisch sollte damals alles "schnell und laut" sein, auch in Bildern sollte es "krachen". Auf Schwarz und Grau wurde verzichtetet, die dunkelste Farbe war Blau. Das Bunte, Grelle war es, was ihn reizen und begeistern konnte. 
Bei der Wahl der Bildgegenstände ist ihm wesentlich, dass diese schon einen Produktionsprozess durchlaufen haben, dass das Material nicht im ursprünglichen Zustand, sondern bereits in künstliche Objekte umgeformt vorhanden ist. Anstelle von Natur als Vorbild sind es besondere Trivialobjekte aus der schönen bunten "Kunst"-welt: Glücksschweinchen, Schoko-Osterhase, Neujahrsrauchfangkehrer, Minikühe und -schafe, Enten und Schwäne und viele der in den Kinderüberraschungseiern versteckten Dinge.

"SCHÖNE NEUE WELT" war auch der treffende Titel seiner bis dato letzten größeren Ausstellung, 1996 in Wien in der Blau-Gelben Galerie des NÖ Landesmuseums.

In seinen Arbeiten ist eine Entwicklung sehr deutlich zu erkennen:
Anfangs, noch in den Akademiejahren, waren es Anhäufungen von Gegenständen zu Stilleben, eher intuitiv mit "wilder" Pinselführung und manchmal schwer erkennbaren Details (zum Beispiel 1982 "Kindertraum").
Nach und nach kristallisierten sich einige Objekte heraus und wurden meist zentral ins Bild gesetzt, zunächst in plakative Landschaften, dann in Großmutters Kitschpostkarten-Idyllen. Später wurde das Bildwichtige mit Blumenranken oder Bandschleifen wie auf alten Glückwunschkarten eingerahmt. Die anfängliche Spontanetät ist einer überlegten Bildkomposition gewichen. Immer präziser erfolgt die Darstellung der Stofflichkeit der Dinge, besonders der Oberfläche.
Ab etwa 1994/95 wurde der Bildgrund monochrom, häufig auf Blau reduziert. Die Objekte scheinen dadurch in manchen Bildern zu schweben.

Gelegentlich werden auch Auftragsarbeiten angenommen. Für Weissenbacher ist es immer eine Herausforderung, den Wünschen des Auftraggebers entgegenzukommen, sich jedoch selbst dabei unbedingt treu zu bleiben und in diesem Spannungsfeld zu experimentieren.

Es ist für ihn wichtig, lustvoll zu arbeiten, Spaß daran zu haben, mit konkreten Dingen auch in den Bildern zu spielen.

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Statt über Klischeefiguren und Kitschobjekte (was ist wirklich "kitschig"?) intellektuell die Nase zu rümpfen, möchte er diese aufs Korn nehmen - mit einem "Augenzwinkern"(! ) - und den Betrachter irritieren:
Ein Ausstellungsbesucher, angetan vom landschaftlichen Hintergrund, reagierte verstört auf die mitten aus den Bildern "herausleuchtenden" Objekte (Schweinchen & Co) mit der Frage:
"Um Gott's Wüin, worum moinsn des do eini? Sie mochn ihna jo olle Büda hi!"
 
 

Weitere Informationen (Lebens-und Ausstellungsdaten, Werkbeispiele):

Im Katalog "SCHÖNE NEUE WELT", NÖ Landesmuseum, Blau-Gelbe Galerie, Wien, 1996.

Im Internet: Siemens, artLab, die virtuelle Galerie, 1997/98.