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Mit Arik Brauer, Wolfgang Hutter und Anton Lehmden zählte Rudolf Hausner (1914-96) zur
sogenannten "Schule des Wiener Phantastischen Realismus".
Diese Stilrichtung erlangte parallel zu anderen Entwicklungen und Ausdrucksweisen der
spezifisch österreichischen Nachkriegskunst besonders in der Zeitspanne zwischen 1955 und
1970 größere Bedeutung.
Zunächst durchaus positiv aufgenommen, war ihr Stellenwert in Bezug auf die übrige
Entwicklung der Gegenwartskunst spätestens ab den siebziger Jahren umstritten.
Es war keine Gruppierung, die eine gemeinsame Programmatik anstrebte. Trotz der stark
individuell ausgeprägten Charaktere, Arbeitsweisen und Themen sind stilbildende
Gemeinsamkeiten vorhanden. Bezüge zum Surrealismus und der Pittura metafisica der
zwanziger Jahre werden immer wieder genannt, im Unterschied zu diesem jedoch wird beim
Phantastischen Realismus die Kontrolle der Vernunft im Schaffensprozess nie aufgegeben,
ganz gleich wie phantastisch die Bildinhalte auch sein mögen. Diese wurzeln in einem
rationalen Subjektivismus. Jeder mögliche Bruch zwischen einer realen Dingwelt und den
phantastischen Bereichen wird verschleiert.
Maltechnisch zeigen die meisten Werke eine bis zum Äußersten getriebene Perfektion.
Hausner erzielte die besondere Leuchtkraft und "Tiefe" in seinen Bildern durch
eine altmeisterliche Lasurtechnik: Der endgültige Farbeindruck ergibt sich erst durch das
Zusammenwirken mehrerer übereinandergelegter, transparenter Farbschichten. Daraus
entsteht eine absolut glatte Bildoberfläche mit illusionierender Tiefenwirkung.
Inhaltlich sind die Bezüge und Assoziationen bei Hausner sehr vielfältig, reichen oft
ins Gedanklich-Philosophische und verweisen manchmal auch auf Historisch-Mythologisches:
"Die Arche des Odysseus", zwischen 1948 und 1956 entstanden, zeigt den Künstler
selbst mit Matrosenmütze, die mit 'Ithaka' beziehungsvoll auf das Ziel der Irrfahrten des
Odysseus verweist. In der Hand hält er einen Würfel, auf dem seine Eltern und nochmals
er selbst als Kind dargestellt sind. Der Hintergrund zeigt mehrere fensterartige
Ausblicke, in einem wird auf die Herkunft (Wien) verwiesen, den größeren Raum nimmt die
Arche ein - mit mehreren Eiformen, Embryos, Gesichtern und allegorisch anmutenden nackten
Frauenfiguren.
In einigen Werken werden Motive und thematische Anspielungen mit Bildern verwoben, die
Chiffren in der gegenwärtigen Gesellschaft sind. So zum Beispiel: "Großer
Laokoon", 1967, und"Laokoon in der Umlaufbahn", 1969. Die spätantike
griechische Skulptur zitierend, entstand dieses Gemälde im Jahr der ersten Landung des
Menschen auf dem Mond. Zwei Zeitalter werden in Konfrontation dargestellt: Die Gegenwart
mit dem Menschen in ständiger Auslotung seiner Grenzen und die Epoche des Warners vor der
Troja-Katastrophe. Für Hausner hat Laokoon seine Aktualität behalten ("Begeisterung
macht mich misstrauisch").
Das große Thema, um das sein Schaffen in immer neuen Ansätzen kreist, ist der Mensch als
in sich gespaltenes Ich: In der Figur des Adam als Mensch schlechthin die immer
wiederkehrende Selbstdarstellung:
"Adam Selbst", 1960.
"Adam spiegelbildlich", 1974.
"Adams Lebensbaum", 1976.
"Adam ist das Maß", 1978.
"Adam eingeordnet", 1978.

Teil der Kopfreihe des Hausnerbildes
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